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München - Da Bayern und Dortmund erst am Sonntag ins Geschehen eingreifen, können sich Favres "Fohlen" am Samstag zumdindest für eine Nacht den Platz an der Sonne sichern. Ohne Marco Reus, aber mit viel Selbtbewusstsein aus den letzten Wochen treten die Gladbacher in Augsburg an.

In den weiteren Spielen steigt in Bremen das Nord-Duell Werder gegen Wolfsburg, in Mainz treffen mit dem FSV und dem HSV zwei formstarke Teams im Aufwind aufeinander. Köln und der SCF wollen einen Schritt aus dem Keller machen, während der "Club" Hoffenheim zu Gast hat (alle Spiele, ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC Augsburg - Borussia Mönchengladbach

Gladbach liegt nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Bayern München. Mit einem Sieg in Augsburg kann die Borussia zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung übernehmen. Bei der Jagd nach der Herbstmeisterschaft muss die Borussia aber erneut auf Offensivspieler Marco Reus verzichten. Der Nationalspieler (zehn Saisontore) fehlt erneut wegen seines gebrochenen kleinen Zehs. Reus hatte die Verletzung vor zwei Wochen beim Derbysieg beim 1. FC Köln (3:0) erlitten und schon das Topspiel gegen Meister Borussia Dortmund (1:1) verpasst.

Der Tabellendritte muss in Augsburg zudem auf Joshua King (Adduktorenprobleme) verzichten. Fraglich ist der Einsatz von Havard Nordtveit und Matthias Zimmermann (beide Prellung am Sprunggelenk). "Es sollte reichen, ihr Einsatz ist aber nicht sicher", sagte Trainer Lucien Favre. Von der Tabellenkonstellation blenden lassen, will sich der Coach nicht. "Rein von der Tabelle sind wir vielleicht der Favroit. Ich habe aber mehrere Spiele von Augsburg gesehen und bin sicher, dass uns ein hartes Stück Arbeit erwartet."

Den Schock, dass Stammkeeper Simon Jentzsch die restliche Hinrunde sicher ausfällt, haben die Augsburger immer noch nicht recht verdaut. Dennoch sagt Trainer Jos Luhukay: "Simon hat es ja versucht. Aber die Rückrunde ist so extrem wichtig, dass wir das Risiko nicht eingehen wollen, dass er dann wegen falschem Ehrgeiz vielleicht drei, vier Monate ausfällt." Gegen seinen Ex-Club (2008 stieg er mit der Borussia auf, wurde dann aber nach sieben Spieltagen entlassen) sieht er sein Team klar in der Außenseiterrolle. "Gladbach ist meilenweit von uns entfernt. Wir müssen einen superguten Tag erwischen und mit der Unterstützung der Fans muss die Mannschaft über sich hinauswachsen", hofft er.

SV Werder Bremen - VfL Wolfsburg

Personalsorgen an der Weser: Werder muss gegen die "Wölfe" auf Marko Marin verzichten. Der Spielmacher leide unter Problemen im Beckenbereich, sagte Trainer Thomas Schaaf. Der Ausfall trifft die Norddeutschen besonders hart, weil bereits Aaron Hunt (Rotsperre) und Mehmet Ekici (Bauchmuskelzerrung) nicht spielen können. Als Ersatz wird aller Voraussicht nach der erst 19 Jahre alte Florian Trinks zum Einsatz kommen. "Er hat in den vergangenen Wochen an Sicherheit hinzugewonnen", sagte Schaaf.

Unterdessen hat Geschäftsführer Klaus Allofs erneut einen Wechsel von Stürmerstar Claudio Pizarro in der Winterpause ausgeschlossen: "Das ist Zeitverschwendung. Er hat einen Vertrag bei uns und wir haben nie über einen Wechsel gesprochen." Zuletzt war spekuliert worden, dass Italiens Pokalsieger und Vizemeister Inter Mailand den Peruaner verpflichten wolle. Pizarro, dessen Vertrag in Bremen im Sommer ausläuft, ist mit elf Saisontoren Werders bester Torjäger.

Gäste-Trainer Felix Magath hat derweil ein besonderes Mittel angewandt, um sein seit zwei Spielen siegloses Team auf das schwere Gastspiel an der Weser einzustimmen. Die Wolfsburger bezogen ein Kurztrainingslager, um sich ohne Ablenkung auf das Duell einzustimmen. "Mit dem Zusammenkommen versuchen wir, die Konzentration zu erhöhen", erklärte der Trainer. Er kann auf die genesenen Hasan Salihamidzic und Mario Mandzukic zugreifen. Makoto Hasebe fällt hingegen aus. Laut Magath seien Jan Polak oder Sebastian Schindzielorz geeignete Alternativen. Der Coach gibt sich zuversichtlich vor der richtungweisenden Partie: "Ich denke, dass wir unsere Chancen in Bremen bekommen und dass wir sie auch nutzen werden."

1. FSV Mainz 05 - Hamburger SV

Die beiden Teams sind im Aufschwung: Mainz ist seit drei, Hamburg seit sieben Spielen ungeschlagen. Bei den Nullfünfern ruhen die Hoffnungen erneut auf Regisseur Andreas Ivanschitz. "Wie er sich in Position bringt und wichtige Tore erzielt - so ist er ein herausragender Faktor für uns", sagte Trainer Thomas Tuchel über den Österreicher, eine leichte Erkältung plagte. Für Samstag ist er aber voll einsatzbereit, wie auch Landsmann Julian Baumgartlinger, der ebenfalls verschnupft war. Für Nikolce Noveski, Marcel Risse und Adam Szalai kommt das HSV-Spiel allerdings noch zu früh. Das Trio wird zuschauen, genau wie Eugen Polanski, der noch ein Spiel Sperre absitzen muss. Tuchels "Matchplan" steht bereits: "Es muss aufmerksam verteidigt werden in der allerletzten Reihe, aber auch die Zufuhr auf die Angreifer im Ansatz unterbunden werden", fasst der Coach zusammen.

