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München - Der stolze Vater knipste fleißig Bilder fürs Familienalbum, seine Zwillingsschwester filmte mit ihrem Handy, seine Mutter und sein Bruder hörten gebannt zu. Begleitet von seiner ganzen Familie meisterte Juan Bernat seinen ersten öffentlichen Auftritt als neuer Profi des FC Bayern München. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielte der Spanier für den FC Valencia, nun betritt der 21-Jährige beim Rekordmeister Neuland und ein Landsmann gab den Ausschlag für den Wechsel.

"Ich bin ein begeisterter Pep-Fan", schwärmte Bernat von seinem neuen Trainer Pep Guardiola. "Ich mag seine Philosophie, weil sie sehr gut mit meinem Spielstil übereinstimmt." Ausgebildet wurde der 1,72 Meter große Bernat als offensiver Linksaußen. Der absolute Durchbruch gelang ihm in der vergangenen Saison - als Linksverteidiger. "Ich komme auf beiden Positionen sehr gut klar", sagt Bernat, der 2011 sein Profidebüt feierte und insgesamt 74 Pflichtspiele (drei Tore) für Valencia bestritt.

"Er spielt so Fußball, wie er redet"

Für die kommenden fünf Jahre ist Bernat vertraglich an die Bayern gebunden. Sport-Vorstand Matthias Sammer ist sich sicher, in ihm einen Rohdiamanten mit viel Entwicklungspotential verpflichtet zu haben. "Er spielt so Fußball, wie er redet: kurz, knapp, schnell, prägnant", charakterisierte Matthias Sammer den Neuzugang.

In seiner spanischen Heimat wird der in Cullera, wenige Kilometer südlich von Valencia, geborene Außenbahnspieler bereits mit Nationalspieler Jordi Alba verglichen. Prinzipiell habe er Vergleiche nicht so gern, gab Bernat auf Nachfrage von bundesliga.de zu: "Aber es ist schon so, dass wir ähnliche Anlagen haben und beide lange bei Valencia gespielt haben." Nach Albas Wechsel zum FC Barcelona 2012 wuchs Bernat in Valencia schnell in dessen Fußstapfen.

Einer wie Alba als Konkurrenz zu Alaba?

Bis in die Nationalmannschaft hat es der Youngster noch nicht geschafft, doch sein Debüt ist nur eine Frage der Zeit. Ab der U17 durchlief Bernat alle Nachwuchsnationalmannschaften Spaniens. 2010 wurde er mit der U17 Vizeeuropameister, zwei Jahre später feierte er bei der U19-Europameisterschaft den Titelgewinn.

Erfahrung im Gewinnen von Titeln ist bei den Bayern immer ein willkommenes Einstellungskriterium. "Wir erhoffen uns, dass er sich schnell auf der linken Seite adaptiert und er für uns dort ein gestandener Spieler wird", sagte Sammer.

Dabei sieht er Bernat nicht in erster Linie als Konkurrenz zu Stammlinksverteidiger David Alaba. "Wir wollen durch ihn auch die Möglichkeit haben, dass uns David Alaba für andere Positionen zur Verfügung steht", betonte Sammer. "Pep wird die beste Position finden, auf der er für uns das entscheidende Tor schießt oder das entscheidende Tor verhindert." Ein Eintrag in den Geschichtsbüchern des FC Bayern wäre Bernat schnell sicher - zusätzlich zu den Bildern im Familienalbum.

Aus München berichtet Maximilian Lotz