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Dortmund - Marco Reus war bei der 0:1-Niederlage des BVB gegen Hannover so etwas wie das Synonym der Dortmunder Krise. Seine Mannschaft dominierte das Spiel, allein der Nationalspieler schoss satte sieben Mal auf das Tor - ohne Ertrag und ohne Erfolg. Nach der Partie konnte ein ernüchterter Reus im Interview eine gewisse Ratlosigkeit nicht mehr verbergen.

Frage:Marco Reus, der BVB war überlegen, hat aber gegen Hannover auch wieder verloren. Wie kann so ein Spiel zustande kommen?

Marco Reus: Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, aber die Punkte haben wir wieder nicht geholt. Und das ist es, was am Ende zählt. Wir hatten klar die besseren Chancen, aber wir haben es verpasst, in den entscheidenden Phasen auch das Tor zu machen. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatten wir zwei, drei sehr gute Möglichkeiten. Aber wir haben das Tor nicht gemacht - auf der anderen Seite kassieren wir nach einem Standard das Gegentor.

Frage: Sie selbst hatten auch zwei, drei richtig gute Möglichkeiten. Warum will der Ball dann nicht über die Linie gehen?

Reus: Trotz allem ist es in erster Linie natürlich wichtig, dass wir solche Chancen überhaupt haben. Aber man muss die Dinger dann eben auch reinmachen und das haben wir gegen Hannover wieder nicht geschafft. Es ist schwer, jetzt wieder darüber zu diskutieren, warum wir die Chancen nicht genutzt haben. Sehr schwer. Wir müssen es analysieren, wir müssen kühlen Kopf bewahren und uns auf uns besinnen. Schließlich geht es am Dienstag schon wieder weiter.

"Wir sind richtig tief unten drin"

Frage: Je länger der BVB dem Tor hinterher lief, desto verkrampfter wirkten die Angriffe. Wird es irgendwann auch eine psychologische Sache?

Reus: Na klar, der Kopf spielt immer eine wichtige Rolle. Ich finde aber, dass wir immer so gut wie möglich klar geblieben sind in unseren Aktionen. Wir haben allerdings nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt, das hat man auch in manchen Situationen gesehen. Wir müssen einfach mehr Spaß am Spiel haben, dann machen wir auch irgendwann die Tore. Das Problem ist nur, dass wir leider nicht die Zeit haben. Die Spiele werden weniger und wir haben nicht so viele Punkte. Wir sind richtig tief unten drin.

Frage: Sie sprechen es an: Wie fühlt sich der Blick auf die Tabelle jetzt an, da der BVB nur noch ganz knapp über dem Strich steht?

Reus: Ich habe mir die Tabelle nach diesem Spiel noch gar nicht angesehen. Aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir uns voll auf uns konzentrieren. Wir müssen Lösungen suchen und Lösungen finden. Das gilt es jetzt zu besprechen.

Frage: Sehen Sie inzwischen auch die erneute Qualifikation für die Champions League in Gefahr?

Reus: Das ist so weit weg. Es wäre der falsche Ansatz, jetzt darüber zu reden.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte