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Köln - Der FC Bayern München hat die Vorbereitung zur neuen Bundesliga-Saison aufgenommen. Da wird es Zeit, dass sich auch Pep Guardiola zu Wort meldet. Der Coach zeigt sich bei seiner ersten Pressekonferenz gut erholt und plaudert locker über Ziele, Neuzugänge und seinen großen Traum.

Es ist heiß in München. Das musste der FC Bayern bei seiner ersten Trainingseinheit bereits feststellen. Für Guardiola aber kein Problem. Ganz im Gegenteil. “Die hohen Temperaturen sind willkommen“, sagt der Spanier. “Wir können unser Training ja zeitlich anpassen, damit wir nicht unter der größten Hitze trainieren. Ich bin froh, dass es so heiß ist.“

Generell wirkt der 44-Jährige entspannt. Auch mit Blick auf die neue Saison.  “Wir kennen unsere Saisonziele und dafür werden wir kämpfen. Titel sind wichtig, aber es geht auch darum, Woche für Woche besser zu werden. Die Motivation dafür ist hoch“, lässt er die anwesenden Journalisten wissen.

Mit Ruhe und Vorsicht

Den Start in die Mission “vierter Meistertitel in Serie“ will er dennoch mit der nötigen Ruhe angehen. “Wir müssen langsam beginnen“, sagt er und setzt eine ernste Miene auf. “Die ersten Tage müssen wir aufpassen und Verletzungen vermeiden. Die Menschen denken, wir müssen sofort topfit sein, das ist aber unmöglich. Wir haben viele Verletzte und müssen daher kontrolliert trainieren.“

Und genau das ist auch sein größter Wunsch: “Ich habe einen Traum: Endlich mal mit einem fitten Kader arbeiten – auch für mein Spielsystem.“ Nicht nur aus diesem Grund, sieht Guardiola keinen Grund für einen großen Umbruch an der Säbener Straße. Der Verein braucht keine Veränderungen. Wenn Thiago, Martinez, Robben und Ribery fit sind, bin ich zufrieden.“

Den Franzosen will der Trainer bei seinem Weg zurück in die Mannschaft mit vollem Einsatz unterstützen. “Wir müssen ihm helfen. Er ist ein Kämpfer, hat alles versucht, um wieder zurückzukommen, aber es bringt nichts. Es dauert wohl noch. Am Anfang dachten wir, es sind nur vier oder fünf Tage, nun ist er schon lange verletzt. Wir müssen ihn einfach in Ruhe lassen und ihn einfach alles auskurieren lassen.“

Die Konkurrenz um den Titel ist groß

Die langwierige Verletzung des Leistungsträgers hat auch die Verpflichtung von Douglas Costa nötig gemacht. Guardiola verspricht sich eine Menge vom 24-jährigen Brasilianer. “Wir brauchten einen Spieler für das Eins-gegen-Eins. Robben und Ribery sind verletzt ausgeschieden, daher haben wir Costa geholt. Er hat internationale Erfahrung und er ist ebenfalls ein Kämpfer, wie wir in der Champions League gesehen haben.“

Dass die kommende Saison keine leichte wird, da ist sich der Spanier sicher. Zu hoch ist die Leistungsdichte in der Bundesliga. Vor allem den ewigen Rivalen Borussia Dortmund hat er auf dem Zettel. “Der neue Trainer bringt sicher mehr Motivation und Thomas Tuchel ist ein großartiger Trainer. Und Leverkusen ist mit Schmidt in der zweiten Saison und sehr gefährlich. Auch Wolfsburg und Schalke. Es gibt viele potentielle Jäger. Und viermal hintereinander hat noch nie jemand die Bundesliga gewonnen. Das heißt: Es wird sehr schwer.“

Einer, der ihm dabei helfen soll, ist Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger. “Ich plane mit ihm, ich will, dass er bleibt. Wenn er bleiben will, bin ich überglücklich, seine Qualität in der Mannschaft zu haben“, so Guardiola. Aber egal ob Schweinsteiger, Ribery oder Costa – der Coach weiß, für den Rekord von vier Meisterschaften in Serie, braucht er jeden Spieler.

Von Thomas Ziemann