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Die "Wölfe" beißen wieder. Sechs Siege aus den vergangenen sieben Bundesliga-Begegnungen zeigen deutlich, dass der VFL Wolfsburg wieder die Gefahr der Vorsaison ausstrahlt. Allen voran Edin Dzeko.

Der Stürmer war in der laufenden Spielzeit bereits 18 Mal erfolgreich und teilt sich damit gemeinsam mit Schalkes Kevin Kuranyi und Leverkusens Stefan Kießling die Führung in der Torjägerliste. Allein in den vergangenen fünf Ligaspielen traf Dzeko unglaubliche neun Mal.

Im Gespräch mit bundesliga.de spricht der Angreifer über seine beeindruckende Form und welch harte Arbeit dahinter steckt. Dzeko erklärt, warum Wolfsburg wieder vom internationalen Wettbewerb träumen darf und sagt, was nötig ist, um das angepeilte Saisonziel auch zu erreichen.

bundesliga.de: Herr Dzeko, sechs der vergangenen sieben Bundesliga-Spiele hat Wolfsburg gewonnen. Spielt die Mannschaft mit dem gleichen Selbstvertrauen, dass sie vor einem Jahr zum Titel geführt hat?

Edin Dzeko: Natürlich haben wir durch unsere Serie wieder ein größeres Selbstvertrauen bekommen. Sicherheit bekommt man nur durch Ergebnisse. Ich möchte aber gar keine Vergleiche zur Meistersaison ziehen. Wichtig ist, dass wir wieder in die Spur gefunden haben.

bundesliga.de: Vor allem die viel gescholtene Defensive stand zuletzt sehr sicher. Wie hat Lorenz-Günther Köstner das Team im Abwehrbereich wieder stabilisieren können?

Dzeko: Indem er an das Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft appelliert hat. Und auch hier gilt, dass natürlich auch die Abwehrspieler sicherer werden, wenn der Erfolg wieder da ist und man, wie zuletzt gegen Hoffenheim, in Mainz oder auch in Gladbach auch mal zu Null spielt.

bundesliga.de: Wie viel zusätzlichen Rückenwind erhält die Mannschaft durch die Rückkehr von Diego Benaglio ins VfL-Tor?

Dzeko: Diego ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft und wir sind froh, dass er wieder spielen kann. Aber Marwin Hitz hat seine Sache sehr gut gemacht, und wir haben uns auch mit ihm im Tor sicher gefühlt.

bundesliga.de: Vergangene Saison trafen Sie in der Hinrunde fünf Mal und in der Rückrunde 21 Mal. Diese Saison waren es sieben Treffer in der ersten Saisonhälfte und bereits elf Tore im Jahr 2010. Warum sind Sie in der Rückrunde so viel torgefährlicher?

Dzeko: Das weiß ich nicht (lacht). Ich kann mich natürlich auch besser in Szene setzen, wenn es für die Mannschaft insgesamt gut läuft. Und sowohl im vergangenen Jahr als auch in dieser Saison haben wir in der Hinrunde nicht konstant gute Leistungen gezeigt. Jetzt hat sich die Mannschaft stabilisiert, und davon profitieren auch wir Stürmer.

bundesliga.de: Allein in den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen trafen Sie neun Mal. Wie viel Arbeit und wie viel Torinstinkt stecken dahinter, immer an der richtigen Stelle zu stehen?

Dzeko: Immer an der richtigen Stelle zu stehen, ist das eine. Mindestens genauso wichtig ist es aber, im richtigen Moment angespielt zu werden. Die Grundvoraussetzung aber ist das tägliche Training. Da arbeiten wir als Mannschaft zusammen, studieren unsere Laufwege ein und arbeiten an den Automatismen.

bundesliga.de: Vor einigen Wochen hatten viele Experten den VfL bereits abgeschrieben. Nun mischt man wieder im oberen Tabellenbereich mit. Woher hat die Mannschaft die Kraft genommen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen?

Dzeko: Wir haben immer an unsere Stärken und unsere Qualität geglaubt. Es war einfach so, dass uns ein Erfolgserlebnis fehlte. Aber natürlich sind wir längst nicht da, wo wir hinwollen.

bundesliga.de: Nur noch zwei Punkte fehlen dem VfL zu Platz 6. Wird Wolfsburg auch 20110/11 wieder international spielen?

Dzeko: Es wäre falsch, jetzt eine Prognose abzugeben. Natürlich wollen wir so weit wie möglich nach oben kommen. Aber dazu müssen wir unsere Spiele gewinnen und auch auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Es liegt nicht allein in unseren Händen.

bundesliga.de: Wolfsburg hat die vergangenen drei Auswärtsspiele gewonnen und dabei kein Gegentor zugelassen. Nun geht es nach Nürnberg. Ist dort der nächste Sieg fest eingeplant?

Dzeko: Wir wollen dort was holen, ist doch klar. Aber einplanen sollte man einen Sieg nie, denn vieles ist von der Tagesform abhängig, das hat man gegen Hertha gesehen. Wenn wir aber unsere Chancen auf einen Europapokalplatz wahren wollen, müssen wir in Nürnberg gewinnen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz