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Es war ein Derby, wie es sich die Fußballfans nur wünschen konnten. Bissig geführte Zweikämpfe, Emotionen auf dem Platz, eine packende Aufholjagd.

Das ist es, was der Fan am Samstagnachmittag sehen will. Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 machte seinem Namen alle Ehre. Nach einem 0:3 erkämpften die Hausherren noch ein Remis.

bundesliga.de fasst das Derby" mit seinen Höhepunkten zusammen.

20. Spielminute, 0:1 Jefferson Farfan (Handelfmeter)

Die Anganfsphase gehört den Gastgebern. Dortmund macht früh Druck und beginnt das "Derby" mit hohem Tempo. Das erste Mal jubeln, dürfen dann allerdings die Anhänger von "Königsblau". Der peruanische Neuzugang der Schalker, Jefferson Farfan erzielt per Handelfmeter die 1:0-Führung für die Gäste. Nachdem BVB-Verteidiger Neven Subotic im Sechzehner die Hand zur Hilfe nimmt zeigt der Unparteiische Lutz Wagner auf den Punkt. Für Farfan ist es die Bundesliga-Torpremiere für die "Knappen" bei seinem Bundesligadebüt.

39. Spielminute, 0:2 Rafinha

Mit dem 2:0 kurz vor der Pause schockt Schalkes Außenverteidiger Rafinha die Gastgeber. Nach schönem Zuspiel von Heiko Westermann trifft der flinke Brasilianer aus spitzem rechten Winkel und lässt BVB-Keeper Roman Weidenfeller keine Chance. Die Borussen wirken zu diesem Zeitpunkt verunsichert und Schalke geht mit einem beruhigenden Zwei-Tore-Polster in die Pause.

54. Spielminute, 0:3 Heiko Westermann

Abwehrrecke Heiko Westermann macht den Sack für "Königsblau" mit seinem dritten Saisontreffer scheinbar zu. Nach einer Kopfballhereingabe von der linken Seite von Kevin Kuranyi, setzt sich Westermann im Luftduell gegen Neven Subotic durch und nickt zur beruhigenden 3:0-Führung ein. Nur die größten Optimisten glauben jetzt noch daran, dass die Dortmunder in dieser Partie etwas Zählbares mitnehmen können. "Wir haben 70 Minuten lang sehr gut gespielt. Es war vielleicht das beste Spiel, seitdem ich hier auf Schalke bin", resümierte der Torschütze nach der Partie.

67. Spielminute, 1:3 Neven Subotic

Hoffnung keimt auf im ausverkauften Signal Iduna Park auf, als Neven Subotic, ebenfalls mit seinem dritten Treffer in dieser Spielzeit, die Fans jubeln lässt. Nach einer Ecke vom zur Halbzeit eingewechselten Alexander Frei, köpft das Abwehrtalent die Kugel gegen die Laufrichtung von Schalkes Torwartdebütant Rolf Fährmann sehenswert ins lange Eck. "Wir haben gut angefangen, verdient geführt und in der zweiten Halbzeit auf 3:0 erhöht. Dass wir dann ein Gegentor kassieren, kann passieren, aber was dann passiert, kann ich nicht verstehen", äußert sich Schalkes Verteidiger Mladen Krstajic über den weiteren Spielverlauf.

71. Spielminute, 2:3 Alex Frei

Mit einem sensationellen Schuss aus der zweiten Reihe bringt der eingewechselte Alexander Frei seine Borussia zurück ins Spiel. Sein Geschoss aus 20 Metern schlägt unhaltbar für den Debütanten im Tor der Schalker, im linken Winkel ein. "So ein Spiel habe ich als Torwart auch noch nicht mitgemacht. Die schießen zwei Traumtore in einem Spiel", gibt sich der Neuling nach Abpfiff konsterniert. BVB-Trainer Klopp freute sich nach der Partie über sein gutes Händchen: "Alex Frei hat auf den Rängen noch mal einen Schub ausgelöst und auch auf dem Platz."

73. Spielminute, Gelb-Rote Karte für Christian Pander

"Wenn man 3:0 hinten liegt in so einem Derby, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man durchdreht in den Zweikämpfen. Da hat meine Mannschaft die Nerven im Griff behalten", lobte BVB-Coach Jürgen Klopp seine Mannschaft. Anders die Schalker. Sie überdrehten nach den ersten beiden Gegentreffern und fanden nicht mehr das richtige Maß in den Zweikämpfen. Christian Pander war der Erste, den Schiedsrichter Lutz Wagner vorzeitig unter die Dusche schickte. Nachdem der Linksfuß zwei Fouls in vier Minuten beging, war für den Nationalspieler Schluss.

76. Spielminute, Rote Karte für Fabian Ernst

Drei Minuten später traf es dann Panders Kollegen Fabian Ernst. Mit einer rüden und unnötigen Attacke holte er im Mittelfeld den gut aufgelegten Jakub Blaszczykowski von den Beinen. Lutz Wagner blieb keine andere Wahl, als den Abräumer ebenfalls des Feldes zu verweisen. "Ich sehe in der Situation, die zum Platzverweis führt, unglücklich aus. Ich rutsche mit dem Standbein weg und treffe ihn leicht am Knöchel. Der Schiedsrichter will mir nur Gelb zeigen, aber der Assistent zeigt sofort auf die Gesäßtasche", sieht der Übeltäter die Szene nach dem Schlusspfiff etwas anders.

89. Spielminute, 3:3 Alex Frei (Handelfmeter)

Nachdem Jakub Blaszczykowski eine Flanke von Kringe dem überraschten Mladen Krstajic im Strafraum an den Arm köpft, zeigt Schiri Wagner zum dritten Mal an diesem Nachmittag auf den Punkt. Alexander Frei schnappt sich die Kugel und verwandelt sicher. Er krönt Dortmunds Aufholjagd mit dem sechsten Treffer der Partie und seine überragende Leistung mit seinem zweiten Treffer in dieser Halbzeit.

Abpfiff in Dortmund

Frei und Co. freuen sich über die furiose Aufholjagd und können sich fast wie Gewinner bei dieser Punkteteilung fühlen. "Wir waren der moralische Sieger. Die Leute spüren das auch. Wir haben zum Schluss noch mal alles gegeben, da fühlt sich das wie ein Sieg an," bilanzierte Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl nach dem packenden Derby. S04-Trainer Fred Rutten hat nach dem Spiel eine Erklärung, warum man eine 3:0-Führung noch aus den Händen gab: "Ich hatte das Gefühl, dass wir nach der Führung ein bisschen arrogant agiert haben."