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Beteiligte sprechen vom "Spiel der Spiele", von einem Duell, "auf das ganz Deutschland wartet". Am Freitag (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) trifft der FC Bayern auf 1899 Hoffenheim.

Der Aufsteiger will dem großen FC Bayern München die Vormachtstellung streitig machen. Eine ganze Fußball-Nation ist elektrisiert.

Besondere Situation

Wohl noch nie in der 46-jährigen Geschichte der Bundesliga hat eine Begegnung am 16. Spieltag für derart viel Aufregung und Aufmerksamkeit gesorgt. Das deutsche Gipfeltreffen wrid in 168 Länder live übertragen.

Beim Überraschungstabellenführer aus dem Kraichgau herrscht der völlige Ausnahmezustand. Und selbst beim deutschen Rekordmeister, der als Zweiter drei Punkte hinter dem frechen Neuling liegt, war der Rummel zuletzt so groß, als ob es in der Champions League gegen Real Madrid oder Manchester United ginge.

Viel Respekt

Dabei empfängt der FC Bayern "nur" 1899 Hoffenheim - und dennoch misst auch Bayern-Manager Uli Hoeneß dem Spitzenspiel eine ungeheuere Bedeutung zu. "Das zeigt doch die wahre Gemütslage der Bayern. Offensichtlich werden wir von ihnen brutal ernst genommen", sagte 1899-Coach Ralf Rangnick.

In der Tat zeigen die Münchner vor dem Aufsteiger "viel Respekt", wie auch Trainer Jürgen Klinsmann vor dem "Sechs-Punkte-Spiel" verdeutlichte. An der Zielsetzung der wieder erstarkten und seit 13 Pflichtspielen ungeschlagenen Bayern ändert dies aber nichts.

Sie wollen noch Herbstmeister werden und mit einem möglichst klaren Sieg die Verhältnisse im deutschen Fußball wieder zurechtrücken. Man werde Hoffenheim "zeigen, wo der Bartel den Most holt", meinte deshalb auch Präsident Franz Beckenbauer.

"Wir kennen diese Situation

Dies will Rangnick, der gegen die Bayern als Trainer eine positive Bilanz aufweist, mit seiner jungen Truppe jedoch mit aller Macht verhindern. Entsprechend trägt er Selbstvertrauen zur Schau.

"Wenn es ein Western wäre, was es nicht ist, dann würden wir uns ihren Skalp holen wollen. Wenn Bayern verliert, wäre es ein Erdrutsch", sagte Rangnick, um dann den berühmten Vergleich mit dem kleinen unbeugsamen Dorf in Gallien, das sich den Römern erfolgreich widersetzte, zu bemühen: "Wir wollen einen Ausgang wie im Asterix-Heft." Auch Sead Salihovic sieht eine "gute Chance, wenn wir uns nicht verstecken. Wir sind momentan besser".

Doch die seit Jahren in Liga, Pokal und Champions League kampferprobten Bayern, die oft in ähnlichen Drucksituationen Klasse gezeigt haben, reagierten auf die Sprüche des aufmüpfigen Dorfclubs betont gelassen. "Wir kennen diese Situation, dass wir nicht verlieren dürfen. Ansonsten gibt es Häme. Aber damit können wir leben. Wir wissen, was wir tun müssen", sagte Kapitän Mark van Bommel.

Antworten auf dem Platz

Auch Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn ("Der FC Bayern wird wohl ziemlich klar gewinnen") glaubt fest daran, dass sein Ex-Verein die bessere Mentalität besitzt. Der Rekordmeister sei es "seit gut dreißig Jahren gewohnt, zu jagen oder gejagt zu werden. Dazu kommt der interne Druck auf die Mannschaft. Denn - ich sage es mal so - es wird ungern gesehen, dass da quasi ein Emporkömmling vor dem FC Bayern steht", meinte der frühere Bayern-Keeper in einem Bild-Interview.

Die Erwartungshaltung vor der Partie ist auf jeden Fall riesig, zumal Hoffenheim im bisherigen Saisonverlauf mit seinem Offensiv-Fußball begeistern konnte und damit oft die Bayern in den Schatten stellte. Auch deshalb seien seine Spieler "bis in die Haarspitzen motiviert", erklärte Klinsmann, der dem ganzen Vorgeplänkel jedoch keine Aufmerksamkeit schenken will: "Wir wollen die sportlichen Fragen positiv beantworten, alles andere ist zweitrangig."

Bewährungsprobe

Hoffenheim habe dabei "nichts zu verlieren", sagte Bayerns Nationalspieler Bastian Schweinsteiger: "Wenn sie gegen uns gewinnen, freut sich die ganze Nation, wenn sie unentschieden spielen, schmunzeln die meisten und wenn sie verlieren, passiert gar nichts."

Bei einem Münchner Sieg wären beide Teams punktgleich. Erst ein Erfolg mit vier Toren Unterschied würde dem Rekordmeister die Tabellenführung bescheren. Doch so vermessen sei man nicht, "dass wir mit dem Torverhältnis rumspielen", sagte Klinsmann: "Wir wollen ein gutes Spiel machen und die drei Punkte."

Vor "der Bewährungsprobe für die ganze Mannschaft", so 1899-Verteidiger Andreas Beck, kann Rangnick personell aus dem Vollen schöpfen. Die zuletzt angeschlagenen Chinedu Obasi und Demba Ba sind einsatzfähig. Auch beim FC Bayern wird neben dem Langzeitverletzten Willy Sagnol wohl nur Ersatzspieler Lukas Podolski (Rückenprobleme) ausfallen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

München: Rensing - Oddo, Lucio, Demichelis, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Ze Roberto, Ribery - Klose, Toni

Hoffenheim: Haas - Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger - Weis, Luiz Gustavo, Carlos Eduardo - Obasi, Ibisevic, Ba

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)