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Hannover - Mit einem sehenswerten Seitfallzieher sicherte Valentin Stocker der Berliner Hertha einen wichtigen Auswärtspunkt am Freitagabend bei Hannover 96 (Spielbericht). Hertha BSC ist damit seit nunmehr sechs Bundesliga-Spielen ungeschlagen (drei Siege, drei Remis) und nähert sich dem Ziel Klassenerhalt.

Einen großen Anteil am Aufschwung der Blau-Weißen hat auch Stocker, der nach anfänglichen Schwierigkeiten in Berlin langsam aber sicher zu einer wichtigen Stütze im Spiel der Hertha wird und sein Phlegma überwunden hat. Der Neuzugang vom FC Basel bestätigt seine gute Form jetzt auch mit Toren. Nach seinem Debüttreffer am vergangenen Spieltag gegen Paderborn traf der Schweizer gegen Hannover erneut. Dieses Mal spektakulär per Seitfallzieher.

Frage: Herr Stocker, was haben Sie gedacht als der Ball nach der Ecke auf Sie zukam?

Stocker: Keine Ahnung. Am besten ist es im Fußball, wenn man in bestimmten Situationen nicht nachdenkt. Ich habe einfach probiert den Ball mit vollem Risiko zu nehmen und dachte vielleicht, dass er abgefälscht wird oder zumindest Richtung Tor geht. Ich habe nicht mal gesehen, wie er reingegangen ist.

Frage: Haben Sie bewusst auf den zweiten Ball spekuliert?

Stocker: Ja, ich habe auf den Abpraller gewartet. Ich bin ja nicht der Größte (1,79m). Außerdem haben wir im Team zwei, drei Jungs, die sehr groß sind. Hannover aber hat fünf, sechs Spieler, die alle über 2,50 Meter sind, von dem her ist es schwierig bei Ecken etwas auszurichten. Deshalb lauere ich auf die zweiten Bällen und dann muss man volles Risiko gehen.

Frage: In der ersten Halbzeit gab es eine elfmeterreife Situation mit Christian Schulz und Ihnen. Wie haben Sie die Situation gesehen?

Stocker: Man hat meine Reaktion nach dieser Szene gesehen. Ich glaube, daher erübrigt sich diese Frage.

Frage: Wie oft haben Sie ein derart schönes Tor schon geschossen?

Stocker: Ich schätze so zwanzig Mal (lacht). Nein. Ich werde oft schon etwas hochgenommen von meinen Ex-Spieler vom FC Basel, dass ich eigentlich nicht so schöne Tore schieße. Deshalb freut es mich umso mehr, dass ich heute meinen Ex-Kollegen eine SMS schreiben kann, dass sie sich das Tor anschauen sollen.

Frage: Die Hertha ist seit sechs Spielen unter Trainer Pal Dardai ungeschlagen. Genau in dieser Zeit läuft es für Sie nach anfänglichen Schwierigkeiten auch besser. Ist das ein Zufall?

Stocker: Das weiß ich nicht. Wir als Team machen es recht ordentlich in letzter Zeit. Trotzdem denke ich, dass wir noch zwei, drei Punkte holen müssen, um sicher zu sein. Vor allem in der Defensive stehen wir extrem gut und wir haben in der Offensive die Qualität schnell umzuschalten und kommen dann immer wieder zu Torchancen. Das ist momentan auch der einzige Weg, wie wir Fußball spielen wollen, denn wir können ja nicht nochmal vier Wochen ins Trainingslager gehen.

Frage: Gibt diese Sicherheit in der Defensive auch mehr Vertrauen im Spiel nach vorne?

Stocker: Klar, das ist sicher so. Wir können vorne mal etwas riskieren und das Witzige am Fußball ist, dass es in solchen guten Phasen dann auch gelingt. Es ist schon toll, wie die Jungs das in der Abwehr derzeit machen. Dickes Lob ans Team. Wenn die Teamkollegen hinten nicht so sicher stehen würden, dann hätten wir es vorne auch nicht so einfach.

Frage: Die Hertha hat derzeit einen Lauf. Was wäre möglich gewesen, wenn Ihr als Team von Beginn der Saison an so gespielt hättet?

Stocker: Das ist Utopie. Wir sind im Moment einfach glücklich, dass es so gut läuft.

Aus Hannover berichtet Alexander Barklage