ANZEIGE

Köln - Bayerns Kapitän wird auf seine alten Tage noch zum Torjäger, Gladbach liegt auf Meisterkurs, Werder findet das Tor nicht mehr. Während Schwarz-Gelb trotz Star-Comeback immer tiefer in die Krise rutscht, gelingt dem VfB Stuttgart ein gefühlter Sieg. Die Zahlenspiele des 8. Spieltags.   

Im 321. Bundesliga-Einsatz schnürte Philipp Lahm erstmals einen Doppelpack. Weltmeister, Champions-League-Sieger, mehrfacher Deutscher Meister. Welche Träume möchte sich der Bayern-Star wohl gerne noch erfüllen? Genau: "", scherzte der 30-Jährige nach dem 6:0 gegen Werder Bremen. Trainer Pep Guardiola äußerte sich hingegen "kritisch" zur Leistung seines Kapitäns. "Ich bin ein wenig enttäuscht, denn ich hatte einen Hattrick von ihm erwartet. Er wird vielleicht nicht mehr spielen." So wird es dann wohl doch nichts mit der Torjägerkrone.

Durch den 3:0-Sieg bei Hannover 96 bleibt Borussia Mönchengladbach erstmals seit 38 Jahren nach den ersten acht Runden ohne Niederlage. Zuletzt gelang dies im letzen Meisterjahr 1976/77. Wo könnte das in dieser Saison hinführen? "16 Punkte, das ist ein guter Start, mehr nicht", sagte Trainer Lucien Favre gewohnt unaufgeregt, obwohl seine Fohlen aktuell als Bayern-Jäger Nummer eins den "Rest der Tabelle" anführen. "Noch ist es zu früh. Viele Mannschaften liegen sehr eng zusammen", will Stürmer Max Kruse keine Prognose wagen. Dennoch, nach 13 Pflichtspielen ohne Niederlage geht die "Elf vom Niederrhein" weiter mit viel Selbstbewusstsein an die nächsten Aufgaben heran. Und ausgerechnet am kommenden Spieltag kommt es im Borussia Park zum Showdown mit den Bayern.

Bei der 0:6-Schlappe beim FC Bayern blieb der SV Werder Bremen während des kompletten Spiels ohne Torschuss. Seit Beginn der Datenerfassung in der Spielzeit 1992/93 hat noch keine Mannschaft dieses Negativ-Kunststück vollbracht. "Das war grottenschlecht und inakzeptabel. Heute haben wir gespielt wie ein Tabellenletzter und Absteiger", meinte Manager Thomas Eichin nach dem mittlerweile schlechtesten Start der Vereinsgeschichte. Trainer Robin Dutt hingegen hegt weiter Grund zur Hoffnung: "Wir haben in der vergangenen Saison die Kurve bekommen und werden das auch diesmal schaffen." Schüsse aufs gegnerische Tor könnten dabei durchaus helfen.

Nach 14-monatiger Verletzungspause feierte Dortmunds Ilkay Gündogan sein Bundesliga-Comeback, 434 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel. "Es ist schön, nach so langer Zeit wieder zurück zu sein", sagte der 23-Jährige, der mit 93 Ballkontakten und einer Passquote von 86 Prozent beim 1:2 in Köln noch zu den auffälligsten Akteuren seines Teams gehörte. Nach der lang ersehnten Rückkehr gleich eine Niederlage erklären zu müssen, hätte er sich freilich gerne erspart. Noch fehle nicht nur bei ihm selbst die nötige Durchschlagskraft und "die hundertprozentige Galligkeit". Ganz Schwarz-Gelb scheint momentan auf der Suche nach alter Stärke zu sein.

Historische Aufholjagd des VfB Stuttgart beim 3:3 gegen Bayer Leverkusen. Einen Drei-Tore-Rückstand noch auszugleichen war den Schwaben zuletzt am 27. September 1980 beim 3:3 in Dortmund gelungen - vor 34 Jahren. "Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, dass ich schon solche Spiele erlebt habe, die ich dann noch 4:3 gewonnen habe", sagte Trainer Armin Veh nach dem erkämpften Punkt, obwohl er sich in der ersten Hälfte zeitweise gefragt habe "wo ich hier eigentlich bin". Veh weiter: "Solche Spiele machen doch den Sport aus und den Job so interessant." Und die Bundesliga insgesamt.

Markus Hoffmann