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Dortmund - Mit Kevin Kampl kam noch einmal Leben in die BVB-Offensive, doch am Ende musste sich Dortmund mit einem 0:0 gegen den 1. FC Köln zufrieden geben. Der slowenische Nationalspieler, eingewechselt nach 61 Minuten, war dabei trotzdem ein Gewinner: Mit seinem engagierten Auftritt hat er ein gutes Empfehlungsschreiben abgegeben für einen Einsatz am Mittwoch gegen Juventus Turin.

Auch nach der Partie versteckte sich Kevin Kampl nicht und war einer der wenigen Dortmunder, die sich den Fragen stellten. Im Interview spricht er über die Probleme gegen Köln und richtet den Blick in der Tabelle auch nach unten. Für das Rückspiel in der Champions League gegen Juventus Turin aber zeigt sich der 24-Jährige ausgesprochen optimistisch: "Wir können am Mittwoch etwas Großes schaffen."

Frage: Kevin Kampl, nur ein torloses 0:0 gegen den 1. FC Köln: Wie ordnen Sie dieses Spiel und dieses Ergebnis ein?

Kevin Kampl: Man muss wirklich sagen, dass die Kölner es sehr gut gemacht. Sie standen defensiv sehr gut und haben es uns schwer gemacht, die Lücke nach vorne zu finden. Sie haben auch gut umgeschaltet und hatten selbst ihre Chancen. In der zweiten Halbzeit haben wir es zwar besser gemacht. Aber es ist uns immer noch nicht gelungen, die letzte Chance vor dem Tor zu kreieren. Wir müssen versuchen, in solchen Spielen noch besser die entscheidende Lücke zu finden und wirklich zu klaren Torchancen zu kommen.

Frage: Woran hat es gelegen, dass der BVB keine richtige Durchschlagskraft entwickeln konnte?

Kampl: Das müssen wir analysieren, auch im Video. Dann werden wir sicher sehen, wo sich Lücken geboten hätten nach vorne. Und dann kann der Trainer uns sicher ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

"So viele Punkte sammeln, wie eben möglich"

Frage: Nach dem 0:0 in Hamburg gibt es für den BVB wieder nur einen Punkt. Ist das nicht zu wenig für eine Aufholjagd in der Tabelle?

Kampl: Ich rede nicht von einer Aufholjagd und ich denke auch nicht viel darüber nach. Ich schaue immer noch mit einem Auge nach unten, weil alles in der Tabelle noch sehr eng zusammen ist. Wenn du dir da einen Ausrutscher erlaubst, hängst du wieder mitten unten drin. Wir sollten erstmal nur so viele Punkte sammeln, wie eben möglich. Im übrigen wussten wir vorher, dass Köln eine gute Auswärtsmannschaft ist. Wenn man das Spiel im Ganzen betrachtet, müssen wir mit dem Punkt leben. Und wir sollten dem Sieg jetzt auch nicht nachtrauern, schließlich haben wir am Mittwoch schon wieder ein schweres Spiel vor der Brust.

Frage: Sie sprechen es an, am Mittwoch steht in der Champions League das Rückspiel gegen Juventus Turin an. Erwarten Sie dann einen Gegner, der nicht so tief steht wie jetzt der 1. FC Köln?

Kampl: Das wird man sehen. Gut möglich, dass Juventus auch tiefer steht und auf Konterchancen lauert. Wir müssen auf jeden Fall in den Tagen bis zum Spiel noch mal daran arbeiten, auch gegen tief stehende Gegner die Lücke zu finden und einen besseren Plan zu haben. Ich bin mir sicher, dass wir Juve zu Hause schlagen können.

Frage: Sie sind also Optimist, was das Weiterkommen angeht?

Kampl: Mit unseren Fans, mit der tollen Kulisse im Rücken können wir das schaffen. Davon bin ich fest überzeugt. Das Auswärtstor in Turin war extrem wichtig für uns. Es wird ein spannendes Spiel. Aber wenn wir 90 sehr gute Minuten haben, dann können wir am Mittwoch etwas Großes schaffen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte