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Hamburg - Der Winter mag in ganz Deutschland seine erste Duftmarke hinterlassen haben. Doch nirgends herrscht derzeit eine solch frostige Stimmung wie bei Werder Bremen. Kein Sieg - und drei Niederlagen - aus den vergangenen vier Bundesliga-Partien. Dazu das Aus im DFB-Pokal und in der Champions League.

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In der Liga setzte es zuletzt zwei bittere Klatschen gegen Mannschaften, die selbst weit hinter den eigenen Erwartungen zurückhängen. Am 11. Spieltag verlor Bremen mit 0:6 beim VfB Stuttgart. Vergangenes Wochenende unterlag man mit 0:4 beim FC Schalke 04.

Warten auf den "Dreier"

Am 14. Spieltag kommt es nun zum Nordderby gegen den FC St. Pauli. Der Aufsteiger, der erstmals seit April 2002 wieder an der Weser zu Gast ist, ist in der Liga sogar noch länger ohne "Dreier" als Werder. Fünf Spiele in Folge konnte St. Pauli nicht gewinnen. In diesem Zeitraum trafen die Hamburger nur zwei Mal ins Schwarze.

Da kommt Bremen eventuell geraderecht. Schließlich kassierte die Elf von Thomas Schaaf bereits 31 Gegentore. Nur der Tabellenletzte aus Mönchengladbach war bislang noch anfälliger für Gegentore (36). Und selbst auf den Angriff ist kein Verlass mehr. 19 Tore in 13 Spielen - nur vier Clubs waren harmloser.

Fehler im Spielaufbau

Die Verletzungsmisere der Bremer ist nicht außer Acht zu lassen. Dennoch: die elf Mann, die auf dem Rasen stehen, leisten sich zu viele Abspielfehler im Spielaufbau. Auf Schalke gab es . In der Woche zuvor waren es aus dem defensiven Mittelfeld heraus.

Das Problem setzte sich aber auch in der gegnerischen Hälfte fort. Gegen die Eintracht waren es im . In Gelsenkirchen waren es 44 Fehlpässe im Aufbauspiel.

Keine Flanken

Im offensiven Mittelfeld fehlt es an einem echten "Macher". Philipp Bargfrede brachte auf Schalke zwar 33 von 40 Pässen an, doch er kam und gab nur eine Torschussvorlage. Auch Wesley hatte .

Torsten Frings hatte die meisten Aktionen (133) aller Akteure, aber auch er kam offensiv nicht zum Zug. Drei Mal versuchte er es per Flanke - doch keine einzige kam (zwei Ecken, ein Freistoß).

Viel Spielraum für den Gegner

Wenig Offensive, wenig Spielfluss und viele Ballverluste: Das führt zwangsweise zu vielen guten Aktionen des Gegners. So gesehen auf Schalke. Die "Knappen" hatten im und rund um den gegnerischen Strafraum.

28 Flanken konnten die Schalker schlagen. Neun davon fanden ihr Ziel. Acht Torschussvorlagen, ein Assist und 14 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Ganz zu schweigen von den vier Bremer Gegentoren.

Hoffnung für St. Pauli

Eine Woche zuvor sah es - bis auf die Gegentore - . Bremen erlaubte 19 Flanken (sechs erfolgreich), 13 Torschussvorlagen und ebenso viele Torschüsse. erlaubte Bremen zwölf Flanken, sieben Torschussvorlagen und 16 Torschüsse. Dass allen sechs Treffern ein Assist vorausging, zeigt, wie viel Platz der VfB zum Spielen hatte.

Diese Zahlen sollten dem FC St. Pauli Mut machen. Gegen Wolfsburg kamen die Hamburger zu und ließen nur drei zu. 27 Flanken, elf Torschussvorlagen und ein Assist.

Systemwechsel auf dem Kiez

Der Grund für den Aufschwung war eine Systemumstellung. Holger Stanislawski ließ seine Mannschaft erstmals seit dem 6. Spieltag in einem 4-1-4-1-System auflaufen. (1:3) kamen die "Kiezkicker" zu elf Schüssen, 23 Flanken und sieben Torschussvorlagen.

"Ich habe die 'Doppel-Sechs' aufgelöst und Fabian Boll als 'Acht' spielen lassen. So konnte er mehr Akzente nach vorn setzen", beschrieb Stanislawski seine Umstellung. . Er hatte vier Torschüsse (die meisten bei St. Pauli), zwei Flankenversuche und brachte zwei Drittel seiner Pässe erfolgreich an. Allerdings kamen die offensiv ausgerichteten Gerald Asamoah und Marius Ebbers insgesamt nur auf .

Stanislawski bemängelte, wie leicht die sind - nämlich ganz einfach durch die Mitte. Das war auch schon beim letzten Spiel im 4-1-4-1-System so.