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Bremen - Selbst die Ehrung zu Werders "Man of the Match" wollte am Samstag nach der nicht gelingen. Als der Siegerscheck an Sokratis übergeben werden sollte, lag dieser schon mit einem dicken linken Knie beim Physiotherapeuten auf der Behandlungsliege.

Der griechische Innenverteidiger war aber nicht der einzige Verletzte, den die Bremer an einem "rabenschwarzen Tag", so Kapitän Clemens Fritz, zu beklagen hatten. Denn neben Sokratis ging es auch für Philipp Bargfrede und den gerade wieder genesenen Naldo direkt nach dem Schlusspfiff zur medizinischen Abteilung. Beide werden mit Muskelfaserrissen wohl 14 Tage ausfallen, bei Sokratis besteht Hoffnung auf einen Einsatz am Wochenende in Köln.

Viele Verletzungen in Bremen



Dass das Lazarett der Grün-Weißen somit weiterhin prall gefüllt ist und sich die Startelf fast von selbst aufstellt, macht den Kampf um einen Platz im europäischen Geschäft nicht einfacher.

"Wir haben einen sehr guten Kader. Aber durch die vielen Verletzungen bekommen wir keinen ordentlichen Rhythmus. Der Trainer muss jede Woche eine neue Mannschaft aufstellen. Das ist negativ und deprimierend", hielt Stürmer Markus Rosenberg mit seiner derzeitigen Gemütslage nicht hinterm Berg.

Mit der Ausbeute von lediglich vier Punkten aus den vergangenen sechs Spielen steht Werder aber immer noch auf einem aussichtsreichen 8. Platz. Die Hanseaten haben wie Wolfsburg, Leverkusen und Stuttgart 40 Zähler auf dem Konto und damit einen weniger als Hannover auf dem 5. Rang.

"Nicht alles schlecht"



Clemens Fritz ist ob der Entwicklung ein wenig enttäuscht und warnt: "Wir haben den Vorsprung, den wir uns in der Hinrunde erarbeitet haben, verspielt. Wenn wir keine Punkte holen, dann sind unsere Ziele natürlich in Gefahr."

Doch abgeschrieben hat er die Teilnahme an der Europa League noch lange nicht. "Unsere Situation ist ja keineswegs aussichtslos, denn wir sind nicht abgeschlagen. Deshalb sollte nicht alles schlecht gesehen werden", erklärte Fritz.

Doch das Restprogramm der Bremer hat es in sich. Nach Köln am Osterwochenende warten mit Gladbach, Stuttgart, Bayern, Wolfsburg und Schalke nur noch Teams aus dem oberen Tabellendrittel.

Allofs optimistisch



Sportchef Klaus Allofs gibt sich dennoch optimistisch. "Wenn das gesamte Potential abgerufen wird, dann haben wir das Zeug für die Europa League. Aber wenn wir weiter mitmischen wollen, müssen wir unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen", forderte er.

Beim vom Abstieg bedrohten 1. FC Köln steht am Samstag ein erstes Endspiel auf dem Programm. Der verletzte Naldo richtete deshalb einen Appell an die Mannschaft. "Wir müssen uns jetzt wieder steigern und den Kopf hochbekommen. Gegen die Kölner wird es schwierig, da sie ebenfalls unter Druck stehen. Aber wir müssen da auf jeden Fall drei Punkte holen."

Aus Bremen berichtet Michael Reis