Zusammenfassung

  • Hoffenheim ist bereits seit 21 Spielen in Folge zuhause ungeschlagen.

  • 14 Punkte aus sechs Partien sind Startrekord für die TSG in der Bundesliga.

  • Hoffen auf den ersten Europacup-Sieg der Clubgeschichte.

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Sinsheim. Die TSG 1899 Hoffenheim bricht mit Trainer Julian Nagelsmann mal wieder Rekorde: Der 2:0-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 baut die Serie von ungeschlagenen Heimspielen auf 21 aus und mit nun 14 Punkten aus sechs Spielen ist die TSG so gut wie noch nie in eine Bundesliga-Saison gestartet.

Aber es war ein Kraftakt für die "Nagelsmänner", Schalke verlangte ihnen in einem "komplizierten Spiel" (Nagelsmann) alles ab und vergab in einer dominant geführten zweiten Halbzeit mehrfach die Chance auf den Ausgleich. Am Ende aber entschied Lukas Rupp mit seinem 2:0 die Partie sehr spät in der Nachspielzeit. Die Erleichterung war riesig, die Erschöpfung nach der vierten englischen Woche in der noch jungen Saison aber auch.

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Nach dem Schlusspfiff ließen sich viele Spieler erst einmal auf den Boden fallen, so wie nach einem Pokalspiel am Ende einer Saison, wenn die Kräfte aufgebraucht sind. Schon vergangenen Mittwoch hatten die Hoffenheimer eine spektakuläre Aufholjagd in Mainz erst in der Nachspielzeit und nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 für sich entschieden. Die TSG ist weiter ungeschlagen in der Bundesliga und hat sich dank einer "außergewöhnlichen Mentalität" (Kapitän Kevin Vogt) erst einmal in der Spitzengruppe der Bundesliga festgesetzt.

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Nagelsmann glaubt, dass es sicher Phasen in dieser Saison geben werde, in denen seine Elf solche Spiele nicht gewinnen werde: "Aber wir nehmen die Punkte gerne mit, die kann uns keiner mehr nehmen." Mit dieser guten Punkteausbeute schaffte sich die TSG angesichts der Dreifachbelastung in Liga, Pokal und Europapokal eine hervorragende Ausgangsposition vor den vielen englischen Wochen auf den tiefen Böden des kommenden Herbstes. Die Terminhatz ist groß und die hohe Belastung fordert auch schon Tribut.

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Abwehrspieler Ermin Bicakcic fällt mit einer Teilruptur des rechten Kreuzbandes im Knie für den Rest der Vorrunde aus. Und Kreativspieler Kerem Demirbay steht mit Muskelfaserriss sicher für die beiden kommenden Spiele vor der Länderspielpause - am kommenden Donnerstag in der Europa-League in Bulgarien bei Ludogorez Razgrad und in der Bundesliga drei Tage später in Freiburg - nicht zur Verfügung. Gegen Schalke humpelte zudem Achter Nadiem Amiri mit einer Fußprellung vom Platz. Bei Amiri hofft Nagelsmann, dass die Verletzung keine lange Ausfallzeit nach sich zieht.

"Mentalität geht vor Qualität in Phasen großer Beanspruchung." Julian Nagelsmann, Trainer TSG 1899 Hoffenheim

Endlich werden die knappen Spiele gewonnen

Nach dem Spiel gegen Schalke genossen die Hoffenheimer aber erst einmal ihren gelungenen Liga-Saisonstart und feierten mit ihren Fans in der ausverkauften Arena ausgiebig. Diese TSG hat unter Nagelsmann eine Wandlung durchgemacht: Vor Nagelsmann verloren die Hoffenheimer enge Spiele regelmäßig, nun gewinnen sie regelmäßig Punkte in Partien, die in beide Richtungen laufen können. Gerade in Phasen hoher Belastung könne man nicht immer fußballerisch Spiele gewinnen, sagt der 30 Jahre junge Trainer, der sich in der vergangenen Saison robuste Spieler wie Vogt, Benjamin Hübner oder Sandro Wagner dazuholte, um mehr Körperlichkeit in das Spiel seiner Elf zu bringen.

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"Mentalität geht vor Qualität in Phasen großer Beanspruchung", sagt Nagelsmann, der im bisherigen Saisonverlauf schon 22 Spieler in der Startelf brachte und viel rotiert. In der Bundesliga sind die Badener so bisher immer noch ungeschlagen. Nun wird es Zeit, auch den ersten Europapokalsieg in der Clubgeschichte einzufahren. Am kommenden Donnerstag in Bulgarien soll es soweit sein. Bis dahin sollte eines der laufstärksten Teams der Liga wieder erholt sein.

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Das erste Aufeinandertreffen der beiden ehemaligen Hoffenheimer Jugendtrainer Nagelsmann und Tedesco in der Bundesliga entschied also der Cheftrainer der TSG für sich. Aber das blieb Randnotiz und lieferte für Nagelsmann, der den gemeinsamen Trainerlehrgang als Zweitbester hinter dem Klassenbesten Tedesco abgeschlossen hatte, kein Grund für ein Triumphgefühl. Er gab zu, dass der Sieg nicht unbedingt "verdient" gewesen sei, weil Schalke einen "sehr guten Plan" gehabt habe. Und die Herausforderungen werden nicht kleiner für seine Auswahl, Nagelsmann weiß: Seine Elf steht noch vor harten Wochen und schweren Prüfungen. Aber der gelungene Start in die Liga ist ein gutes Pfand für die Zukunft.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter