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Köln - Der Rekordpokalsieger FC Bayern München trifft auf das Team der vergangenen Wochen, Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself hat zuletzt fünf Bundesliga-Spiele in Folge gewonnen - und das mit einem Torverhältnis von 13:0. Die Werkself träumt im Viertelfinale des DFB-Pokals vom Coup gegen den Cup-Verteidiger. Doch auch die Münchner wollen in diesem Jahr wieder nach Berlin und trotzen der langen Verletztenliste (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

Von Zurückhaltung und Ehrfurcht keine Spur: Bayer 04 Leverkusen geht nach seiner jüngsten Erfolgsserie in der Bundesliga angriffslustig und selbstbewusst wie lange nicht mehr das Pokal-Viertelfinale gegen Titelverteidiger Bayern München an. "Es schadet nicht, mit dem Wissen um die eigene Stärke in so ein Spiel zu gehen. Wir sind in einem guten Zustand und müssen die Waffen, die wir haben, gut einsetzen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge.

"... dann muss man mal gegen Bayern gewinnen"

Dass auf dem Weg zum angestrebten ersten Pokalsieg seit 22 Jahren ausgerechnet der Rekordpokalsieger im Weg steht, lässt die Werkself nach außen kalt. "Wenn man mal etwas in der Hand halten möchte, dann muss man mal gegen Bayern gewinnen", so Schmidt ganz cool. Sportchef Rudi Völler strahlt ebenfalls Optimismus aus: "Wir haben gesagt, dass wir den Pokal gewinnen möchten. Die Chance, den FC Bayern zu schlagen, ist in einem Heimspiel größer als auswärts oder im Finale." Dass die Bayern, die seit dem Finale 2012 kein Pokal-Spiel mehr verloren haben, als Favorit ins Duell gehen, ist klar. Dennoch wittert die Werkself den Coup.

Völler und Schmidt wissen, dass die Bayern eine andere Hausnummer sind als der Hamburger SV, gegen den sich Bayer am vergangenen Samstag 4:0 warmgeschossen hatte. Der Auftritt gegen den HSV hat Bayer aber noch einen zusätzlichen Schub gegeben, wie Kapitän Simon Rolfes verdeutlichte: "Wenn wir so spielen wie gegen den HSV, wird es auch für die Bayern schwer, gegen uns zu gewinnen. Vielleicht können wir Fußballgeschichte schreiben." Der 33-Jährige war bereits im März 2009 dabei, als Bayer auf dem Weg ins Finale im Ausweichquartier Düsseldorf die Münchner im Viertelfinale mit 4:2 ausschaltete.

FCB ohne Alaba, Schweinsteiger, Ribery und Robben

Der FC Bayern muss im Viertelfinalspiel auf die verletzten David Alaba, Bastian Schweinsteiger und auch auf Franck Ribery und Arjen Robben verzichten. "Du hoffst, dass du deine beste Mannschaft im April und Mai hast, aber das ist nicht so, deswegen müssen wir uns anpassen", so FCB-Trainer Pep Guardiola. Zudem ergänzte der 44-Jährige, dass es "keine Ausreden" gebe. Es motiviere ihn sogar, Alternativen zu finden. Es ist zudem nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Guardiola Änderungen in der Formation bzw. der Startaufstellung vornimmt. Die Kreativität des könnte den FCB sogar weniger ausrechenbar machen, als sie es ohnehin schon sind.

Zudem ginge es nach Guardiola nicht nur um die Aufstellung: "Diese Gruppe will immer, sie will immer, das macht mich sehr stolz. Egal was passiert, egal wie wir spielen, unser Herz ist immer da", sagte er über die Einstellung seiner Mannschaft. "Das ist ein Viertelfinale, da ist schon Pfeffer drin. Es ist ein K.o.-Spiel, da geht es auch ein bisschen um die Eier", hatte Weltmeister Thomas Müller bereits betont. Neben den vielen Ausfällen steht jedoch auch ein Rückkehrer wieder zur Verfügung. Nach muskulären Problemen ist Holger Badstuber wieder einsatzfähig.

Gestern haben sich bereits Borussia Dortmund und der VfL Wolfsburg für das Halbfinale qualifiziert. Im zweiten Spiel am heutigen Mittwoch kämpfen auch Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach noch um den Einzug in die Runde der letzten Vier. Der Weg nach Berlin ist also greifbar nah.