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München - Wenn der FC Bayern am Sonntag auf den FC Schalke 04 trifft, geht es primär darum, welches Team den Anschluss zum Borussen-Duo aus Dortmund und Gladbach halten kann. Doch abseits des Geschehens um den Titelkampf kommt es auch zu einem besonders prickelnden Duell zweier Superstars.

Mario Gomez und Klaas-Jan Huntelaar streiten ganz nebenbei um die Torjägerkanone - beide haben derzeit 18 Treffer auf dem Konto. bundesliga.de nimmt die beiden Top-Stürmer genau unter die Lupe und zeigt die jeweiligen Stärken auf.

Knackt einer die 30-Treffer-Marke?

Dass die momentane Ausbeute durchaus historische Dimensionen hat, beweist ein Blick in die Geschichtsbücher: Ein Spitzenduo in der Torschützenliste mit so vielen Treffern nach 22 Spieltagen gab es zuvor letztmals in der Saison 1977/78 - damals kamen Gerd (FC Bayern) und Dieter Müller (1. FC Köln) ebenfalls auf jeweils 18 Tore.

Rechnet man die Torfrequenz von Gomez und Huntelaar für die restliche Spielzeit hoch, kämen beide auf insgesamt 29 Treffer. Falls es noch mehr werden sollten, wäre das eine echte Ansage: Der letzte Spieler mit mindestens 30 Toren war Dieter Müller 76/77 (34 Treffer). Gleich zwei Spieler mit 30 oder mehr Toren gab es in der Bundesligageschichte erst ein Mal, als Jupp Heynckes und Gerd Müller 1973/74 jeweils genau 30 Mal trafen.

Dabei hat der S04-Stürmer nach seinem "Doppelpack" gegen Hannover schon mal ein Signal Richtung Gomez gesandt: "Klar will ich noch mehr treffen als Gomez. Ich freue mich natürlich, dass ich ganz oben in der Torjägerliste stehe", sagte Huntelaar der "Bild". Ziel sei ganz klar Platz 1 der Torjägerliste: "Ich will Gomez überholen." Und er ist in Top-Form: In der Europa League schoss der "Hunter" den FC Schalke im Alleingang zum 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen Viktoria Pilsen und damit ins Achtelfinale.

Gomez bevorzugt das rechte untere Eck

Die beiden Torjäger ähneln sich in ihrer Spielweise. Beide sind im Abschluss mit allen Körperteilen gefährlich, wobei sie als Rechtsfüßer den Ball vorzugsweiße mit dem rechten Schlappen verwerten (Huntelaar 19, Gomez 9), Dass sie es auch mit Links (Huntelaar 4, Gomez 5) und per Kopf (Huntelaar 4, Gomez 3) können, haben sie nicht erst in der aktuellen Saison bewiesen. Beide sind zudem eiskalt vor dem gegnerischen Tor: Während Gomez 23 Großchancen hatte und davon 56,5 Prozent verwertete, schaffte der "Hunter" sogar bei 21 Großchancen 61,9 Prozent.

Kleine Unterschiede gibt es beim Torabschluss dennoch: Gomez bevorzugt es, den Ball flach über die Linie zu befördern und platziert ihn gerne auf der von ihm aus rechten Seite - zehn der 18 Tore schlugen dort ein, nur sechs auf der linken Seite. Auch Huntelaar hält den Ball gerne flach, visiert aber vor allem das linke untere Eck. Bei einem Drittel seiner Tore schlug der Ball genau dort unten ein.

Huntelaar agiert mannschaftsdienlicher

Der Schalker Angreifer agiert außerdem mannschaftsdienlicher als Gomez. Huntelaar lief im Schnitt pro 90 Minuten über einen Kilometer mehr als der Bayern-Stürmer und bereitete vier Treffer vor, Gomez erst zwei. Bei den Torbeteiligungen ist der Niederländer seinem deutschen Kollegen demnach leicht voraus: Huntelaar ist der Topscorer der Liga (22), Gomez folgt hier auf dem 2. Platz (20).

Auf den Flügeln treiben sich weder Gomez noch Huntelaar herum, sie sind absolute Zentrumsstürmer. Gomez schlug im Saisonverlauf erst sechs Flanken, Schalkes Sturmstar nur eine mehr. Beide Angreifer kommen zudem mit wenigen Ballkontakten aus (Gomez im Schnitt 32 pro Partie, Huntelaar 35).

In der Rückrunde hatte Huntelaar bislang kleine Vorteile gegenüber Gomez: Der 28-Jährige traf öfter (3:2), gab mehr Torschüsse ab (16:12) und hatte mehr Großchancen (5:4) als der Bayern-Star. Aber an dieser Statistik kann Gomez ja am Sonntag arbeiten.