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Hamburg - Hamburg oder Berlin, Berlin oder Hamburg. In den vergangenen Wochen drehte sich alles um diese beiden Städte. Nein, es ging nicht um Fußball sondern um den deutschen Bewerber für die Olympischen Spiele 2024. Am Montagabend empfahl der DOSB Hamburg ins Rennen zu schicken. Eins zu Null für die Hansestadt.

Nur allzu gerne würde der HSV den Berlinern am Freitagabend in der Imtech Arena eine weitere Niederlage beifügen. Trainer Zinnbauer weiß über die Bedeutung der Partie gegen den unmittelbaren Konkurrenten Hertha BSC: "Es ist das berühmte Sechs-Punkte-Spiel."

Zinnbauer hofft auf positiven Olympia-Effekt

"Ich freue mich sehr für die Stadt, dass sie sich gegen Berlin durchsetzen konnte. Hamburg ist wunderschön, leider hatte ich seitdem ich hier bin noch nie so intensiv Zeit die Sehenswürdigkeit der Stadt zu bewundern. Als Bundesliga-Trainer ist man sehr eingespannt", entschuldigte sich Zinnbauer. Der Trainer hofft am Freitagabend neben der Unterstützung der Fans auch auf einen positiven Nebeneffekt. "Vielleicht beflügelt das Hamburg-Votum die Spieler, wir als HSV haben das Projekt "Feuer und Flamme für Hamburg" ja auch unterstützt."

Für beide Teams ist die Partie am Freitagabend unter Flutlicht eine sehr bedeutsame. "Klar ist das Spiel wichtig, aber die Spiele zuvor in Hoffenheim oder gegen den BVB waren es auch. Mit einem Sieg könnten wir Hertha in der Tabelle überflügeln, das muss das Ziel sein", so Zinnbauer. Der 44-Jährige erwägt für die Heimpartie eventuell sogar eine Systemänderung. Unter der Woche konnte der lange verletzte Relegationsheld Pierre-Michel Lasogga wieder mit der Mannschaft trainieren. Über einen Einsatz des Ex-Herthaners hat Zinnbauer aber noch nicht entschieden. "Die Chance, das Pierre dabei ist, ist groß. Aber wir werden einen Einsatz mit ihm zusammen abstimmen." Lasogga könnte dann zusammen mit Ivica Olic eine Doppelspitze bilden.

Duell zweier defensivstarker Teams

Sowohl Hertha BSC als auch der HSV sind nicht gerade für ihr kreatives Ballbesitz-Spiel berühmt. Beide Mannschaften stecken mitten im Abstiegskampf, wo Schönspielerei nicht an der erster Stelle steht. Zinnbauer legte in der vergangenen Trainingswoche trotzdem seinen Schwerpunkt auf die Arbeit mit dem Ball.

"Die Hertha wird sehr kompakt stehen und auf Konter lauern", erklärte Zinnbauer, "ich würde mir wünschen, dass wir das Spiel dominieren, wäre aber auch froh, wenn wir einfach nur gewinnen. Es wird kein Zuckerschlecken und Ballstafetten kann man von uns auch nicht erwarten."

Adler will Chance nutzen - van der Vaart von Beginn an?

Im Kasten der Rothosen wird, wie schon nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim, Rene Adler stehen. Der Ex-Nationaltorwart zeigte beim 0:3 gegen die TSG keine großen Schwächen und darf auch auf mehr als nur den Stellvertreterposten von Drobny hoffen. "Ich bin froh, dass wir zwei so gute Torhüter haben. Rene wird alles dafür tun, auch in Leverkusen noch im Tor zu stehen", ist sich Zinnbauer sicher, der nach der Ein-Spiel-Sperre Jaroslav Drobny keinen Freifahrtschein geben wird.

Neben Adler kann sich auch HSV-Kapitän Rafael van der Vaart Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz machen. Gegen Hoffenheim saß der Niederländer 90 Minuten auf der Bank. Für einen Einsatz sprechen gegen defensivorientierte Hauptstädter sicherlich seine Kreativität und sein Augen, die Stürmer des HSV perfekt in Szene zu setzen. "VDV" könnte den gelb gesperrten Jiracek ersetzen. Auch Lewis Holtby steht dem Trainer nach seinem Comeback in Hoffenheim wieder zur Verfügung. Zinnbauer hat allmählich wieder mehr Alternativen im Kader, vor allem für das Offensivspiel.

Freitagabend zuhause: HSV seit 17 (!) Jahren ungeschlagen

Die letzten drei Begegnungen mit dem HSV konnte allesamt Hertha gewinnen und das bei einem Torverhältnis von 7:0! Die Berliner sind seit drei Spieltagen unbesiegt und konnten sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Das Team von Trainer Pal Dardai bleibt jedoch das zweitschlechteste Auswärtsteam der Liga und holte nur neun Punkte in zwölf Auswärtspartien. Dagegen steht die gute Heimbilanz der Rothosen - nur zwei der letzten neun Heimspiele wurden verloren.  Außerdem hat der HSV eine stattliche Bilanz, wenn freitagabends zuhause angepfiffen wird, denn die Hamburger haben seit 17 (!) Jahren im eigenen Stadion kein Freitagabend-Spiel mehr verloren!

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage