Hamburg - Keine Gala, aber ein wichtiger Sieg zum Rückrundenstart: Der FC Bayern München hat zum Rückrundenauftakt 2:1 (1:0) beim Hamburger SV gewonnen. Vor allem Lewandowski verdankten die Gäste ihren 70. Sieg in 86 Bundesliga-Spielen unter Guardiola. Erst traf der Pole vor dem Halbzeitpfiff per Foulelfmeter (37.), den HSV-Torwart René Adler an Thomas Müller verursacht hatte. Dann brachte er die Bayern nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich in der 53. Minute mit seinem 17. Saisontreffer und zugleich 50. Pflichtspieltreffer für den Rekordmeister wieder auf Kurs (61.). Das 1:1 fiel nach einem Freistoß von Aaron Hunt. Xabi Alonso war wohl mit der Fußspitze noch am Ball. Der Treffer wird als Eigentor gewertet.

Bei klirrender Kälte kamen die Bayern vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion zunächst kaum auf Betriebstemperatur. Stattdessen ärgerte der HSV den Rekordmeister mit aggressiven Zweikämpfen und gelegentlichen Nadelstichen.

Starker Start des HSV

"Wir haben in der ersten Halbzeit alles unter der Kontrolle und in der zweiten mal kurz geschlafen, aber am Ende war der Sieg verdient. Nach der Winterpause brauchen wir auch ein wenig Zeit, wichtig waren heute die drei Punkte", sagte der zufriedene Matchwinner Lewandowski nach dem Abpfiff.

"Wir brauchen einen Sahnetag, um die Bayern zu schlagen", hatte Labbadia vor dem Duell gesagt. Und der Start fiel durchaus nach dem Geschmack des 49-Jährigen aus, der vor Spielbeginn grünes Licht vom zuletzt angeschlagenen Toptorjäger Pierre-Michel Lasogga und von Kapitän Johan Djourou (Knie) bekommen hatte. Den ersten Warnschuss feuerte Hunt ab (13.), acht Minuten später verzog Dennis Diekmeier aus 20 Metern knapp. 

Guardiola, der in Hamburg unter anderem auf die verletzten Topstars Mario Götze und Franck Ribéry verzichten musste, stand an der Seitenlinie und konnte mit dem Vortrag noch nicht zufrieden sein. Die Außenstürmer Kingsley Coman und Douglas Costa, die den Vorzug vor Arjen Robben bekommen hatten, setzten Lewandowski im Zentrum kaum in Szene. Der sichere verwandelte Elfmeter des Polen brachte immerhin die Halbzeitführung.

Bayern wirbelt, der HSV schlägt zu

Nach dem Wechsel agierte der Rekordmeister zielstrebiger und kam häufiger zum Abschluss. Der bis dahin blasse Costa verzog von der Strafraumgrenze, kurz später prüfte Lewandowski Adler (49., 50.). Dann ging es hoch her. Hunt zog einen Freistoß von der rechten Seite vor das Tor und plötzlich zappelte der Ball im Netz. Lasogga und Alonso gingen zum Ball und irritierten so Manuel Neuer. Alonso spitzelt den Ball wohl ins eigene Tor. Nach dem Ausgleich drängte auch der HSV sogar auf einen zweiten Treffer.

In dieser Phase musste Guardiola einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Nationalspieler Jerome Boateng humpelte in der 56. Minute nach einem Zweikampf wegen einer Oberschenkelverletzung vom Feld, für ihn kam Javi Martinez - und der bekam in der Schlussphase noch einiges zu tun. Denn auch mit der erneuten Führung im Rücken zeigten die Münchner nicht die gewohnte Souveränität. Der HSV ließ aber einige gute Freistoßmöglichkeiten liegen und so brachten die Münchner den Sieg über die Zeit.

SID

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Spieler des Spiels: Robert Lewandowski

Robert Lewandowski traf zum fünften Mal in dieser Spielzeit mindestens doppelt und erstmals per Strafstoß in der laufenden Saison. Er gab alleine genauso viele Torschüsse ab (sieben) wie der HSV. Mit 108 Bundesliga-Toren liegt er nun auf Rang 3 in der ewigen Torjägerliste der ausländischen Spieler - nur Claudio Pizarro (176) und Giovane Elber (133) trafen noch häufiger.