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Karlsruhe - Schalke 04 erreicht mit effektivem Spiel in Karlsruhe das Achtelfinale im DFB-Pokal. Schon am Samstag will man gegen Hoffenheim gewinnen. Und dabei so gut spielen wie zuletzt in der Liga.

Huub Stevens verstand nicht so ganz, was die Journalisten alle von ihm wollten. Da war sein Team doch gerade ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen und nun wollten alle wissen, wie er denn die Leistung seines Teams gesehen habe.

"Das Ziel war eine Runde weiterzukommen", sagte der Niederländer, "das haben wir geschafft." Er hoffe schwer, dass er sich nun nicht nach jeder Frage wiederholen müsse, fügte er noch an. Schließlich habe er doch bereits zu Protokoll gegeben, dass er mit dem Spiel seiner Mannen zumindest im ersten Durchgang nicht zufrieden gewesen sei. "Mund abputzen nach Hause fahren."

Chance gewahrt

Das taten die Schalker dann kurz darauf auch. Um 21 Uhr 48 rollte der Mannschaftsbus vom Parkplatz des Karlsruher Wildparkstadions. Und gut 6.000 Schalker Fans, die ihren Teil zu einem stimmungsvollen Pokalabend beigetragen hatten, waren ebenso guter Dinge wie die Spieler. Die Chance, wie im vergangenen Jahr den Cup zu holen, haben sie gewahrt.

Nun war es allerdings tatsächlich so, dass die Karlsruher Zweitligaspieler deutlich mehr vom Spiel hatten, zielstrebiger nach vorne spielten und sich sogar ein Chancenplus erkämpften - die Tore allerdings machte Schalke 04. In der 81. Minute traf Klaas-Jan Huntelaar zur 1:0-Führung, und wer sich auf Karlsruher Seite Hoffnung auf den Ausgleich gemacht haben mochte, sah sich kurz darauf desillusioniert. Nur zwei Minuten später traf Joel Matip per Kopf zum 2:0. Ich habe gesehen, dass ich etwas Platz hatte und den habe ich genutzt.", freute sich der Torschütze. "Ich wusste, dass ich mitgehen konnte, habe das Ding dann gut erwischt und er passte." Nach dem 2:0 ließen die KSC-Spieler dann auch die Köpfe hängen, die Partie war entschieden.

Nicht schön, aber erfolgreich

"Wenn Sie mich fragen, ob wir schon mal besser gespielt haben, dann muss ich das bejahen", gab Manager Horst Heldt nach der Partie unumwunden zu, "Wir haben aber auch schon besser gespielt und dennoch verloren." Überhaupt habe man als Bundesligist bei einem Zweitligisten nichts zu gewinnen. Siegen könne man aber trotzdem.

Nun war es aber nicht so, dass es nichts Positives zu erwähnen gegeben hätte. Keeper Lars Unnerstall, der an Stelle des neu verpflichteten Timo Hildebrand im Kasten stand, rechtfertigte seine Aufstellung mit zwei guten Paraden und durfte sich nach dem Spiel über ein Transparent ("Pro Unnerstall") freuen, mit dem die Schlachtenbummler für den jungen Keeper trommelten. Und dann wäre da noch Klaas-Jan Huntelaar, der wie aus dem Nichts das Spiel für sein Team entschieden hatte und sich ein Sonderlob von seinem Coach abholte: "Er steht da, wo man im Strafraum stehen muss, das kann man nicht lernen."

Gegen Hoffenheim wieder glänzen

Das fand auch Joel Matip, der zudem das Defensivverhalten der Elf gewürdigt wissen wollte: "Die gesamte Mannschaft verteidigt besser, das fängt vorne an und zieht sich durch alle Mannschaftsteile." Christian Fuchs, der mit einer hervorragend getimten Flanke den Huntelaarschen Kopfballtreffer vorbereitet hatte, vergaß nicht, dem wackeren Gegner Respekt zu zollen.

"Die Karlsruher haben sich mächtig ins Zeug gelegt und uns das Leben enorm schwer gemacht." Schon am Samstag kommt 1899 Hoffenheim nach Gelsenkirchen. "Da", sagte Manager Heldt mit einem Augenzwinkern, "sollten wir dann wieder so glänzend spielen wie zuletzt gegen Leverkusen."

Christoph Ruf