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München - Hannover und Mainz liefern sich einen packenden Krimi - mit dem besseren Ende für die Gäste. Der Titelverteidiger hat lange Zeit Probleme, der Finalist vom Vorjahr ist raus. Hertha feiert einen Pflichtsieg bei einem Traditionsverein. bundesliga.de präsentiert die frühen Partien vom Mittwoch im Überblick.

Hannover 96 - 1. FSV Mainz 05 0:1 n.V.

Bayern-Schreck Hannover 96 hat im DFB-Pokal eine böse Überraschung erlebt. Drei Tage nach dem stürmisch gefeierten Triumph gegen den Rekordmeister Bayern München in der Liga hatte 96 Torflaute und verlor in der 2. Runde nach einer schwachen Leistung gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 0:1 nach Verlängerung. Ein Tor von Andreas Ivanschitz in der 93. Minute sorgte für den nicht unverdienten Erfolg der Mainzer, die in der Liga seit acht Spielen ohne Sieg sind. In der dritten Minute der Nachspielzeit hielt außerdem FSV-Torhüter Christian Wetklo einen Foulelfmeter von Didier Ya Konan.

Die Gäste begannen alles andere als verhalten und hätten bereits in der achten Minute in Führung gehen können. Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting ließ mit einer geschickten Körpertäuschung gleich zwei Hannoveraner ins Leere laufen, verstolperte aber anschließend in guter Schussposition den Ball. Auch in der Folgezeit wirkten die Mainzer im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale spritziger und ballsicherer und hatten die Partie weitgehend unter Kontrolle.

Den Niedersachsen schienen die Strapazen vom schwer erkämpften Sieg gegen die Bayern noch in den Knochen zu stecken. Der Spielaufbau wirkte behäbig und schematisch, der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel fiel es leicht, das eigene Tor zu verteidigen. Erst in der 22. Minute gerieten die Mainzer erstmals in Gefahr, doch Wetklo entschärfte einen Schuss von Lars Stindl mit einem spektakulären Reflex. 120 Sekunden später hatte Marco Caligiuri den ersten Treffer für "05" auf dem Fuß, schoss jedoch knapp am linken Torpfosten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die ohnehin nur mittelmäßige Partie zusehends. Hüben wie drüben kamen kaum noch erfolgversprechende Kombinationen zustande. Eine der wenigen gelungenen Ballstafetten endete in der 57. Minute bei Choupo-Moting, der von Zieler gestoppt wurde. Im Gegenzug fand der ansonsten enttäuschende Mohammed Abdellaoue in Wetklo seinen Meister. In der Verlängerung schlug dann Ivanschitz zu. Nach einer langen Flanke von Zdenek Pospech schoss der österreichische Nationalspieler den Ball direkt mit dem linken Fuß ins kurze Eck, wo Zieler überrascht wurde.


Karlsruher SC - FC Schalke 04 0:2

Titelverteidiger Schalke 04 hat trotz einer blutleeren Vorstellung die zweite Hürde auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung genommen. Der Bundesligist setzte sich nach einem schwachen Auftritt dank eines Doppelschlags kurz vor Schluss 2:0 (0:0) beim Zweitliga-Drittletzten Karlsruher SC durch und zog damit ins Achtelfinale ein. Der niederländische Nationalspieler Klaas-Jan Huntelaar (81.) und Joel Matip (83.) erzielten die Treffer für die "Königsblauen". Im ausverkauften Wildparkstadion stand erneut Lars Unnerstall im Schalker Tor. Der Keeper war bereits am Sonntag im Punktspiel bei Bayer Leverkusen (1:0) zum Einsatz gekommen. Der ehemalige Nationaltorwart Timo Hildebrand gehörte noch nicht dem Kader der Gäste an.

Die Karlsruher gestalteten den Auftakt ausgeglichen und wären in der 11. Minute fast in Führung gegangen. Delron Buckley traf per Freistoß aber nur die Latte. Auch im Anschluss an diese Szene bekam der Favorit das Geschehen nicht in den Griff. Die Gastgeber strahlten mehr Torgefahr aus und waren deutlich aktiver. Die behäbigen Schalker waren sogar in den Zweikämpfen unterlegen. Von den Starstürmern Huntelaar und Raul war in dieser Phase nichts zu sehen.

Beide Angreifer mussten gegen Ende der ersten Hälfte bei den gefährlichen Standardsituationen der Karlsruher sogar im eigenen Strafraum aushelfen. Die Schalker Abwehr hatte zudem große Probleme mit den schnellen Offensivspielern der Gastgeber. Das gesamte Team der "Königsblauen" wirkte im ersten Durchgang alles andere als souverän. Das 0:0 zur Pause war schmeichelhaft für die Gäste, die sich keine echte Torchance erarbeitet hatten.

Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Schalker Sicht zunächst nicht besser. Nach 53 Minuten hatte Trainer Huub Stevens von den schwachen Offensivbemühungen genug und brachte Lewis Holtby ins Spiel. Nur wenige Sekunden später verbuchten die Schalker eine kleine Möglichkeit durch Matip. Kurz darauf hatte der KSC auf der Gegenseite seine zweite große Chance zur Führung durch Gaetan Krebs (62.). In der Folge ließen die Kräfte der Karlsruher nach. Schalke bekam das Spiel daraufhin zwar etwas besser in den Griff, hochkarätige Chancen erarbeiteten sich die Gäste aber dennoch nicht. Stattdessen musste Unnerstall wieder bei einem Freistoß Buckleys eingreifen (76.). In der Schlussphase schlug Schalke dann doppelt zu.


