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Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen ist weiterhin die Elf der Stunde. Mit dem locker herausgespielten 4:0-Sieg gegen Hannover 96 stellte die Werkself den Vereinsrekord aus dem Jahr 2001 von sieben Erfolgen in Serie ein. Die Rheinländer verdrängten damit Borussia Mönchengladbach von Platz 3 und gehen nun voller Selbstvertrauen in die letzten fünf Spiele.

Zudem ist endlich auch bei Stefan Kießling wieder der Knoten geplatzt. Der Mittelstürmer traf in den letzten drei Partien vier Mal und stellte sich gut gelaunt zum Interview.

Frage: Stefan Kießling, Glückwunsch zum 4:0-Erfolg gegen Hannover 96. Damit ist Bayer 04 auf Platz 3 vorgerückt, der Sieg war also enorm wichtig.

Stefan Kießling: Ja, sicher. Aber schon der Sieg letzte Woche in Mainz war wichtig. Wir hatten dort schon ein Zeichen gesetzt, was nicht so einfach war. Gegen Hannover haben wir heute vielleicht nicht unser bestes Spiel abgeliefert, aber wir waren immer da, wenn es darauf ankam. Wir waren bissig, haben fast nichts zugelassen. Der Sieg war verdient.

Frage: Es läuft richtig gut bei der Werkself. Es war der siebte Dreier in Folge. Und auch Sie persönlich haben wieder getroffen und in den letzten drei Spielen nun vier Tore erzielt. Ist der Knoten jetzt richtig geplatzt? Freuen Sie sich noch mehr auf die letzten fünf Spiele?

Kießling: Ich weiß nicht, ob dafür Knoten platzen müssen. Ich versuche, immer alles zu geben. Irgendwann wird man dann auch belohnt, so wie bei mir in den letzten drei Spielen. Wir haben uns als Mannschaft weiter entwickelt und sind gefestigt. Wenn man sieht, wie wir in den englischen Wochen gespielt haben und zuletzt in Mainz gewonnen haben, ist das weder einfach noch selbstverständlich. Das war auch schon einmal anders. Wir sind jetzt voll da.

"Schweres Programm bis zum letzten Spieltag"

Frage: Wie schwer wird es, Platz 3 bis Saisonende zu verteidigen?

Kießling: Das wird verdammt schwer. Wir haben noch den direkten Vergleich in Mönchengladbach. Wir spielen noch gegen die Bayern zuhause, nächste Woche kommt das Derby in Köln. Wir haben noch ein schweres Programm bis zum letzten Spieltag.

Frage: Es läuft jetzt auf diesen Zweikampf mit Mönchengladbach hinaus, der Vorsprung auf Platz 5 ist riesig. Ist dieser Zweikampf, auf den Sie sich nun ausschließlich konzentrieren können, eine besondere Herausforderung?

Kießling: Natürlich, auch wenn ich nichts dagegen, wenn die Sache auch schon geritzt wäre. Es ist interessant, es ist eine schwierige Aufgabe, die letzten fünf Spiele auch so anzugehen. Bis jetzt haben wir die Herausforderung gut bewältigt. Das wollen wir in den letzten Spielen auch. Das wird noch sehr spannend.

"Wir haben sehr viel dazu gelernt"

Frage: Wie erklären Sie sich den Lauf der Werkself? Spielt die Mannschaft jetzt etwas kontrollierter?

Kießling: Es ist eine Weiterentwicklung. Das brauchte Zeit. So Spiele wie gegen Wolfsburg oder Augsburg (die nach Last-Minute-Gegentoren 4:5 bzw. 2:2 endeten, die Red.) haben wir vielleicht gebraucht, um danach die eine oder andere Veränderung vorzunehmen. Das haben wir gemacht. Wir sind eine junge Mannschaft und haben sehr viel dazu gelernt. Wir sind einfach bissiger und spielen uns vorne mehr Torchancen heraus. Dann kommt man auch zu mehr Möglichkeiten.

Frage: Bei Ihrem Tor haben Sie gar nicht richtig gejubelt.

Kießling: Ich dachte erst, dass der Assistent die Fahne heben würde. Schon beim ersten Tor, das aberkannt wurde, habe ich geglaubt, dass ich nicht im abseits wäre. Jetzt habe ich gehört, dass das zweite Tor abseits war. So gleicht sich das. Es war nicht das spielentscheidende Tor.

"Fahren nach Köln, um das Spiel zu gewinnen"

Frage: Sie haben das Derby gegen den 1. FC Köln angesprochen. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die Partie?

Kießling: Derbys sind immer besondere Spiele. Die Stimmung wird toll sein. Wir haben das Hinspiel gewonnen und wollen auch in Köln drei Punkte holen. Wir müssen Herzblut und Leidenschaft ins Spiel gehen, um das Spiel zu gewinnen.

Frage: Wie schätzten Sie den 1. FC Köln ein?

Kießling: Das ist ein Derby, da ist es egal, wie gut der Gegner drauf ist. Wir fahren wie gesagt nach Köln, um das Spiel zu gewinnen und wollen dort so auftreten, wie in den letzten Spielen auch. Wir wollen am Ende der Saison die Nummer am Eins am Rhein inklusive Niederrhein sein.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski