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Dortmund - Die Bühne für den Champion ist bereitet, der Countdown für die Jubiläums-Saison läuft: 112 Tage nach der Meister-Party von Borussia Dortmund startet die Bundesliga an gleicher Stelle in ihre 50. Spielzeit und der Double-Gewinner seine Mission Titelverteidigung. Schon bevor die Auftaktpartie gegen Werder Bremen (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) angepfiffen wird, formulierte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach der längsten Sommerpause der Liga-Historie seine Lust auf die Punktjagd: "Sieben Wochen Vorbereitung war lang genug, wir alle sind richtig heiß auf die Bundesliga."

Und auch die Fans: 80.645 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park werden den glanzvollen Rahmen für die Eröffnungzeremonie bilden. Liga-Präsident Reinhard Rauball, in Personalunion Präsident des BVB, wird schon zum zweiten Mal in Folge die Spielzeit in seinem Heimatstadion eröffnen. Denn das Auftaktspiel findet traditionsgemäß in der Arena des amtierenden Titelträgers statt.

BVB jagt den HSV-Rekord



Doch von Vorschuss-Lorbeeren wollen die Borussen vor jener historischen Partie, bei der auf den Tag genau vor 49 Jahren Timo Konietzka in der 1. Minute das erste Bundesliga-Tor erzielte, nichts wissen. "Nichts ist so alt wie die Leistung im letzten Jahr. Ab Freitag zählt's", verkündete Klopp. Der Coach setzt weiterhin auf den "außergewöhnlichen Willen" und den ungebrochenen Erfolgshunger seiner jungen Truppe.

Nur drei Punkte zählen, mit denen die Schwarz-Gelben ihre Positiv-Serie von bisher 28 Liga-Spielen ohne Niederlage (zuletzt 1: 2 in Hannover am 18. September 2011) fortsetzen wollen. Der BVB jagt den fast 30 Jahre alten Rekord des Hamburger SV. In den Spielzeiten 1981/82 und 1982/83 blieben die Hanseaten in 36 Spielen nacheinander unbesiegt.

Reus soll Kagawa vergessen machen



Die Borussen, deren Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag einen Rekordumsatz (215,2 Mio. Euro) verkünden konnte, wollen gegen die neuformierte Bremer Mannschaft gleich ein Zeichen setzen und auch atmosphärisch die Weichen für eine erneut erfolgreiche Saison stellen. "Ich wünsche mir, dass wir das wieder hinkriegen, dass von den Fans jeder gewonnene Zweikampf wie ein Tor bejubelt wird", sagte Klopp.

Doch Sportdirektor Michael Zorc, der am Samstag seinen 50. Geburtstag feiern wird, relativierte: "Wir werden wieder Top-Leistungen benötigen. Dass wir die letzten zwei Jahre sogar überragende Leistungen abgerufen haben, und das in dieser Kontinuität, ist schwer wiederholbar."

Eine besondere Rolle kommt Nationalspieler Marco Reus zu. Der gebürtige Dortmunder wird gegen Bremen seine Premiere vor heimischen Fans feiern. Der Millionen-Einkauf soll den BVB noch torgefährlicher, unberechenbarer und zudem den Abschied von Publikumsliebling Shinji Kagawa zu Manchester United vergessen machen.

Bremen kämpft gegen das Pokal-Trauma



Klopp hofft, gegen Bremen seine derzeit stärkste Mannschaft aufbieten zu können. Der Einsatz von Lukasz Pisczcek wird sich wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel erst am Spieltag entscheiden und Mario Götze erneut zunächst auf der Bank sitzen. Dazu Klopp: "Er hat eine klasse Form, ohne topfit zu sein."

Für Bremen geht es um einen guten Start und Wiedergutmachung für die Pokal-Blamage beim Drittligisten Preußen Münster (2:4 n.V.). "Wir wollen in Dortmund wieder aufstehen", sagte Bremens Torhüter Sebastian Mielitz dem "kicker" und Kapitän Clemens Fritz appellierte: "Wir dürfen nicht zulassen, dass uns die Pokal-Niederlage umhaut."

Akpala noch nicht mit dabei



Gegen den Double-Gewinner der vergangenen Saison kann Werder personell aus dem Vollen schöpfen, auch Neuzugang Eljero Elia (25) steht nach seiner Fußprellung wieder zur Verfügung. Noch nicht dabei ist dagegen der nigerianische Angreifer Joseph Akpala, den Werder am Donnerstag vom FC Brügge verpflichte. Der 25-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag und wird am Montag offiziell vorgestellt.

Klar ist zudem, dass der frühere Nationalspieler Aaron Hunt (25) künftig als Vize-Kapitän der Bremer fungiert. Wie in der Vorsaison wird Clemens Fritz die Binde von Werder tragen, er ist mit 31 Jahren der zweitälteste Profi in dem stark verjüngten Kader.

Gutes Omen für Werder: Besagtes historisches Duell am 1. Spieltag der Saison 1963/64 gewannen die Norddeutschen mit 3:2.



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