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München - Sein Revier ist die linke Außenbahn. Juan Bernat ist quasi auf der Überholspur zuhause. Im Rekordtempo hat der Spanier auf dem linken Flügel einen Stammplatz beim FC Bayern München erobert. Dabei ebnete erst ein Schritt zurück dem 21-Jährigen den Weg.

Ausgebildet wurde Bernat als offensiver Linksaußen beim FC Valencia. Nach dem Abgang von Jordi Alba zum FC Barcelona 2012 übernahm er in Valencia dessen Position als Linksverteidiger. Mit starken Leistungen in der vergangenen Saison spielte er sich in den Fokus des FC Bayern, der ihn im Sommer nach München holte. "Ich habe die letzten Jahre hart dafür gearbeitet, so eine Chance zu bekommen", sagte Bernat unlängst im Interview mit bundesliga.de.

Guardiola schenkt Bernat das Vertrauen

Seit seinem sechsten Lebensjahr spielte der am 1. März 1993 in einem Vorort Valencias geborene Bernat für den Club seiner Heimatstadt - München ist nun etwas völlig Neues. "Für mich war es schon eine schwierige Situation, da ich zum ersten Mal von zuhause weggegangen bin", gibt Bernat zu. Doch Spieler und Trainerteam erleichterten ihm die Integration - allen voran Landsmann Pep Guardiola.

Der Coach schenkte dem Youngster von Anfang an das Vertrauen. Bernat stand in jedem Pflichtspiel der Bayern in dieser Saison auf dem Platz - und nur in zwei Bundesliga-Spielen nicht in der Startelf. Zusammen mit Dauerbrenner David Alaba bildet Bernat das Defensiv-Duo auf der linken Außenbahn. Beide übernehmen wechselweise mal den offensiveren, mal den defensiveren Part. Ganz egal ob Guardiola mit Dreier- oder Viererkette spielt, Alaba und Bernat sind die Konstanten auf der linken Seite.

"Ein guter Typ"

Besonders wegen seiner Spielweise passt Bernat perfekt in Guardiolas Spielphilosophie. "Er spielt so Fußball, wie er redet: kurz, knapp, schnell, prägnant", charakterisierte Sport-Vorstand Matthias Sammer den Zugang bei dessen offizieller Vorstellung. An den Deutschkenntnissen arbeitet Bernat fleißig. Noch fühlt er sich allerdings nicht so sicher, weswegen er außerhalb des Platzes eher zurückhaltend agiert.

"Er ist ein schüchterner Kerl - aber ein guter Typ", beschreibt ihn sein Trainer Guardiola. Auch im Spiel könnte er sich in manchen Momenten noch mehr zutrauen. Bernat sucht oft den Weg nach vorne, entscheidet sich vor dem Tor aber lieber für den Pass zum Nebenmann, als für den Schuss aufs Tor. So blieb er zuletzt gegen Hannover ohne Abschluss. Bislang brachte es Bernat immerhin auf acht Schüsse und elf Torschussbeteiligungen.

Nachholbedarf hat er bei seinen Flanken. So fand noch keine seiner elf Hereingaben einen Abnehmer. Bernats Stärken liegen dafür in seiner taktischen Disziplin und seiner Fairness: In seinen bisherigen sieben Bundesliga-Spielen beging Bernat nur ein einziges Foulspiel. "Er hat in den letzten Spielen sehr, sehr gut gespielt", urteilte Guardiola.

Del Bosque nominiert Bernat

Diese Leistung hat sich auch bis in seine spanische Heimat herumgesprochen. Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque nominierte Bernat erstmals für die Seleccion. In den EM-Qualifikationsspielen in der Slowakei (9. Oktober) und in Luxemburg (12. Oktober) winkt dem Youngster das Debüt für den Europameister.

"Ich habe ihm zu dieser tollen Nachricht gratuliert", sagte Guardiola. "Mit 21 Jahren das erste Mal für die Nationalmannschaft nominiert zu werden, ist super - für ihn, für seine Familie und für Bayern München." Nach seiner bisherigen Entwicklung im Rekordtempo ist dies nur der nächste logische Schritt auf der Überholspur.

Maximilian Lotz

Der FC Bayern München im Startcheck