München - Die "Jugendwelle" hat auf Schalke Methode: Nicht weniger als sechs Spieler aus dem eigenen Nachwuchs kamen beim 2:1-Sieg im Topspiel bei Bayer Leverkusen am letzten Spieltag für die Knappen zum Einsatz. Ralf Fährmann, Tim Hoogland, Joel Matip, Sead Kolasinac und Max Meyer spielten allesamt von Beginn an, Kaan Ayhan wurde kurz vor Schluss eingewechselt.

Der Deutsch-Türke, der in der laufenden Saison bislang vier Einsätze hatte, ist der vorerst letzte Youngster aus der Knappenschmiede, dem Keller eine Chance gibt. Im aktuellen Kader stehen sogar insgesamt elf Akteure, die dem eigenen Nachwuchs entstammen - acht davon wurden in der aktuellen Spielzeit bereits eingesetzt. Neben den oben genannten sind das die derzeit rekonvaleszenten Julian Draxler und Benedikt Höwedes. Dazu kommen Donis Avdijaj, Rene Klingenburg und Marcel Sobottka, die bislang noch nicht eingesetzt wurden (Infografik: Drei Vereine, ein Prinzip, elf Eigengewächse).

"Ihre Leistungen machen uns sehr, sehr stolz und dokumentieren die gute Zusammenarbeit zwischen Nachwuchs- und Profiabteilung", sagt Oliver Ruhnert, Direktor Nachwuchs auf Schalke (Am Freitag exklusiv im Interview auf bundesliga.de). "Der Kontakt zwischen Jugendbereich und Profis ist bei uns sehr eng. Das merken die Jungs auch und sehen, dass das Ziel nicht unerreichbar ist."

Nur Bayern kann Schalke das Wasser reichen

Verglichen mit anderen Bundesligavereinen liegen die Königsblauen im Nachwuchsbereich weit vorne. Die elf Eigengewächse, die sich im Schalker Kader tummeln, werden nur noch vom FC Bayern erreicht. Selbst die für ihre Fußball-Schule berühmten Freiburger kommen mit zehn Profis aus der eigenen Jugend nicht an Schalke heran, und auch der VfB Stuttgart - einer der besten Ausbildungsvereine in Deutschland - hat zurzeit "lediglich" neun Eigengewächse unter Vertrag. Der Ligaschnitt liegt derzeit bei sieben Profis aus der eigenen Jugend, die unter Vertrag stehen.

Nimmt man lediglich die Spieler, die zum erweiterten Stamm gehören, hat Schalke sogar die Nase alleine vorn. Draxler, Fährmann, Höwedes, Matip, Meyer und Kolasinac stehen nicht selten gemeinsam in der Knappen-Elf - auf Bayern-Seite sind das David Alaba, Toni Kroos, Philipp Lahm, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger. Hinzu könnte sich der Langzeitverletzte Holger Badstuber gesellen.

Johannes Fischer

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