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Bayer 04 Leverkusen hat mit einem 4:0 gegen Eintracht Frankfurt am Freitag vorgelegt, jetzt muss der Hamburger SV im Nordderby bei Hannover 96 (ab 15 Uhr im Live-Ticker) nachlegen. Der Abstand des HSV auf Spitzenreiter Leverkusener beträgt momentan vier Punkte.

Doch bei den Hanseaten läuft es momentan nicht rund. Nur zwei Punkte holte das Team von Bruno Labbadia aus den vergangenen drei Spielen in der Bundesliga - darunter das 2:3 zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. Und auch am Donnerstag in der Europa League reichte es vor heimischem Publikum nur zu einem torlosen Remis gegen Celtic Glasgow.

Mangelnde Durchschlagskraft

"Wir haben keine Krise. Wenn man schlechte Ergebnisse erzielt, weil man schlechte Leistungen abliefert, dann kann man von einer Krise sprechen", erklärte Offensivspieler Eljero Elia die Situation im bundesliga.de-Interview

Der HSV-Motor stottert aber gewaltig. Konnten die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Top-Stürmer Mladen Petric und Paolo Guerrero anfangs noch durch eine "Jetzt-erst-Recht"-Reaktion kompensiert werden, fehlt es den Hamburgern mittlerweile offensichtlich an Durchschlagskraft im Angriff. Die jungen Marcus Berg und Jonathan Pitroipa sind einfach zu schwankend in ihren Leistungen.

Wundertüte Hannover

Die Personalmisere in der Offensive ist jedoch nicht das einzige Problem von Labbadia. Allerdings scheint sich ein wenig Besserung abzuzeichnen. So konnte Guy Demel die abschließende Trainingseinheit absolvieren und reiste zusammen mit der Mannschaft nach Niedersachsen. Der Ivorer plagte sich in den vergangenen Tagen mit Wadenschmerzen herum. Tomas Rincon, eigentlich ein Mittelfeldspieler mit Drang nach vorne, wird nun wohl wieder auf die Bank rücken.

Mit an Bord auf dem Weg nach Hannover war auch Jerome Boateng, der wie Demel gegen Celtic noch hatte passen müssen. Schon am Freitag waren die Spätfolgen der Sprunggelenksprellung aus dem Gladbach-Spiel endgültig auskuriert. Eines ist für Labbadia klar: "Wir müssen vor der Länderspielpause ein letztes Mal alle Kräfte bündeln."

Zumal die Hamburger in Hannover auf einen Gegner treffen, der höchst wechselhafte Ergebnisse erzielt. Das weiß auch Marcell Jansen: "Manchmal hat Hannover einen Lauf und sie schlagen jedes Team, dann verlieren sie wieder Spiele, die sie eigentlich gewinnen müssten"

Bergmann selbstbewusst

Die Hausherren haben nach dem 1:0 in Köln Aufwind. Dennoch, für den 96-Coach sind die Gäste klar die Favoriten. "Das Team von Bruno Labbadia steht nicht ohne Grund so weit vorn in der Tabelle. Der HSV hat außergewöhnliche Einzelspieler, die auch im Team hervorragend agieren. Für uns von Hannover 96 ist das eine besondere Herausforderung", sagte Bergmann.

Da trifft es sich gut, dass sich die Fragezeichen in der Defensive aufgelöst haben. Karim Hagguis Knöchelprobleme sind überwunden, und auch die Rückenbeschwerden von Christian Schulz sind behoben. Für Spielmacher Arnold Brüggink kommt ein Einsatz aber wohl noch zu früh.

Bergmann sieht sein Team gegen den HSV auf jeden Fall nicht chancenlos: "Wenn wir Mut und Einsatz zeigen, aber auch spielerisch ans Limit gehen, können wir gewinnen." In der vergangenen Saison klappte das ganz gut. Da gewannen die 96er in der AWD-Arena deutlich mit 3:0.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis