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München - Seine Form ist beängstigend: für alle Gegenspieler! Arjen Robben war der beste Spieler beim atemberaubenden 7:1 des FC Bayern München am Dienstag in der Champions League beim AS Rom, als er zwei Tore schoss und die Italiener vor unlösbare Aufgaben stellte.

Vor dem Topduell in Mönchengladbach spricht Arjen Robben mit bundesliga.de über seine persönliche Form, die hohe Hürde Sonntag im Borussia-Park und noch einmal über die spektakuläre Partie in Rom.

bundesliga.de: Arjen Robben, kann man sagen, dass Sie persönlich derzeit in der Form Ihres Lebens sind?

Arjen Robben: Absolut. Ich fühle mich sehr stark und sehr wohl. In jedem Spiel habe ich unheimlich viel Spaß. Seit knapp zwei Jahren hatte ich mit keiner schweren Verletzung zu kämpfen und das genieße ich. Ein Jahr lang fit zu bleiben tut gut. Es ist ein schönes Gefühl. Nun versuche ich, diesen Level zu halten und den Fußball jeden Tag zu genießen. Das ist sehr wichtig.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Lage in der Bundesliga?

Robben: Mit dem ersten Platz und vier Punkten Vorsprung stehen wir gut da. Wir sind im Soll. Die letzten zwei Spiele waren wir sehr stark und nun wollen wir diese Siegesserie fortsetzen.

bundesliga.de: Jetzt geht es zum Tabellenzweiten.

Robben: Ich freue mich auf dieses Duell. Ich bin auch gespannt. Borussia Mönchengladbach spielt bisher eine starke Hinrunde. Aus der Ferne betrachtet, steht dieses Team weit oben, weil es einen sehr guten Trainer hat. Der Kader ist stark und ausgeglichen und vorne hat die Borussia Stürmer, die jederzeit für die Entscheidung sorgen können. Es handelt sich um eine stabile Mannschaft, die gut organisiert ist. Insofern müssen wir hellwach sein. Es wird interessant.

bundesliga.de: Wenn der FC Bayern im Borussia-Park gewinnt: Wird man dann bereits von einer Vorentscheidung im Meisterkampf sprechen können?

Robben: Nein, es ist noch zu früh in der Saison. Der Weg ist noch lang. Wir müssen nur auf uns schauen und fokussiert bleiben. Wir müssen jederzeit an uns arbeiten und in keiner Weise nachlassen. Es wäre ja gefährlich. In der vergangenen Saison sind wir sehr früh Deutscher Meister geworden und danach haben wir stark nachgelassen. Das wird uns nicht wieder passieren.

bundesliga.de: Mit ein bisschen Abstand: Wie bewerten Sie diesen unglaublichen 7:1-Sieg beim AS Rom in der Champions League?

Robben: Es war für uns alle ein großartiger Abend. Es sind diese Spiele, wofür man Spieler ist. Es war ein überraschendes Ergebnis, denn wir hatten erwartet, dass der AS Rom besser mithält, weil dieses Team derzeit in der italienischen Meisterschaft eine große Rolle spielt. Taktisch waren wir vom Trainer perfekt eingestellt. Alles ist aufgegangen. Auf die Art und Weise, wie wir zur Werke gegangen sind, hatte Rom gar keine Antwort. Wir haben wahnsinnig viel Spaß auf dem Platz gehabt.

bundesliga.de: Ist diese Partie vergleichbar mit dem 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Brasilien? (Infografik: Rekorde zum Jahrhundertspiel)

Robben: Es ist schwer zu vergleichen, denn es sind ganz andere Mannschaften und ein anderer Wettbewerb. Was ähnlich ist, sind die Fans. Sowohl die Brasilianer als nun die Römer waren überrascht, dass ihre Mannschaft im eigenen Stadion derart dominiert wurde. Wenn man nach 35 Minuten mit 0:5 zurück liegt, dann ist es sicherlich eine Art Schock.

bundesliga.de: Gilt die erste Halbzeit im Stadio Olimpico als die Beste, seit Sie beim FC Bayern unter Vertrag stehen, also seit August 2009?

Robben: Es ist auf jeden Fall eine der besten Hälfte. Auch in der vergangenen Saison in der Gruppenphase beim 3:1 gegen Manchester City hatten wir eine Weltklasse-Leistung geboten. Aber auch 2012/13 hatten wir zwei unglaubliche Partien gegen den FC Barcelona (4:0, 3:0) im Halbfinale geliefert. So spät im Wettbewerb hat es noch mehr Bedeutung als in der Gruppenphase, weil der Druck deutlich größer ist. Es waren alles unglaubliche Spiele.

Das Gespräch Alexis Menuge

Robben im aktuellen Interview mit "The Telegraph":

"Ich habe unter van Gaal gearbeitet und jetzt unter Guardiola und ich fühle mich so privilegiert, mit diesen großen Trainern gearbeitet zu haben. Denn es hat mir ganz sicher dabei geholfen, in meiner Karriere nach vorne zu kommen. Als ich Mourinho getroffen habe, war ich noch sehr jung, aber er hat mich mental und taktisch verbessert. Er war sehr fordernd, du konntest bei ihm gar keine Rückschritte machen."

"Ich bin jetzt 30 Jahre alt und mich reizt keine neue Liga. Ich habe schon in England gespielt und in Spanien, aber es hat vor allem mit dem Club zu tun, bei dem ich jetzt bin. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass ich hier noch sehr lange bleiben werde."

"Diese Bayern sind das beste Team, in dem ich jemals gespielt habe."