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München - Dass er ein langweiliger Kerl ist, das nimmt Mario Mandzukic nach diesem Auftritt keiner mehr ab. Mit einem Tor und einer Vorlage hat der Kroate den FC Bayern beim Supercup gegen Borussia Dortmund zum ersten Titel der Saison geschossen. Die Konkurrenz um den Platz im FCB-Sturm darf sich nun erst einmal hinten anstellen.

"Ich bin zu Bayern gekommen, weil es Spaß macht, um Titel zu spielen - und jetzt ist schon einer da", freute sich der 26-Jährige nach dem 2:1 Erfolg, der das Ende einer Serie von fünf Bayern-Pleiten gegen den BVB markierte.

Mehr als ein Kopfball-Wunder



Er sei langweilig, am liebsten verbringe er seine freie Zeit zuhause, hatte Mandzukic kürzlich noch erklärt. "Ich hebe mir meine Dynamik für den Platz auf", sagte er.

Nur elf Minuten brauchte er gegen den BVB, um das zu beweisen: Nach sechs Minuten reagierte er bei einem Zuspiel von Franck Ribery gedankenschnell und versenkte den Ball per Flachschuss in den Maschen. Und vor dem 2:0 durch Thomas Müller in der 11. Minute zeigte er mit einem präzisen Pass in die Schnittstelle auf Arjen Robben, dass er auch den tödlichen Pass im Repertoire führt.

Hauptsächlich durch seine Kopfballtore fiel der kroatische Nationalspieler noch bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine auf. Als "Super Mario" feierten ihn die Fans in seiner Heimat für seine drei Tore. Seine Kopfballstärke war einer der Hauptgründe, warum der FC Bayern den Angreifer im Sommer vom VfL Wolfsburg an die Isar lotste.

Tymoshchuk hilft bei der Integration



Dort erleichterte ihm der ukrainische Teamkollege Anatoliy Tymoshchuk die Eingewöhnung. Durch die Ähnlichkeit der slawischen Sprachen können die beiden in ihren Muttersprachen kommunizieren. Mandzukic hat sich so schnell eingefunden in seiner neuen Heimat. Mit seiner Freundin und seinem Hund, einem Mops namens Lenni, hat er vor wenigen Wochen ein Haus bezogen.

Die Integration auf dem Rasen ging ähnlich rasant - und dabei brauchte es noch nicht einmal einen Treffer per Kopf. Schon nach seinem ersten Pflichtspiel ist klar: Mandzukic ist mehr als ein Kopfballungeheuer. Doch ist er auch mehr als eine B-Lösung im Bayern-Angriff?

"Die besten Titel kommen noch"



Momentan vertritt er dort den verletzten Mario Gomez. Den watschte FCB-Präsident Uli Hoeneß kürzlich öffentlich ab. Gomez sei gut, aber nicht sehr gut, sage Hoeneß. Ein paar Tage später folgte die böse Diagnose: Gomez musste sich drei Wochen vor dem Bundesligastart einer Operation unterziehen und fällt wohl mindestens für die ersten zwei Spieltage aus. Die Ärzte hatten freie Gelenkkörper im rechten Sprunggelenk festgestellt.

Das Pech des Nationalstürmers spülte Mandzukic in die Startelf. Prompt lieferte der schlagende Argumente für seine Aufstellung. "Ich freue mich nicht darüber, dass ich wegen sowas spielen muss", sagte Mandzukic und richtete Genesungswünsche an den Konkurrenten.

Dass er das Feld bei Gomez' Rückkehr aber nicht kampflos räumen wird, verheimlicht Mandzukic nicht. Schließlich ist er im Konfetti-Regen bei der Siegerehrung am Sonntagabend auf den Geschmack gekommen. "Jetzt müssen wir weitermachen. Die besten Titel kommen noch."

Aus der Allianz Arena berichtet Andreas Messmer