Rot-Weiss Essen - Hertha BSC 0:3

Hertha BSC Berlin darf weiter von seiner ersten Teilnahme am Finale des DFB-Pokals im heimischen Olympiastadion träumen. Der Bundesliga-Aufsteiger meisterte mit einem 3:0 (0:0) beim Viertligisten Rot-Weiss Essen am Ende problemlos seine Zweitrundenaufgabe und steht erstmals seit der Saison 2005/06 wieder im Achtelfinale. Regionalliga-Aufsteiger RWE verpasste seinerseits seine zweiten Coup gegen einen Hauptstadtclub, nachdem der Pokalsieger von 1953 in der ersten Runde Zweitligist Union Berlin mit 4:3 in der Verlängerung eliminiert hatte. Für die Hertha machten Adrian Ramos (64.), der ehemalige Essener Pierre-Michel Lasogga (72.) und Nikita Rukavytsya (86.) den Einzug in die nächste Runde perfekt.

Im Stadion an der Hafenstraße hatte der Tabellenzehnte der Bundesliga von Beginn an alles im Griff, konnte seine Überlegenheit zunächst aber nicht in Tore ummünzen. Gegen die kampfstarken Hausherren erspielten sich die Gäste bereits im ersten Durchgang einige sehr gute Chancen. Die erste gute Möglichkeit hatte der haushohe Favorit in der 12. Minute durch seinen Kapitän Fabian Lustenberger, der aber am aufmerksamen RWE-Torwart Dennis Lamczyk scheiterte. Drei Minuten später hatte Tunay Torun eine gute Gelegenheit, der Deutsch-Türke traf aber aus aussichtsreicher Position nur das Außennetz.

Hertha-Coach Markus Babbel hatte eine bessere B-Elf auflaufen lassen und gegenüber dem 0:0 am vergangenen Wochenenden gegen den 1. FSV Mainz 05 sieben Änderungen vorgenommen, was sich aber nicht sonderlich bemerkbar machte. Auch ohne den gesperrten Raffael sowie weitere Stammkräfte wie die ehemaligen Bayern Thomas Kraft, Andreas Ottl und Christian Lell dominierte die Hertha das Geschehen. Im Angriff fehlte den Berliner aber zunächst die Durchschlagskraft, nicht zuletzt weil Hertha-Torjäger Lasogga, der als Jugendlicher für RWE gespielt hat, von der Abwehr der Hausherren aus dem Spiel genommen wurde. Nach dem Seitenwechsel verstärkte Babbel durch die Einwechslung von Ramos seine Offensive, die Hertha tat sich aber weiter schwer.

Immerhin bewies Babbel ein goldenes Händchen, denn ausgerechnet Ramos brach den Bann. Nach einer Ecke von Patrick Ebert war der Kolumbianer per Kopf zur Stelle. Auf der Gegenseite scheiterte Suat Tokat am glänzend reagierenden Sascha Burchert (68,). Ebenfalls per Kopf sorgte U21-Nationalspieler Lasogga für die Vorentscheidung. Dabei profitierte er allerdings auch von der Unsicherheit des Essener Schlussmanns Lamczyk, der beim Versuch einer Faustabwehr den Ball nur leicht berührte.


Holstein Kiel - MSV Duisburg 2:0

Viertligist Holstein Kiel steht überraschend im Achtelfinale des DFB-Pokals. Der Spitzenreiter der Regionalliga Nord setzte sich gegen den Zweitligisten und letztjährigen Finalisten MSV Duisburg mit 2:0 (0:0) durch und erreichte damit zum ersten Mal seit 1979 wieder die Runde der letzten 16. Der Ex-Duisburger Rafael Kazior (54.) und Fiete Sykora (58.) erzielten die Treffer der Gastgeber, die damit auch ihr siebtes Heimspiel der Saison gewannen. In der ersten Runde hatten die "Störche" Energie Cottbus rausgeworfen. Im ausverkauften Holstein-Stadion mussten die Kieler zu Beginn eine Schrecksekunde überstehen. Torhüter Morten Jensen rettete gegen Janos Lazok (3.). Anschließend übernahmen allerdings die Gastgeber das Kommando und hatten durch Sykora die beste Chance zur Führung (17.). Sein Schuss strich allerdings knapp am Duisburger Tor vorbei.

Auch in der Folgezeit war kein Klassenunterschied zu erkennen, Kiel agierte auf Augenhöhe. Allerdings musste erneut Jensen in der 28. Minute sein ganzes Können aufbieten, um einen Schuss von Zvonko Pamic zu parieren. Ein dicker Patzer von Florian Fromlowitz bescherte Kiel nach dem Seitenwechsel die Führung. Der MSV-Schlussmann ließ einen Freistoß von Tim Siedschlag direkt vor die Füße von Kazior fallen, der nur noch einzuschießen brauchte. Auch den zweiten Treffer der "Störche" bereitete Siedschlag vor. Nach seiner Flanke war Sykora mit dem Kopf zur Stelle.