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Hamit Altintop wurde wie sein Zwillingsbruder Halil in Gelsenkirchen geboren, ist im "Pott" aufgewachsen und absolvierte für den FC Schalke 04 seinen ersten Bundesliga-Einsatz. Am 2. August 2003 stand der Türke ausgerechnet im Derby gegen Borussia Dortmund in der Startformation und feierte mit zwei Treffern einen denkwürdigen Einstand.

Zur Saison 2007/08 wechselte Altintop zum deutschen Rekordmeister FC Bayern. Der schussgewaltige, lauf- und kampfstarke Mittelfeldspieler etablierte sich beim Club von der Säbener Straße, kam in drei Jahren allerdings auch verletzungsbedingt nur auf 47 Bundesliga-Einsätze.

Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Unter dem seit der aktuellen Spielzeit amtierenden Trainer Louis van Gaal hat der Stellenwert des türkischen Nationalspielers etwas gelitten, hinter Superstar Arjen Robben ist er oft nur zweite Wahl. Im Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den englischen Meister Manchester United stand Altintop jedoch in der Startelf und überzeugte beim 2:1-Erfolg der Bayern mit einer starken Leistung.

Am Samstag tritt er nun mit den Münchenern zum zweiten Mal innerhalb von nicht mal zwei Wochen in der Gelsenkirchener Heimat zum Spitzenspiel gegen Tabellenführer Schalke 04 an.

Im Halbfinale des DFB-Pokals am 24. März konnten sich die Bayern nach Verlängerung knapp mit 1:0 durchsetzen. Bei zwei Punkten Rückstand in der Tabelle braucht der Rekordmeister möglichst einen erneuten Sieg in der Veltins-Arena, um den Abstand nicht noch größer werden zu lassen. "Wir werden es auch dieses Mal wieder schaffen", gibt sich Altintop im Interview mit bundesliga.de selbstbewusst.

bundesliga.de: Herr Altintop, erstmal Glückwunsch zum 2:1-Sieg in der Champions League gegen Manchester. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Hamit Altintop: Das Spiel war extrem gut im Vergleich zu unseren Auftritten in den vergangenen Wochen. Wir waren sehr gut geordnet. Man hat gemerkt, dass wir als Einheit, als Mannschaft auf dem Platz standen.

bundesliga.de: Gibt Ihnen der Erfolg über die "Red Devils" zusätzliches Selbstvertrauen für die Aufgaben in der Bundesliga?

Altintop: Ja. Wir haben gegen ManU ein Zeichen gesetzt. Wenn wir mit unserer Leistung gegen Schalke am Samstag dort anknüpfen, wo wir gegen Manchester aufgehört haben, haben wir gute Chancen. Wir haben die Schalker schon im DFB-Pokal-Halbfinale bezwungen (1:0 nach Verlängerung, Anmerk. d. Red.). Das werden wir auch dieses Mal schaffen.

bundesliga.de: Sie sprechen die Partie gegen den Tabellenführer an. Rechnen Sie erneut mit Ihrem Einsatz?

Altintop: Ich hoffe es! Aber entscheidend ist, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Mein Anspruch ist, immer zu spielen. Das habe ich gegen Manchester gezeigt - über das andere mache ich mir keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf meine Leistung. Das mag egoistisch klingen, aber nur wenn ich meine Leistung bringe, kann ich der Mannschaft auch helfen.

bundesliga.de: Ist die Partie am Samstag auf Schalke ein vorweggenommenes Endspiel um die Schale?

Altintop: Wir haben alles selbst in der Hand. Klar hätte Schalke bei einem Sieg am Samstag fünf Punkte Vorsprung auf uns, daher ist die Partie schon eine Art Finale. Wichtig ist aber nur, dass wir unsere Arbeit erledigen.

bundesliga.de: Haben Sie neben Schalke auch Leverkusen noch auf der Rechnung im Meisterschaftskampf?

Altintop: Ich denke, dass die Leverkusener die letzten Wochen extrem geschwächelt haben. Ich weiß nicht, ob sie sich davon noch mal erholen können.

bundesliga.de: Warum passiert Ihnen kein erneuter Ausrutscher wie bei den Niederlagen gegen Frankfurt und Stuttgart?

Altintop: Klar ist, dass wir uns nicht mehr so viele Fehler erlauben dürfen. Aber wir schauen nur nach vorne, nicht zurück. Im Endspurt müssen wir jetzt alles geben, die entscheidenden Akzente setzen und die Punkte einfahren. Nur so können wir unsere Ziele auch erreichen.

bundesliga.de: Wie wollen Sie die Schalker packen?

Altintop: Wir haben in dieser Saison bereits mehrmals gezeigt, dass wir in den Situationen, in denen wir gefordert waren, unsere Leistung gebracht und unsere Spiele gewonnen haben. Das gibt uns Hoffnung. Aber wir wissen auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

bundesliga.de: Es sind derzeit die "Wochen der Wahrheit" für den FCB. Wie gehen Sie als Spieler mit diesem Dauerdruck um?

Altintop: Der Druck ist relativ. Wir wollen Meister werden, und wenn du Meister werden willst, musst du gewinnen. So einfach ist das.

Das Gespräch führte Denis Huber