Der Hamburger SV kann wieder auf seinen Stürmer Mladen Petric zurückgreifen. Nach sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses kehrt der Kroate in den Kader von Trainer Thorsten Fink zurück. Ein Einsatz von Beginn an ist aber unwahrscheinlich. "Für einen Platz in der Startelf fehlt noch etwas", sagte Fink. Entwarnung gab es auch bei Abwehrspieler Jeffrey Bruma. Der Niederländer, der sich bem 2:0-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Nürnberg an der Schulter verletzt hatte, kann in Mainz auflaufen.

Sein Startelf-Debüt beim HSV wird am Samstag wohl Ivo Ilicevic geben. Nach bisher vier Einwechslungen kündigte Fink am Donnerstag an, seinen Mittelfeldspieler in die Anfangsformation zu beordern. "Er hat in den vergangenen Wochen hervorragend trainiert", sagte Fink. Ilicevic war kurz vor Ende der Wechselfrist aus Kaiserslautern nach Hamburg gewechselt.

1. FC Köln - SC Freiburg

Der 1. FC Köln zeigt sich vor dem Duell mit Freiburg von den Spekulationen über einen möglichen Wechsel von Lukas Podolski genervt. "Jeden Tag werden in den Medien neue Gerüchte kolportiert. An unserer Position, die bekannt ist, hat sich gar nichts geändert", erklärte FC-Geschäftsführer Volker Finke. "Wir wollen Lukas Podolski natürlich beim 1. FC Köln halten und werden mit ihm im Winter das Gespräch führen." FC-Trainer Stale Solbakken richtet den Fokus lieber auf das Sportliche. Der Norweger warnt davor, die Mannschaft des SC Freiburg zu unterschätzen: "Die Freiburger sind derzeit in einer guten Verfassung, treten als positiv denkende Mannschaft auf. In den letzten Spielen kamen sie nach einem Rückstand immer wieder zurück, holten gegen Hannover verdient einen Punkt. Es wird ein schwieriges Spiel für uns."

Nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage möchte Freiburgs Trainer Marcus Sorg "die positive Entwicklung der Mannschaft" mit weiteren Punkten auf fremdem Platz vorantreiben. Fehlen werden Oliver Barth (Innenbandriss) und Mensur Mujdza (Mittelfußbruch) und Simon Brandstetter (Infektes). Hoffnung besteht dagegen, dass Jan Rosenthal wieder eine Rolle spielen kann. Der Mittelfeldspieler kehrte nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück.

"Wir wissen seit dem 12. Spieltag, dass wir Spiele nach Rückständen noch umbiegen, noch positiv darauf reagieren können", sagt Sorg. Dazu kämen die Gegner zu deutlich weniger Torchancen, als noch in der Anfangsphase der Saison. "Das ist eine positive Entwicklung der Mannschaft, die mit unglaublich viel Moral, physischer Stärke und großer Entschlossenheit verbunden ist."

1. FC Nürnberg - 1899 Hoffenheim

Zwei Clubs, ein Problem: Weder Hoffenheim noch Nürnberg hatten zuletzt Grund zum Jubeln und blieben auf des Gegners Platz torlos. 1899 gewann nur eine der letzten neun Partien, die Franken nur eine der vergangenen zehn Partien. "Wir stehen in der Pflicht, Gas zu geben", weiß 1899-Cheftrainer Holger Stanislawski. "Wir müssen mit aller Macht gegensteuern, das Glück auch mal erzwingen", erklärte der gebürtige Hamburger: "Nürnberg hat eine körperlich starke Truppe, die mit dem gleichen Problem zu kämpfen hat wie wir: Sie schießen keine Tore."

Roberto Firmino könnte helfen, dieses Problem bei 1899 zu beheben. Der Brasilianer wurde wie Chinedu Obasi nach dem neuerlichen Fauxpas begnadigt. "Er hat seine Lektion gelernt, trainiert gut und kann uns in dieser Situation weiterhelfen", hofft Stanislawski. Auf Chinedu Obasi (Sprunggelenksverletzung) muss der Coach im Restjahr 2011 verzichten. Die zuletzt angeschlagenen Edson Braafheid und Gylfi Sigurdsson sind wieder Alternativen für den 18er-Kader.

"Club"-Trainer Dieter Hecking kann gegen 1899 wieder auf Albert Bunjaku zurückgreifen. Der Schweizer steht erstmals seit Ende Oktober wieder im FCN-Kader. "Er hat im Training einen guten Eindruck gemacht", sagte Hecking. Bunjaku hatte seit dem Pokalspiel in Aue gefehlt. Er wird aber zunächst auf der Bank sitzen. Hecking plant erneut mit der gleichen Startformation. "Wir haben eine gute Mischung gefunden", meinte er. Die Mannschaft präsentiere sich stabiler, auch wenn das Ergebnis nicht so erfreulich gewesen sei. Gegen 1899 fordert Hecking nun, daran anzuknüpfen, "was wir in Hamburg bis zum Fünfmeterraum gut gemacht habe" Erst 2012 kann der FCN wieder auf die verletzten Javier Pinola (Schambeinentzündung) und Mike Frantz (Gipsschiene am Sprunggelenk) zurückgreifen. Auch Per Nilsson (Reha nach Achillessehnen-OP) fehlt weiterhin.