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Skurrile Situationen, bemerkenswerte Augenblicke und persönliche Schicksale im deutschen Profi-Fußball 2008.

Das waren die Top-Ereignisse im Monat NOVEMBER:

Was lange währt, wird im November doch recht zügig unendlich gut. Mit der Entscheidung zur Vergabe der Medien-Rechte ist der DFL ein großer Wurf gelungen. Die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga können in den kommenden vier Spielzeiten mit durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Saison aus der Vermarktung der Medienrechte rechnen. Peter Peters, Vizepräsident des Ligaverbandes, erkannte ein "optimales Ergebnis in schwierigem Marktumfeld". Nach der unvorhergesehenen Verzögerung durch das Veto des Kartellamts im Juli freute sich Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball über die schnellste Ausschreibung in der jüngeren Bundesliga-Geschichte, die "Planbarkeit und Verlässlichkeit" mit bewährten Partnern garantiere.

Planbarkeit und Verlässlichkeit sind nicht unbedingt die stabilsten Standbeine eines Trainerstuhls. Das viel zitierte "Gesetz des Branche" griff auch wieder im November. Bei den "Zebras" in Duisburg rutschte Rudi Bommer aus dem Sattel und eine Trainer-Institution schwang sich auf den strauchelnden Streifen-Gaul. Peter Neururer feierte sein Comeback und erklärte umgehend: "Ich will zurück in die Bundesliga!". In Rostock musste Frank Pagelsdorf von Bord. Das Steuerruder der "Kogge" übernahm Dieter Eilts, um mal zu "sehen, was möglich ist." Am Neckar hatte VfB-Präsident Erwin Staudt"Veränderungsbedarf" und so ging Armin Veh baden. Markus Babbel ließ sich ins kalte Wasser werfen und erkannte: "Ich muss mich freischwimmen!"

Der November begann für Bundestrainer Jogi Löw doppelt positiv. Denn zum einen rückte Deutschland in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 2 vor und zum anderen entschuldigte sich Torsten Frings für seine vorangegangenen Unmutsäußerungen. Und dann kam England. Schluss mit lustig. Freundschaftsspiele gegen die "Three Lions"?! - Pah! Das musste auch Jens Lehmann erleben, der nicht für den Kader nominiert wurde, um seinen Abschied an alter Wirkungsstätte feiern zu können. Löw wollte einfach keine Experimente, obwohl die Geschichte des Prestige-Duells eigentlich für Deutschland sprach. Doch zum Abschied von Kult-Physio Adi Katzenmeier lieferten die Insulaner mal wieder eine Ausnahme von der Regel.

Die traurigste Meldung des Monats kam aus dem Revier. Schalke 04 trauerte um Charly Neumann. Der gebürtige Bochumer war seit 1950 Vereinsmitglied bei den "Königsblauen". Anfangs brachte er als Bäcker-Lehrling der Schalke-Legende Ernst Kuzorra die Brötchen, dann wurde er Jugend-Leiter und schließlich nach der Demission von Ede Lichterfeld 1976 Mannschaftsbetreuer. Schalkes Geschäftsführer Peter Peters sprach von einem "sehr traurigen Tag für den FC Schalke 04". Doch Schalke-Legende Klaus Fischer erkannte gleich jene Dimension der Trauer, die sich später mit Spruchbändern in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga bestätigte: "Nicht nur wir Schalker, ganz Fußball-Deutschland wird ihn vermissen."