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Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 ist geschafft, nun startet Bundestrainer Joachim Löw sein Auswahlverfahren für den 23-köpfigen WM-Kader. 15 Spieler der deutschen Nationalmannschaft, angeführt von Kapitän Michael Ballack, haben acht Monate vor Turnierbeginn ihr Ticket für Südafrika nach derzeitigem Stand sicher.

Einige haben gute Chancen, für andere wiederum wird es eine Zitterpartie. Im Mai 2010 wird Löw sein Aufgebot nominieren.

Konkurrenz zwischen den Pfosten

Eine erste Entscheidung soll aber bereits nach den beiden letzten Länderspielen des Jahres am 14. und 18. November gegen Chile und Ägypten fallen: Welcher Keeper als Nummer 1 im Tor mit zur WM-Endrunde fährt. Derzeit hat der Leverkusener Rene Adler im Kampf mit Robert Enke, Manuel Neuer und Tim Wiese nach seiner Weltklasseleistung in Russland die besten Karten. Ein Problem in dieser Frage ist, dass Löw nur drei Torhüter nach Südafrika mitnehmen darf.

"Bislang hatte ich nicht den Eindruck, dass die Torhüter durch die offene Situation nervlich irritiert waren. Im Gegenteil: Der Konkurrenzkampf, so war mein Eindruck, hat sie angetrieben und sogar ein stückweit besser gemacht", sagte der Bundestrainer zu der Situation.

Löw, der in der WM-Qualifikation vor dem abschließenden Duell am Mittwoch (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker) in Hamburg gegen Finnland 27 Spieler eingesetzt hat, will sich bei der Besetzung seines WM-Kaders grundsätzlich aber noch alle Möglichkeiten offen halten. Man müsse die weiteren Wochen und Monate abwarten, hatte der Bundestrainer schon vor dem 1:0-Erfolg in Russland erklärt: "Es kann noch viel passieren." Er wolle nichts ausschließen, "wir würden uns ja selbst Chancen und Optionen verbauen".

Müller, Badstuber und Höwedes im Kopf

Zuletzt war bereits über die beiden jungen Münchner Thomas Müller (Angriff) und Holger Badstuber sowie den Schalker Benedikt Höwedes (beide Abwehr) spekuliert worden. Doch solche Spieler hätten nur dann noch eine Chance, "wenn sie wirklich über einen längeren Zeitraum sehr gute und überzeugende Leistungen bieten würden", sagte Löw. Ohnehin habe man zuletzt schon "viele junge Spieler integriert". In Russland hatte etwa Jerome Boateng vom Hamburger SV sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert. Ohnehin habe man zuletzt schon "viele junge Spieler integriert". In Russland hatte etwa Jerome Boateng vom Hamburger SV sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert.

Die Länderspiele in Köln gegen Chile und in Gelsenkirchen gegen Ägypten will der DFB-Coach ebenso wie das Spiel gegen Finnland nun zu Experimenten nutzen, "um in solchen Spielen noch einmal zu sehen, was für Möglichkeiten die jungen Spieler haben und ob man ihnen so ein Turnier zutrauen kann."

Thomas Müller wird wohl dabeisein. "Bayerns Thomas Müller war lange eine Überlegung, ihn mit nach Moskau zu nehmen. Ich denke, dass er im November bei den Spielen gegen Chile und Ägypten im Aufgebot stehen wird", sagte Löw der Bild-Zeitung.

Tür für Frings offen

Diskussionstoff wird es in den kommenden Wochen sicherlich genug geben. Schon zuletzt hatte es immer wieder Debatten um die Nichtberücksichtigung von Vize-Weltmeister Frings (Bremen) gegeben. Auch die Personalie Kießling, derzeit in der Liga bester Torschütze, birgt Zündstoff. Beide würden zum Kreis der Kandidaten gehören, erklärte Löw wiederholt.

"Für Frings werde ich die Tür offen halten, weil ich weiß, was für ein erfahrener Fußballspieler er ist", bestätigte der Bundestrainer: "Aber bei ihm lege ich die Messlatte besonders hoch: Er ist in seinem Alter nur richtig gut für die Mannschaft, wenn er körperlich absolut fit ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass Torsten so ein Turnier wie die WM optimal durchziehen kann, ist er eine Option."