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Berlin - Viele Neuzugänge, viele Tore hinten und vorne. Hertha BSC hatte Schwierigkeiten bei der Integration der Neuen, kommt aber immer besser in Tritt.Im Startcheck wirft bundesliga.de einen genauen Blick auf den bisherigen Saisonverlauf.

Anspruch und Wirklichkeit

Das war geplant:

Nach dem Abgang von Adrian Ramos wollte Hertha BSC offensiv variabler werden und die lediglich 40 Tore der Vorsaison übertreffen - ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. Für Jos Luhukay war dabei wichtig, unberechenbarer zu werden.

So ist es gelaufen:

Herausgekommen ist ein Wundertüten-Team, in dessen Spielen es insgesamt 25 Mal klingelte. Nur bei Werder Bremen passierte das noch öfter. Klare Sache: Die Balance stimmt noch nicht. Was aber auch an den vielen Neuzugängen liegt, die integriert werden müssen. Zuletzt gelangen immerhin zwei Heimsiege in Folge.

Die besten Saisonstarter:

Tops&Flops

Das war gut:

  • Nur Mainz nutzte seine Großchancen besser (80 Prozent) als die Hertha (66,7 Prozent).
  • Stark, wenn der Ball ruht: Nur Schalke erzielte mehr Tore nach Standards (fünf) als Hertha (vier).

Das war schlecht:

  • Nur zwei Mannschaften haben eine höhere Fehlpassquote als die Hertha (31,7 Prozent).
  • Einzig Bremen kassierte mehr Gegentore (16) als Hertha (14).

Wie haben die Transfers eingeschlagen?

Teils famos, teils durchwachsen

Hertha holte insgesamt acht Neue, allesamt Kandidaten für die erste Elf. Marvin Plattenhardt und Jens Hegeler sind bislang nur Ergänzungsspieler. Genki Haraguchi setzt sich langsam aber sicher durch. Der Niederländer Roy Beerens ist gesetzt, aber oft noch zu eigensinnig, sein Landsmann Johnny Heitinga wird in der Abwehr immer sicherer. Valentin Stocker hatte nach verkorkster WM einen schweren Start, glänzte aber zuletzt. Julian Schieber ließ mit drei frühen Toren aufhorchen, der spät gekommene Stürmerstar Salomon Kalou erzielte inzwischen die gleiche Anzahl an Treffern und ist Herthas großer Hoffnungsträger auf eine gute Saison.

Die beste Saisonleistung

Salomon Kalou


Am 7. Spieltag gegen den VfB Stuttgart sichert der Neuzugang den Dreier. Kalou übernimmt Verantwortung und erzielt einen Doppelpack. Er verwandelt in Hälfte eins seinen ersten Bundesliga-Elfmeter und ist an sechs der zwölf Berliner Torschüsse beteiligt (vier Torschüsse, zwei Torschussvorlagen) - kein Spieler auf dem Platz an mehr.

Der jüngste Stammspieler

Nico Schulz, 1. April 1993

Vor der Saison hatte den gebürtigen Berliner nur wenige als ernsthaften Kandidaten für die Startelf auf dem Zettel. Sowohl defensiv, als auch offensiv hatte die Hertha auf der linken Seite aufgerüstet.

Auf allen Positionen des Youngsters wurde die Konkurrenz also erhöht, doch Trainer Jos Luhukay fand schnell Gefallen an Nico Schulz und lobte dessen Flexibilität. "Er kann auf der linken Außenbahn hinten oder im Mittelfeld und auch im defensiven Mittelfeld spielen", so der Trainer. Bei den Anhängern hat Schulz sowieso einen Stein im Brett, weil er sich trotz vieler Verlockungen großer Clubs dazu entschlossen hat seinen Weg bei der Hertha weiter zu gehen (zum Portrait).

Dieses Lied singt die Stadt

"Home is Where the Heart is" (Elvis Presley)

Im heimischen Olympiastadion läuft es inzwischen, zwei Siege und und ein Remis aus vier Partien - da wollen die Berliner am liebsten gar nicht mehr woanders hinfahren. Schließlich gab es auswärts bislang nur ein mickriges Pünktchen.

André Anchuelo