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  • Ligaverband und DFL laden zum sachlichen Austausch ein

  • Dialog mit DFB, Innenministerien und der Gewerkschaft der Polizei

  • Dr. Rauball: "Maßloser Populismus hilft nicht weiter."

Angesichts der öffentlichen Diskussion um Polizei-Einsätze im Fußball werden Ligaverband und DFL zu einem Runden Tisch einladen. Gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), den betroffenen staatlichen Institutionen wie dem Bundesinnenministerium, der Innenministerkonferenz der Länder, der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP) soll die Thematik im Rahmen eines sachlichen Austausch erörtert werden.

"Maßloser Populismus ist gefährlich, nutzt niemandem und hilft nicht weiter. Die Bundesliga schätzt die Arbeit der Polizei sehr. Wir wollen uns an einen Tisch setzen und uns an den Fakten orientieren", erklärt Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball, erteilt aber den Forderungen nach zusätzlichen Zahlungen für Polizei-Einsätze ein klare Absage:

"Die Störer sind die Minderheiten der Gewalttäter"

"Mit Schecks löst man keine komplexen gesellschaftlichen Probleme. Zudem ist die Rechtslage eindeutig: Die Polizei ist polizeirechtlich für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zuständig. Dies gilt für Fußball-Spiele genauso wie für andere Großveranstaltungen. Clubs, DFL und Millionen friedlicher Fans sind gerade nicht verantwortlich für Ausschreitungen. Störer sind nicht die Fußball-Clubs, sondern die Minderheit der Gewalttäter - und nur diese können in Regress genommen werden. Eine anderweitige Inanspruchnahme schließen die Polizeigesetze aus. In enger Kooperation mit der Polizei und durch vielfältige Maßnahmen wie strenge Einlass-Kontrollen, die Trennung gegnerischer Fans, zusätzliche Kontrollen durch private Sicherheitsdienste, die Erteilung von Stadion-Verboten und die Förderung von Fan-Projekten leistet der Profi-Fußball bereits jetzt einen großen Beitrag zur Gewalt-Prävention. Ganz zu schweigen von jährlichen Zahlungen an Steuern und Abgaben in Höhe von 665 Millionen Euro durch die Clubs und weitere 20 Millionen Euro an private Ordnungsdienste."

Unterstellungen zurückgewiesen

Gleichzeitig betont die DFL noch einmal, dass die Ansetzung der Begegnung FC Hansa Rostock gegen den FC St. Pauli nach Abstimmung mit der ZIS erfolgte, die dem Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen untersteht. "Diese Partie auf den Montagabend zu legen, erfolgte keinesfalls aus kommerziellen Interessen. Derartige Unterstellungen weisen wir zurück", erklärt DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus:

"Fakt ist: Das Potenzial an Krawall-Touristen ist nach Meinung von Experten am Montagabend geringer als am Wochenende." Darüber hinaus weist die DFL in aller Deutlichkeit darauf hin, dass die Ausschreitungen am Montagabend größtenteils außerhalb des Stadions erfolgten. Holger Hieronymus: "Mit wachsender Sorge betrachten wir, dass der Fußball zunehmend ins Visier gewaltbereiter Jugendszenen gerät. Dies ist auch ein gesellschaftliches Problem, über das wir gemeinsam sprechen müssen." Die Terminierung des Runden Tisches wird in Kürze nach vorheriger Absprache mit den Teilnehmern erfolgen.