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Frankfurt - Eintracht Frankfurt zeigt sich beim souveränen 4:0 über Paderborn mal wieder von seiner erfolgreiche Heimseite. In der Rückrunde haben die Hessen vor den eigenen Fans aus vier Spielen schon 10 Punkte geholt und 8:2 Tore geschossen. Auswärts sieht das anders aus.

"Jetzt heißt es wieder für eine Woche Europa League und nächste Woche spielen wir wieder gegen den Abstieg", fasst Bastian Oczipka die momentan ständig wechselnden Stimmungen rund um Eintracht Frankfurt nach dem souveränen Sieg gegen Paderborn zusammen. Die wöchentlich schwankenden Aussichten für die SGE liegen einerseits an der engen Lage der Liga und andererseits an den zwei Gesichtern von Eintracht Frankfurt: Ein erfolgreiches zu Hause und eines mit hohen Niederlagen in der Fremde.

Eine Erklärung dafür versuchte Marc Stendera zu geben: "Zu Hause machen wir weniger Fehler und lassen uns nicht so schnell aus dem Konzept bringen. Wir haben hier eine größere Sicherheit entwickelt, die uns auch in schwierigen Situationen hilft." So hat die Eintracht auch der zwischenzeitliche Ausgleich des HSV beim letzten Heimspiel nicht ins Wanken gebracht. Dagegen führen Gegentore in anderen Stadien momentan regelmäßig zu Zusammenbrüchen der Mannschaft. In den letzten Spielen setzte es herbe Niederlagen gegen Freiburg, Mainz und Köln – mit vielen Gegentoren in kurzer Zeit. Insgesamt hat die Eintracht auf fremden Plätzen nun schon seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen und liegt in der Auswärtstabelle dieser Saison auf Platz 15.

Zweitbester Heimsturm der Liga

Im Gegensatz dazu steht die gute Bilanz in der heimischen Commerzbank Arena. Hier hat sich die Eintracht zu einer Macht entwickelt: Die Adlerträger sind seit sieben Spielen ungeschlagen und haben drei Siege in Folge eingefahren. Das gelang in der Bundesliga zuletzt 2007 unter Trainer Friedhelm Funkel (Topdaten zum Spiel). In dieser Saison hat die SGE mit 24 Punkten schon jetzt mehr Zähler zu Hause geholt, als in allen Heimspielen der letzten Saison zusammen. Da waren es insgesamt nur 20 Punkte. Zudem zeigen sich die Frankfurter vor den eigenen Fans sehr treffsicher und liegen mit 28 Heimtoren in dieser Disziplin auf Platz zwei der Liga.

So stand nach dem abgeklärten Sieg gegen Paderborn auch das Positive im Mittelpunkt und der Blick auf die unterschiedliche Ausbeute zu Hause und in der Fremde konnte die gute Stimmung nach dem abgeklärten Sieg gegen Paderborn nicht trüben. "Wir sind sehr zufrieden. Unsere Aktionen nach vorne waren heute sehr konzentriert und wir haben hinten kaum etwas zugelassen", analysierte Trainer Thomas Schaaf das Spiel seiner Mannschaft.

Nun auch auswärts überzeugen

Und auch die Spieler waren zufrieden und sahen Verbesserungen. "Wir haben heute eine gute Entwicklung gezeigt", sagte Oczipka, "wir haben den Ball länger gehalten und mehr über die 6er gespielt. Das hat uns mehr Ruhe gegeben." Dank dieser Spielweise zeigte die Eintracht ein souveränes Spektakel – vorne eiskalt verwandelnd und hinten sicher stehend. "Wir haben heute nichts zugelassen und dann haben wir nachgelegt", fasste Torschütze und Vorlagengeber Marc Stendera den Ablauf des Spiels zusammen.

Diese Spielweise wollen die Frankfurter nun endlich auch auswärts zeigen: Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich für die Adlerträger nächste Woche beim Tabellenletzten VfB Stuttgart. Bei einem Erfolg in der Fremde wäre es jedenfalls erstmal vorbei mit den wechselnden Stimmungen bei Eintracht Frankfurt. Dann wären die Hessen nach hinten abgesichert und könnte tatsächlich die internationalen Plätze ins Visier nehmen.

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius