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Vedad Ibisevic und sein Kreuzbandriss: Diese Meldung hat Fußball-Deutschland durcheinander gewirbelt.

Am vergangenen Mittwoch zog sich der 24-jährige die schwere Verletzung im Testspiel gegen den Hamburger SV zu, am Donnerstag reiste er nach Deutschland und am Freitag wurde er in Heidelberg bereits erfolgreich operiert.

Im Interview auf der Webseite des Herbstmeisters zeigt sich der bosnische Nationalspieler aber bereits wieder voller Tatendrang für die nun anstehenden Reha-Maßnahmen.

Frage: Vedad Ibisevic, es ist die vielleicht banalste Frage der Welt, aber: Wie geht es Ihnen im Moment?

Vedad Ibisevic: Danke, so weit ganz gut. Im Krankenhaus zu liegen, ist natürlich nie so toll. Aber die Operation ist super verlaufen, das Knie tut nicht weh. Es schaut ganz gut aus.

Frage: Der Schock war natürlich groß, als es hieß, Sie könnten sich möglicherweise das Kreuzband gerissen haben. Wie war es bei Ihnen?

Ibisevic: Nach dem Zweikampf mit Jerome Boateng, der mich eigentlich gar nicht richtig getroffen hatte, wusste ich schon, dass etwas passiert ist. Die erste Kernspintomographie in Spanien hat ja dann fast schon Klarheit geschaffen. Ich konnte eigentlich gar nicht richtig nachdenken was nun kommt, weil ich gleich nach Deutschland gereist bin. Es war aber natürlich schon sehr schwer, als die Verletzung endgültig bestätigt wurde.

Frage: Ist der erste Schock auch bei Ihnen schon vorüber?

Ibisevic: Ich habe im Kopf sofort umgeschaltet und versucht, so positiv wie möglich damit umzugehen. Es ist nun einmal so, wie es jetzt ist. Nun heißt es einfach wieder, gesund zu werden. Ich bin auch sehr froh, dass die Operation so schnell gemacht werden konnte. Ich arbeite ab sofort daran, dass es wieder nach oben geht.

Frage: Schon am Tag der OP haben Sie mit Trainer Ralf Rangnick, Manager Jan Schindelmeiser telefoniert, aber auch von den Mitspielern viel Zuspruch erhalten. Wie ist der bei Ihnen angekommen?

Ibisevic: Es haben sich so viele Leute bei mir gemeldet, vor allem per SMS. Ich bin ja gemeinsam mit Tomislav Maric und unserem Physiotherapeuten Thomas Schuster nach Deutschland geflogen, die waren fast die ganze Zeit bei mir, die Mitspieler haben sich auch sofort gemeldet. Mir bedeutet das wirklich sehr viel. Ich hoffe sehr, dass wir weiter zusammenhalten und gemeinsam erfolgreich sein werden.

Frage: Da kann man ja direkt die Frage nach Ihrem Vertrag anschließen. Sie haben Anfang der Woche bereits angedeutet, dass einer Vertragsverlängerung eigentlich nichts entgegen spricht. Und Manager Jan Schindelmeiser äußerte sich bereits, dass Ihre Verletzung keine Auswirkungen auf die Vertragsgespräche haben wird. Was sagen Sie dazu?

Ibisevic: Diese gesamte Unterstützung ist für mich sehr wichtig und ich weiß sie absolut zu schätzen. Aber dieses Thema möchte ich momentan eigentlich überhaupt nicht kommentieren. Es ist unwichtig. Ich werde hier von allen super unterstützt und das ist erst einmal wichtig.

Frage: Wie sieht nun Ihr weiteres Programm aus?

Ibisevic: Ich werde bis Mitte der Woche noch im Krankenhaus bleiben müssen. Mit der Reha haben wir eigentlich schon begonnen. Ich habe eine Bewegungsschiene für das Knie, mit der man kleine Bewegungen machen kann. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen schon einmal bei der Mannschaft vorbei schauen kann.

Frage: Sie werden nun die Spiele erst einmal von der Tribüne aus verfolgen müssen. Das wird sicherlich sehr weh tun, oder?

Ibisevic: Die meisten Schmerzen in den ersten Tagen hatte ich eigentlich im Kopf und im Herzen. Ich hätte natürlich sehr gerne in der Rückrunde da weitergemacht, wo wir in der Vorrunde aufgehört haben. Ich wünsche der Mannschaft auf jeden Fall alles Gute und dass sie die Kraft hat, weiter so gut zu spielen. Ich werde sie von der Tribüne aus voll unterstützen.

Frage: Gab es auch schon Reaktionen aus der Nationalmannschaft?

Ibisevic: Unser Nationaltrainer (Miroslav Blazevic) hat sich gemeldet, ja. Ich bekomme auch aus Bosnien sehr viel Unterstützung, das bedeutet mir natürlich eine ganze Menge. Mein Handy klingelt auch dauernd.

Frage: Zum Abschluss: Beschreiben Sie doch einmal Ihre momentanen Gedanken.

Ibisevic: Die ersten Tage waren noch schwer. Jetzt ist die Situation so, wie sie nun einmal ist. Ich schaue jetzt einfach nur positiv nach vorne und versuche, so schnell wie möglich hundertprozentig fit zurückzukommen.