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Mario Gomez, Miroslav Klose und Luca Toni - im Sturm haben die Bayern kein Problem. So müsste man eigentlich denken. Doch genau hier stottert die Maschinerie des Starensembles.

Nach dem 5. Spieltag dachten alle, dass der FC Bayern ein Offensivfeuerwerk nach dem anderen zünden würde und drei Tore pro Spiel garantiert sind. Arjen Robben wurde einen Spieltag zuvor verpflichtet und die Münchner schossen in fünf Partien (DFB-Pokal und Champions League mitgezählt) sage und schreibe 18 Treffer. Die Neuverpflichtung Mario Gomez schlug gleich vier Mal zu.

"Es gibt immer Zeiten, in denen Stürmer nicht treffen"

Genau das war eingetroffen, was sich der Vorstand des FCB schon seit Jahren so sehnlichst wünscht: erfolgreicher UND attraktiver Fußball. Alle träumten schon wieder von Meisterschaften und der Champions League - zu früh gefreut. Seit dem 7. Spieltag ist der Wurm drin. Die Bayern treffen das Tor nicht mehr. Drei Spiele ohne Treffer sind das Resultat.

Für den ehemaligen Bayern-Angreifer Carsten Jancker "gibt es kein Sturmproblem, da genug gute Stürmer vorhanden sind. Es gibt eben immer mal wieder Zeiten, in denen die Stürmer nicht treffen. Das ist gerade nun einmal der Fall, aber wird sich nach der Länderspielpause auch wieder ändern".

Eigentlich schon abgeschrieben

Man kann dem Rekordmeister nicht vorwerfen, dass er sein Spiel nach vorne vernachlässigt hätte. Denn wie auch Jancker gegenüber bundesliga.de erklärt, "waren genug Chancen da, nur das Quäntchen Glück hat gefehlt." Jenes Glück gilt es eben in den nächsten Spielen wieder zu erzwingen. Vielleicht auch mit einem Mann, der in dieser Spielzeit erst knapp 30 Minuten zum Einsatz kam.

Luca Toni könnte der große Gewinner in der Bayern Sturm-Flaute werden. Auch Ex-Coach Ottmar Hitzfeld ist von den Qualitäten des 32-Jährigen überzeugt. "Van Gaal hat sicher mit Luca Toni noch einen Trumpf in der Hand und wenn er diesen Trumpf zieht, wird er wieder erfolgreich sein", glaubt Hitzfeld.

"Ein Duo, das seinesgleichen sucht"

Aber auch ein anderer hat wieder Selbstvertrauen getankt. Miroslav Klose schoss mit seinem "goldenen Tor" gegen Russland die deutsche Nationalmannschaft zur WM 2010 in Südafrika. Er selbst wartet nun nur noch darauf, "dass bei mir auch in der Bundesliga wieder der Knoten platzt". Klose hat in dieser Saison noch keinen Treffer für den FCB erzielt.

Hitzfeld sieht sogar ganz neue Optionen im Sturm, weg von dem 4-3-3-System mit Ribery und Robben auf den Außen und nur einer wahren Spitze: "Ich habe bei Bayern München mit Luca Toni und Miroslav Klose gute Erfahrungen gemacht. Das ist ein Stürmer-Duo, das seinesgleichen in Europa und nicht nur in Deutschland sucht."

"Kein richtiger Spielmacher"

Carsten Jancker hingegen macht sich weniger Gedanken über den Sturm, sondern sieht Handlungsbedarf auf einer anderen Position: "Ich sehe einfach das Problem, dass sie keinen richtigen Spielmacher haben. Auf den Außen sind sie natürlich weltklasse besetzt, aber es fehlt derjenige, der das Spiel in die Hand nimmt und auch die tödlichen Pässe spielen kann".

Ob die Tore letztendlich über Außen, durch die Mitte oder auch durch den neuen abwehrenden Stürmer Daniel van Buyten fallen, dürfte den Fans am Ende egal sein. Qualität im Angriff ist jedenfalls mehr als genug vorhanden, auch wenn Ivica Olic, Arjen Robben und Franck Ribery derzeit verletzt sind.

Norman Thalwitzer