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München - Nach der besten Saison der Vereinsgeschichte laufen die Planungen für die neue Spielzeit beim 1. FSV Mainz längst auf Hochtouren. Acht Wochen vor dem Auftakt haben die Rheinhessen schon sieben neue Spieler verpflichtet. Dennoch kommt mit Adam Szalai die vielleicht wichtigste Verstärkung von der Krankenstation.

Bis dahin muss man sich in Mainz aber wohl weitere Monate gedulden. Aufgrund eines Kreuz- und Außenbandrisses im rechten Knie, erlitten beim 1:0-Sieg im Derby beim 1. FC Kaiserslautern am 29. Januar, muss der 23-Jährige bereits seit beinahe einem halben Jahr pausieren.

"Werden alle Geduld brauchen"

Während seine Mannschaftskameraden den Urlaub genießen, schuftet Szalai daher Tag für Tag in der Reha für sein Comeback. Trainer Thomas Tuchel erwartet die Rückkehr seiner "Nummer 28" jedoch erst "spät in der Hinrunde".

"Und wenn mir heute einer sagen würde, dass er nach der Winterpause wieder völlig beschwerdefrei in die Vorbereitung einsteigen kann, dann würde ich das sofort unterschreiben. Wir werden alle Geduld brauchen", meinte der Chefcoach zur "Rhein-Zeitung".

Szalai in Bances Fußstapfen

Dabei hatte Szalai vor der schweren Blessur gerade erst angefangen, seinen enormen Wert für das überfallartige Mainzer Angriffsspiel unter Beweis zu stellen.

Im Winter 2010 auf Leihbasis von Real Madrids Reserveteam zu den "05ern" gewechselt, gab der 1,93-Meter-Hüne in der anschließenden Rückrunde meist nur den Ein- oder Auswechselspieler. Erst mit dem Abschied von Aristide Bance im vergangenen Sommer avancierte Szalai allmählich zum festen Bestandteil der Stammelf.

Kompletter Stürmer

In den ersten 20 Partien der abgelaufenen Saison netzte der Ungar vier Mal selbst ein, wobei die Mainzer jedes Mal als Sieger vom Platz gingen. Außerdem bereitete der beidfüßige Szalai als zentrale Anspielstation in vorderster Front drei weitere Treffer der "05er" vor.

Dank seiner wuchtigen Statur ist der Nationalspieler absolut prädestiniert für die Rolle als alleiniger Stoßstürmer: Rund 40 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind einerseits ein deutliches Indiz für Szalais Robustheit.

Großes Potenzial

Trotzdem verfügt der gebürtige Budapester andererseits auch über eine feine Technik, weiß den Ball entweder selbst zu verwerten oder genauestens weiterzuleiten. Immerhin kamen 70 Prozent seiner Pässe beim Mitspieler an.

Daran muss der Rekonvaleszent nach seiner schweren Verletzung anknüpfen. Dass die Verantwortlichen des FSV auf den Torjäger setzen, steht außer Frage: Denn Torgefährlichkeit, Zweikampfstärke und Spielverständnis - mehr kann man von einem Stürmer eigentlich kaum verlangen. Zumal Szalai die Zukunft mit Anfang 20 definitiv noch vor sich hat und sich weiter steigern dürfte.

Stefan Missy

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