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Gelsenkirchen - Auf Klaas-Jan Huntelaar ist einfach Verlass. Mit seinem Kopfballtor bereitete er Schalke den Boden für den 2:0-Erfolg über Hertha BSC und sorgte zugleich für einen erfolgreichen Einstand des neuen Trainers Roberto Di Matteo. Im Interview spricht der Niederländer über sein Tor und den Schlüssel zum Erfolg, über den neuen Trainer und die nächste Aufgabe gegen Sporting Lissabon.

bundesliga.de: Klaas-Jan Huntelaar, wie bewerten Sie das Spiel gegen Hertha BSC?

Klaas-Jan Huntelaar: Wir haben von Anfang an gut gespielt, Druck gemacht auf den Gegner und die Vorgaben des Trainers gut umgesetzt. Wir haben ab der Mittellinie Druck aufgebaut, wenn Hertha nach vorne spielen wollte. Wir sind alle drauf gegangen, alle auf den Mann gegangen. So konnte Hertha die Bälle nicht vernünftig nach vorne kombinieren, sondern musste oft zurückspielen. Wir haben so ganz wenig zugelassen.

"Hatten eine gute Organisation"

bundesliga.de: War die kompakte Defensive der Schlüssel zum Erfolg?

Huntelaar: Es war das zweite Mal in dieser Saison, dass wir zu Null gespielt haben. Das spricht für sich und ist ein Kompliment an unsere Defensive. Es gab viele umkämpfte Bälle, viele Zweikämpfe. Wir haben defensiv sehr gut gearbeitet, hatten eine gute Organisation und sind sehr stabil aufgetreten.

bundesliga.de: Wie zufrieden waren Sie mit der Offensivleistung? Schalke hat zwar zwei Tore gemacht, aber es gab insgesamt auch nur zwei Schüsse, die überhaupt auf das Tor der Berliner gegangen sind.

Huntelaar: In der ersten Habzeit haben wir einige Chancen kreiert. Da hatten wir drei gute Möglichkeiten, im zweiten Durchgang dann auch noch die eine oder andere. Nach den beiden Toren konnten wir abwarten auf gute Konterchancen. Wichtig war aber in diesem Spiel, dass wir die Null gehalten haben. So gewinnt man Spiele.

"Er ist ein Trainer, der weiß, was er will"

bundesliga.de: Was war denn bei Ihrem Treffer los? Es gab ein kurzes Geschubse mit Ihrem Landsmann John Heitinga…

Huntelaar: Ich stehe einfach nur und warte auf den Ball. Er hat den Kontakt zu mir gesucht und hatte seine Hände an mir. Die habe ich weggemacht, das war schon alles. Dann kam die Flanke von Jule und ich habe den Ball optimal mit dem Kopf erwischt.

bundesliga.de: Für Roberto Di Matteo bedeutet der Sieg einen Einstand nach Maß. Welchen Eindruck haben Sie vom neuen Trainer?

Huntelaar: Es ist schwierig, nach so kurzer Zeit schon etwas zu sagen. Bis jetzt macht Roberto di Matteo auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck. Er ist ein Trainer, der weiß, was er will. Er stellt uns taktisch sehr gut ein vor der Partie. Aber am wichtigsten ist es, dass wir als Mannschaft unsere Spiele gewinnen. Sonst kommt immer Unruhe auf.

"Wenn Du gewinnst, sind die Tage leichter"

bundesliga.de: Gibt der Sieg über Hertha BSC jetzt auch neues Selbstbewusstsein für die Aufgabe in der Champions League gegen Sporting Lissabon (Champions-League-Gruppenphase)?

Huntelaar: Das Selbstbewusstsein ist jetzt gut, keine Frage. Dass wir gewonnen haben, bringt Selbstvertrauen und ist gut für die Moral in der Mannschaft. Wenn du gewinnst, sind die Tage leichter. Wir freuen uns jetzt auf das Spiel gegen Lissabon. Für uns ist das eine sehr wichtige Partie. Gegen Maribor haben wir zuletzt zuhause keinen Sieg geholt, darum müssen wir das jetzt am Dienstag unbedingt nachholen.

bundesliga.de: Sie haben eine Bandage am Knie - ist Ihr Einsatz am Dienstag gefährdet?

Huntelaar: Ich denke, dass es nicht so schlimm ist. Es hat etwas gezwickt im Knie, aber bis Dienstag wird es wieder gehen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte