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München - Jupp Heynckes, Günther Netzer - Marco Reus. Der Superdribbler, auch beim wieder der entscheidende Mann, hat mittlerweile schon 25 Tore für Borussia Mönchengladbach erzielt und reiht sich fast nahtlos in die Reihe der großen Idole der "Fohlen" ein, steht wie kaum ein anderer für den Höhenflug des VfL.

Beeindruckend dabei: Nur 77 Spiele brauchte der 22-Jährige für 25 Buden, nur sechs Gladbacher waren in der langen Geschichte des Clubs noch schneller. Vor allem dank Reus fühlen sich die VfL-Fans wieder an alte Glanzzeiten erinnert, als die "Elf vom Niederrhein" im Duell mit Bayern München die Bundesliga dominierte.

"Er hat unglaubliche Fähigkeiten"

Reus' Stellenwert ist enorm. Sieben Treffer hat er in den bisherigen zwölf Saisonspielen erzielt und mit drei Doppelpacks Mal um Mal Spiele quasi im Alleingang entschieden, wie zuletzt in der Hauptstadt. Und in Gladbach weiß man, was man an ihm hat. "Er gehört zu den Top-Drei unter den Offensivspielern in der Liga", sagt beispielsweise Kollege Roman Neustädter und fügt an, dass Reus - anders als die Nationalmannschaftskollegen Gomez oder Götze - nicht in einem Topteam spiele.

"Reus ist sicher einer der besten Spieler, die ich je trainiert habe. Alle in Deutschland wissen, dass Marco ein Top-Spieler ist. Er hat unglaubliche Fähigkeiten", stellt sein Trainer Lucien Favre heraus. Und mit stolzgeschwellter Brust fügt Sportdirektor Max Eberl an: "Reus ist jetzt da, wo wir ihn erwartet haben."

Wechsel kein Thema

Nicht nur in der Bundesliga weiß man um die Brillanz des Nationalspielers, der gegen die Ukraine und eventuell auch die Niederlande erneut krank passen muss. In England taufte ihn der "Guardian" jüngst "Rolls Reus" - Gladbachs unaufhaltsame Luxuskarosse. Die Spekulationen der Medien auf der Insel um Gladbachs wertvollsten Besitz reißen nicht ab, doch Reus beteuert: "Ich fühle mich in Gladbach total wohl. Mit einem Wechsel, egal wohin, beschäftige ich mich derzeit überhaupt nicht."

Auch Favre erteilte jeglichen Träumerein anderer Clubs eine klare Absage. "Wir haben beschlossen, darüber nicht mehr zu sprechen. Marco ist ein Teil der Mannschaft, jeder kennt seine Qualität. Punkt." Eine kluge Entscheidung von Reus und dem VfL, wie auch Reus' Vorgänger als Offensiv-Genie der "Fohlen" findet. "Reus ist noch in der Phase der Entwicklung. Er ist in Gladbach besser aufgehoben", erklärte Vereinsidol Günter Netzer.

"Viele Details, die er lernen muss"

Ein Thema bei Reus' Entwicklungsprozess ist seine Chancenverwertung. Im Pokal in Heidenheim hatte der Rechtsfuß beispielsweise noch zahlreiche Großchancen liegenlassen. "Vor Wochen hat man Marco vorgeworfen, nicht clever genug zu sein. Jetzt sind der erste und der zweite Schuss drin. Effektiver kann es nicht sein", lobte Eberl seinen Auftritt bei der Hertha.

Doch das Ende der Fahnenstange ist beim gebürtigen Dortmunder noch lange nicht erreicht, sagt auch sein Coach: "Er hat ein enormes Potenzial, aber auch noch zu lernen, noch viel zu tun. Es gibt noch sehr viele Details, die er lernen muss", sagt Favre. Im Moment liegt Reus in der vereinsinternen Torjägerliste der Bundesliga-Historie "nur" auf Rang 31. Schöpft er sein Potenzial in den kommenden Jahren voll aus, wird er sich endgültig in die Geschichtsbücher des Vereins schreiben. Den Anfang kann er schon beim Top-Spiel gegen Werder Bremen am kommenden Spieltag machen.

Christoph Gschoßmann

Name

25. Tor für Gladbach im...

Herbert Laumen

54. Spiel

Jupp Heynckes

55. Spiel

Allan Simonsen

56. Spiel

Günter Netzer

65. Spiel

Frank Mill

65. Spiel

Oliver Neuville

73. Spiel

Marco Reus

77. Spiel

Hans-Jörg Criens

78. Spiel

Stefan Effenberg

80. Spiel

Horst Köppel

101. Spiel

Uwe Rahn

105. Spiel

Ewald Lienen

123. Spiel

Lothar Matthäus

128. Spiel

Rainer Bonhof

168. Spiel