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München - Die Fans zählen schon die Tage herunter und können es kaum erwarten: Nachdem sich die deutsche Nationalelf bei der WM in Brasilien den vierten Stern sicherte, fiebert ganz Fußball-Deutschland dem Saisonstart in der Bundesliga regelrecht herbei. Dass eine ganz besondere Spielzeit ins Haus steht, wird durch verschiedene Fakten deutlich. bundesliga.de sagt, worauf wir uns besonders freuen dürfen...

Neue Spannung

Nachdem der FC Bayern in den beiden vergangenen Spielzeiten deutlich überlegen war und der Titelkampf schon vorzeitig entschieden wurde, deutet vieles darauf, dass es dieses Mal wieder knapper zugehen wird. Gegen eine neuerlichen Durchmarsch des Rekordmeisters spricht allein schon die Tatsache, dass die Münchener im Anschluss an eine Weltmeisterschaft oft Probleme hatten. Nach den vergangenen beiden Titelkämpfen wurden die Bayern nicht Meister, sondern landeten nur auf den Plätzen drei (2010/11) bzw. vier (2006/07). Nach dem Gewinn des WM-Titels 1974, bei dem der FCB wie auch nun das Gerüst der Nationalelf stellte, sprang am Ende gar nur Rang zehn heraus.

Die Konkurrenz rüstet auf

Sollten die Bayern tatsächlich schwächeln, gäbe es gleich vier Rivalen, die zur Stelle sein könnten. Borussia Dortmund musste zwar Top-Stürmer Robert Lewandowski nach München ziehen lassen, doch mit Ciro Immobile, Adrian Ramos und Dong-Won Ji wurde im Angriff gleich dreifach nachgebessert. Zudem kam Mega-Talent Matthias Ginter aus Freiburg für die Innenverteidigung. Schalke 04 verlor keinen Stammspieler und hat mit Sidney Sam und Maxim Choupo-Moting jetzt mehr Optionen im Angriff. Leverkusens neues Ass im Ärmel ist Standard-Experte Hakan Calhanoglu, während Wolfsburg nicht zuletzt mit Aaron Hunt oben angreifen will.

Neuland für Paderborn

Mit dem SC Paderborn gibt es wieder einen echten Neuling, die Ostwestfalen sind der 53. Verein der Bundesliga-Geschichte. Statistisch gesehen sind die Chancen gar nicht schlecht, dass die Elf von Trainer Andre Breitenreiter den Klassenerhalt schafft: Von den vorherigen drei Neulingen ist nur Greuther Fürth gleich wieder abgestiegen (2012/13), der FC Augsburg und die TSG Hoffenheim halten sich seit ihrem Aufstieg (2011 bzw. 2008) in der Bundesliga.

Großer Torhunger

Die Anzahl der Tore ging in den vergangenen Jahren stetig nach oben. Nach 875 Treffern in der Spielzeit 2011/12 und 898 in der Saison 2012/12 waren es im Vorjahr 967 - so viele wie seit 27 Jahren nicht mehr. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte kommende Saison vielleicht erstmals seit der Spielzeit 1984/85 wieder die 1000-Tore-Marke geknackt werden (damals fielen 1074 Treffer). Ein Grund für die Vielzahl an Treffern ist, dass auf Sieg gespielt wird: Vergangene Saison endeten nur 21 Prozent aller Spiele unentschieden (64 von 306). Nur in fünf Spielzeiten war der Anteil niedriger. So darf es weitergehen.

Neue Stars für die Bundesliga

Acht WM-Teilnehmer wechselten vor der neuen Saison in die Bundesliga: Die Schweizer Yann Sommer (Mönchengladbach), Roman Bürki (Freiburg) und Valentin Stocker (Hertha), die Chilenen Gonzalo Jara (Mainz) und Miiko Albornoz (Hannover), der Italiener Ciro Immobile (Dortmund), der Grieche Stefanos Kapino (Mainz) sowie der Bosnier Izet Hajrovic (Bremen). Desweiteren dürfen sich die Fans auf Stars wie den Niederländer John Heitinga (Hertha BSC), den Spanier Juan Bernat (FC Bayern), den Brasilianer Wendell (Leverkusen), den Belgier Thorgan Hazard (Bruder von Chelsea-Star Eden Hazard/Mönchengladbach) oder den Slowenen Tim Matavz (Augsburg) freuen.

Der ewige Pizarro

Rekord-Ausländer Claudio Pizarro bleibt der Bundesliga erhalten. "Piza", der im Oktober 36 Jaher alt wird, liegt mit 176 Treffern auf Rang neun der ewigen Torschützenliste und könnte nun noch einmal einen großen Sprung nach vorne machen. Zum fünftplatzierten Ulf Kirsten (182) fehlen ihm nur sechs Tore, dazwischen liegen noch Stefan Kuntz (179) sowie Klaus Allofs und Dieter Müller (je 177). In der vergangenen Spielzeit netzte Pizarro zehn Mal ein, obwohl er nur in 17 Spielen eingesetzt wurde.

Fair geht vor

Die Anzahl der Fouls sank in den vergangenen Jahren konstant und erreichte 2013/14 einen neuen historischen Tiefstand seit Beginn der Datenerfassung (9025, macht im Schnitt 29 pro Partie). Die Zahl der Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten bewegte sich hingegen auf dem Niveau der Vorjahre. Wenn nötig, griffen die Schiedsrichter also durch und zeigten den Spielern ihre Grenzen auf, womit sie zweifelsohne auch ihren Anteil an den insgesamt wenigen Fouls hatten. Rüde Attacken wie bei der WM an Neymar gab es in den letzten Jahren in der Bundesliga so gut wie gar nicht.

Die Fans strömen

Trotz der frühen Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft hatte die Bundesliga in der vergangenen Saison den zweihöchsten Zuschauerschnitt ihrer Geschichte (42.609 pro Partie). Diese Marke könnte in der kommenden Spielzeit trotz des kleinen Stadions in Paderborn (Kapazität von 15.000) steigen. Die Arenen der Aufsteiger in Köln und Paderborn haben ein Fassungsvermögen von zusammen 65.000 Zuschauern, die Absteiger Nürnberg und Braunschweig kamen 2013/14 zusammen auf einen Schnitt von 63.200. In Köln wird seit jeher die Euphorie groß geschrieben, eine echte Stimmungs-Bude ist zurück.

Angriff im Europapokal

Am Gewinn der Weltmeisterschaft durch die DFB-Auswahl werden sich nun auch die deutschen Vereine messen lassen müssen. In der Champions League erreichten vergangene Saison erstmals alle vier deutschen Teilnehmer das Achtelfinale. Das gilt es zu wiederholen. In der Europa League war das Abschneiden schwächer (Stuttgart scheiterte in der Qualifikation, Freiburg in der Gruppenphase, Frankfurt im Sechzehntelfinale) - das kann 2014/15 eigentlich nur besser werden.