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Der Hamburger SV kann dank eines Doppelpacks unmittelbar vor der Pause weiter vom Europa-League-Finale im eigenen Stadion träumen.

Die Hanseaten setzten sich im Viertelfinal-Hinspiel in einer teilweise packenden Partie mit 2:1 (2:1) gegen den belgischen Meister Standard Lüttich durch, haben aber wegen des Gegentores in einer Woche in Lüttich noch eine ganz schwere Aufgabe vor sich, um wie im Vorjahr die Vorschlussrunde zu erreichen.

Das Finale im Visier

Mladen Petric mit einem Foulelfmeter (42.) und Ruud van Nistelrooy (45.) schossen die Tore für die Hausherren, die eine spielerisch und kämpferisch starke Leistung zeigten, aber erneut verwundbar in der Abwehr wirkten. Dieudonne Mbokani (30.) hatte die Gäste in Führung geschossen.

"Eine Stadt, ein Finale, ein Ziel" stand in großen Lettern auf einem Plakat, das seit ein Paar Tagen an der Haupttribüne des HSV-Stadions hängt. Das große Ziel, das Endspiel der Europa League am 12. Mai in der eigenen Arena soll Spieler und Fans zusätzlich motivieren. "Wir haben nach dem 0:1 sehr couragiert gespielt und unser Spiel durchgezogen. Dafür hat sich die Mannschaft ein Kompliment verdient. Wir haben nun in Lüttich eine große Chance", sagte Matchwinner van Nistelrooy. Petric meinte: "Das ist sicher kein optimales Ergebnis, aber wir sind immer in der Lage, auswärts ein Tor zu schießen."

Das Hinspiel begannen die Hamburger schwungvoll. Die Mannschaft war gegenüber dem schwachem Auftritt bei der 0:1-Niederlage am vergangenen Sonntag in Mönchengladbach nicht wiederzuerkennen. Trainer Bruno Labbadia hatte Nationalspieler Piotr Trochowski zunächst auf die Ersatzbank gesetzt und brachte den Türken Tunay Torun.

Pitroipa holt Strafstoß heraus

Auch Jonathan Pitroipa durfte von Beginn an auflaufen und sorgte auf der linken Seite für viel Wirbel. Der 23-Jährige holte auch geschickt den Foulelfmeter heraus, den Petric zum Ausgleich verwandelte.

Bereits nach zehn Sekunden war auch van Nistelrooy im Gästestrafraum zu Fall gekommen. Verteidiger Victor Ramos hatte den Niederländer am Arm gezogen, für einen Elfmeter reichte dieses Vergehen Schiedsrichter Martin Atkinson (England) aber nicht aus.

Die Gastgeber spielten sich anschließend klare Feldvorteile heraus, kamen gegen die dichtgestaffelte Standard-Abwehr aber zunächst nicht zu klaren Gelegenheiten. Torwart Sinan Bolat klärte einmal stark gegen Petric (32.), in der 40. Minute verfehlte van Nistelrooy freistehend. Pech hatten die Hanseaten außerdem, als der Niederländer in der 36. Minute nur den Pfosten traf.

Gäste kontern gefährlich

Der von etwa 4000 Fans begleitete zehnmalige belgische Meister suchte aus einer disziplinierten Deckung heraus immer wieder die Chance zu gefährlichen Kontern. Bereits in der 13. Minute tauchte Mbokani aussichtsreich vor dem HSV-Tor auf, sein Schuss wurde gerade noch von Dennis Aogo geblockt.

Nach dem Wechsel ging es vor beiden Toren hoch her, weil beide Teams auf einen weiteren Treffer aus waren. So verpasste Petric mit einem Fernschuss das Lüttich-Tor nur um Zentimeter (63.). Auf der Gegenseite hatte der HSV Riesenglück, als Mbokani mit einem Kopfball nur die Latte traf und den anschließenden Nachschuss am Tor vorbei schoss.