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Nach zwei Siegen in den vergangenen drei Spielen wittert Rot-Weiß Oberhausen wieder Morgenluft im Kampf gegen den Abstieg. Einer der Leistungsträger im Team der "Kleeblätter" ist Moritz Stoppelkamp.

Seit Monaten in Topform, traf der Angreifer allein in drei der vergangenen vier Spiele fünf Mal ins Schwarze. Auch wenn gegen den KSC am 27. Spieltag ein anderer Matchwinner für RWO war, blickt Stoppelkamp im Interview mit bundesliga.de auf das Spiel zurück.

Er spricht über das anstehende Auswärtsspiel beim SC Paderborn, erklärt, was er von sich und seinen Mitspielern in diesem und den folgenden Spielen erwartet, und verrät, warum er in dieser Saison endlich den Durchbruch geschafft hat.

bundesliga.de: Herr Stoppelkamp, gegen den KSC feierte Oberhausen den zweiten Sieg im dritten Spiel. Was war ausschlaggebend für den "Dreier"?

Moritz Stoppelkamp: Es war kein hochklassiges Spiel. Wir haben in dieser Saison schon viel bessere Spiele gezeigt. Vor allem in den vergangenen Wochen. Allerdings haben wir da nicht immer gewonnen. Wie zum Beispiel auf St. Pauli. Da haben wir echt stark gespielt. Gegen Karlsruhe hat man halt gesehen, dass es von unserer Seite aus Abstiegskampf pur war. Jeder hat gekämpft, malocht und ist gelaufen und gerannt. So haben wir uns das nötige Glück erarbeitet. So muss das auch sein im Abstiegskampf. Das waren dreckige drei Punkte!

bundesliga.de: Sie haben es schon angesprochen. In St. Pauli wäre sicher mehr drin gewesen. Hat die Mannschaft diese Tatsache mit ins Training einfließen lassen und verbissener trainiert?

Stoppelkamp: Wir haben unglücklich gegen St. Pauli verloren. Vor uns hat diese Saison noch keine Mannschaft drei Tore auf St. Pauli gemacht. Das hat uns ein bisschen Mut eingeflößt. Wir wissen was wir können und haben daher weiter ganz normal gearbeitet. Wir haben in den vergangenen Wochen konstant gut gespielt und den einen oder anderen Punkt mitgenommen.

bundesliga.de: Der Sieg gegen Karlsruhe hat Oberhausen ein kleines Polster im Abstiegskampf gegeben. Lässt es sich mit fünf Zählern Vorsprung auf Platz 16 leichter arbeiten?

Stoppelkamp: Fünf Punkte sind bei der Drei-Punkte-Regel nicht viel. Sollten wir das nächste Spiel verlieren und Frankfurt gewinnen, dann wird es wieder ganz eng. Von daher dürfen wir uns auf darauf nicht ausruhen und müssen weiter Gas geben. Wir müssen auch in den kommenden Spielen unser Können abrufen. Nur so können wir bestehen. Wenn wir uns jetzt ausruhen würden, würden wir uns ganz schnell unter der Linie wiederfinden.

bundesliga.de: Nun geht es zu Aufsteiger Paderborn. Seit Anfang Oktober hat RWO aber auswärts nicht mehr gewonnen. Warum schwächelt Oberhausen in der Fremde so sehr? Und was ist gegen den SCP möglich?

Stoppelkamp: Wenn wir wissen würden, warum wir auswärts nicht mehr gewinnen können, dann hätten wir das sicher schon längst abgestellt. Aber ich bin ganz guter Dinge, dass wir in Paderborn etwas Zählbares mitnehmen werden. In den vergangenen Wochen ist ein absoluter Aufwärtstrend bei uns zu erkennen. Wenn die Einstellung stimmt, wenn wir kompakt stehen und einfach die Grundsätze des Fußballs beherzigen, dann haben wir eine gute Chance, drei Punkte mitzunehmen. Paderborn steht sozusagen im Niemandsland der Tabelle. Bei uns hingegen geht es auch um Existenzen. Das muss der Gegner auf dem Platz auch einfach spüren.

bundesliga.de: Nach zwölf Spielen stand RWO noch auf Platz 6. Dann begann eine bittere Durststrecke für Oberhausen. Was lief zu jener Zeit schief?

Stoppelkamp: Sicherlich haben wir bei manchen Spielen gedacht, es würde von alleine gehen. Wir haben plötzlich nicht mehr das umgesetzt, was uns nach dort oben gebracht hatte. Wir haben gedacht, wir könnten alles spielerisch lösen. Das hat leider nicht geklappt. Das war dann so ein Prozess, der sich in Gang setzte. Dann kam Pech hinzu. Wir haben viele Spiele einfach durch individuelle Fehler verloren. Plötzlich gerät man in solch einen Strudel. Zum Glück sind wir wieder raus aus dieser Negativserie.

bundesliga.de: Nach dem Paderborn-Spiel in der Hinrunde begann jene Talfahrt. Gegen all die Gegner, gegen die RWO damals nicht gewinnen konnte, geht es in den kommenden Wochen noch einmal. Ist da Wiedergutmachung angesagt?

Stoppelkamp: Auf jeden Fall. Da müssen wir auf jeden Fall beweisen, dass die Hinspielergebnisse nicht mit unserem wahren Leistungsvermögen übereinstimmen. Aber erst einmal mache ich mir nur Gedanken über das Spiel in Paderborn. Wir schauen weiter Woche für Woche. Die Punkte, die wir in der Hinrunde haben liegenlassen, die wollen wir aber natürlich dann holen.

bundesliga.de: Trotz der schwierigen Situation läuft die Saison für Sie richtig gut. Acht Mal trafen sie bereits, allein fünf Mal zwischen dem 24. und 26. Spieltag. Sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung in Ihrer zweiten Saison in der 2. Bundesliga zufrieden?

Stoppelkamp: Ja. Aber man kann sich immer weiterentwickeln. Es war nicht vorhersehbar, dass es so gut für mich laufen würde in dieser Saison. Ich hab zwar immer an meine Stärke geglaubt, habe aber nie das abgerufen, was ich wirklich kann. Ich habe dann mein Spiel umgestellt. Ich spiele jetzt gradliniger nach vorne und effektiver. Und seither läuft es auch. Irgendwann wird harte Arbeit belohnt. Das ist dieses Jahr Gott sei Dank der Fall. Aber ich werde weiter Gas geben und alles dafür tun, damit wir in der 2. Bundesliga bleiben.

Das Gespräch führte Sebastian Stolz