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Braunschweig - Die schlechteste Ausgangsposition, aber die größtmögliche Motivation: Der Tabellenletzte Eintracht Braunschweig setzt im Abstiegskampf auf seine Heimstärke und auf die Unterstützung seiner tollen Fans. Am Wochenende trifft die Eintracht auf den FC Augsburg. Am Mittwoch trainierten die Löwen gleich zwei Mal. Besondere Maßnahmen ergreifen die Verantwortlichen in dieser Woche nicht (alle News im Abstiegs-Ticker).

Stürmer Dennis Kruppke sprach zwischen den beiden Trainingseinheiten mit bundesliga.de. Er wäre sehr enttäuscht, sollte es doch nicht mit dem Klassenerhalt klappen.

bundesliga.de: Herr Kruppke, jetzt geht es wirklich auf die Zielgerade. Noch zwei Partien stehen an. Spürt man im Team eine besondere Anspannung?

Dennis Kruppke (34): Es geht eigentlich. Wir verhalten uns auf dem Trainingsplatz wie immer. Wir geben Gas. Aber ab Freitag wird die Anspannung sicherlich wachsen. Es wird sicherlich am Samstag wieder eine außergewöhnliche Stimmung im Stadion herrschen. Ein Heimsieg gegen Augsburg ist die Grundvoraussetzung, um auch am letzten Spieltag noch weiter im Rennen zu sein.

bundesliga.de: Eintracht Braunschweig steht schon seit der Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz. Die vergangenen drei Partien verloren Sie jeweils mit 0:2. Was gibt Ihnen die Zuversicht, es doch noch zu schaffen?

Kruppke: Diese Phasen hatten wir schon oft in dieser Saison. Wir haben immer gezeigt, dass wir sehr gestärkt aus diesen Situation herausgegangen sind. Immer haben wir eine Reaktion gezeigt und das werden wir auch dieses Mal versuchen. Im letzten Heimspiel gegen Bayern haben wir ein gutes Spiel gemacht, daran sollten wir anknüpfen.

bundesliga.de: Am kommenden Samstag werden alle neun Partien gleichzeitig angepfiffen. Werden Sie mit einem Ohr hinhören, was die Konkurrenten auf den anderen Plätzen machen?

Kruppke: Wir müssen uns unsere Stärken vor Augen führen. Die Qualität, um in der Bundesliga mitzuhalten, haben wir mehrfach bewiesen. Wir dürfen uns jetzt nicht ablenken lassen, uns sollte egal sein, was auf den anderen Plätzen passiert.

bundesliga.de: Von der Papierform her hat die Eintracht, im Gegensatz zu ihren Konkurrenten, das vielleicht leichteste Restprogramm. Finden Sie nicht?

Kruppke: Puh. Das kann man sehen, wie man will. Wir haben jetzt zwei große Bretter vor der Brust. Der FC Augsburg ist ähnlich wir wir eine Mannschaft, die über den Teamspirit kommt und gezeigt hat, zu was sie in dieser Saison im Stande sind. Die Hoffenheimer haben bestimmt noch eine Rechnung mit uns aus dem Hinspiel (1:0 für Braunschweig, die Red.) zu begleichen. Die beiden Teams werden uns alles abverlangen.

bundesliga.de: Ein großer Pluspunkt im Abstiegskampf könnten die Fans werden. Haben Sie die Unterstützung Ihrer Anhänger in den letzten Tagen vermehrt gespürt?

Kruppke: Ja, schon, aber die Fans unterstützen uns schon seit Saisonbeginn fantastisch. Was die  machen, ist außergewöhnlich. Wenn man für die besten Fans der Liga zusätzliche Punkte bekommen würde, dann hätten wir ein paar mehr auf dem Konto.

bundesliga.de: Die Bayern haben gestern gegen Real Madrid verloren. Am Samstag spielen sie beim HSV. Wittern Sie Wettbewerbsverzerrung?

Kruppke: Das glaube ich nicht. Wir müssen erst mal unsere Hausaufgaben machen, abhängig von den Resultaten der anderen Mannschaften. Die Bayern wollen bestimmt eine Reaktion zeigen und sich einstimmen für das DFB-Pokalfinale. Auch Hannover 96 wird in Nürnberg Fairness walten lassen und das Spiel ordentlich über die Bühne bringen.

bundesliga.de: Sie sind einer der erfahrensten Spieler im Kader. Wie können Sie in der Endphase der Saison Ihrem Team besonders helfen?

Kruppke: Ich muss gar nicht viel machen, das regelt sich meistens alles von selbst. Meine Tür steht für die Teamkameraden immer offen. Aber die Jungs wissen, worauf es jetzt ankommt.

bundesliga.de: Haben Sie sich auch schon mal dabei ertappt, irgendwelche Rechenspiele anzustellen. Wie viele Punkte brauchen wir noch? Reicht ein Sieg? Was macht die Konkurrenz?

Kruppke: Jein. Im Existenzkampf erlebt man oft die wildesten Ergebnisse, deshalb ist es schwierig, Rechenszenarien anzustellen. Hoffenheim stand am letzten Spieltag der vergangenen Saison auch in Dortmund mit dem Rücken zur Wand. Diese ausweglose Situation hat zusätzliche Kräfte mobilisiert. Wenn wir unsere beiden Spiele gewinnen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir es packen.

bundesliga.de: Für fast alle Experten war Eintracht Braunschweig Abstiegskandidat Nummer eins. Nun ist ihr Team immer noch dran am Klassenerhalt. Hat das Team die Erwartungen nicht schon jetzt mehr als erfüllt?

Kruppke: Unser Saisonziel ist immer noch der Klassenerhalt. Es wäre für mich eine Riesenenttäuschung, wenn wir es nicht schaffen, aber daran verschwende ich noch keinen Gedanken.

Das Gespräch führte Alexander Barklage