ANZEIGE

Freiburg - Es bleibt dabei: Der 1. FC Köln kann gegen den SC Freiburg einfach nicht gewinnen. Am Samstag hätte der FC allerdings einen Punkt verdient gehabt. Schließlich zeigte er eine Leistung, auf die man im Abstiegskampf aufbauen kann.

"Herzlichen Glückwunsch an den SC Freiburg - mal wieder“, bilanzierte FC-Coach Peter Stöger sarkastisch. Schließlich hatte der FC schon das Hinrunden- und das DFB-Pokalspiel gegen den SC verloren, als am Samstagnachmittag auch die Bundesliga-Punkte vier bis sechs an die Freiburger gingen.

Respekt vom Gegner

Und dennoch gab es einen Unterschied zu den Niederlagen im Hinspiel und im Achtelfinale des DFB-Pokals. Denn diesmal war der FC ebenbürtig, wenn nicht gar das bessere Team: "Das Ergebnis ist bitter“, schob Stöger dann auch nach. "Denn wir haben hier eine sehr ordentliche zweite Halbzeit gespielt."

Das stimmte und das war auch allen im Lager des Gegners bewusst, dessen Trainer Christian Streich von einem "glücklichen Sieg" seiner Mannschaft sprach, ehe er sich von seinem Kölner Kollegen verabschiedete. Der wiederum war redlich genug, nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern die Fehler im eigenen Spiel zu suchen: "Es bringt uns ja nichts, uns über eine gute Halbzeit zu freuen, wenn wir es nicht schaffen, so eine Leistung auch über 90 Minuten zu bestätigen."

Tatsächlich hatte der FC alle Parameter - außer dem Endergebnis - auf seiner Seite. 19 zu zehn Torschüsse hatte man abgegeben, auswärts mehr Ballbesitz (55 Prozent) und mehr gewonnenen Zweikämpfe (52 Prozent) zu verzeichnen gehabt (). Und dennoch reichte es nicht, weil der FC im ersten Durchgang zwar gut organisiert war und keinesfalls enttäuschte, aber im Spiel nach vorne schlicht zu zaghaft blieb.

Gegen tiefstehende Freiburger, die großen Respekt vor den gefürchteten Kölner Flugbällen hatten und beide Viererketten eng beieinander ließen, hätte man wohl die Schlagzahl erhöhen müssen, um mehr als eine Halbzeit für sich zu entscheiden. So sah es zumindest Stöger: "Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig gemacht, da waren wir nicht aktiv genug." Und so sah es auch Dominic Maroh, der im Duett mit Kevin Wimmer einen starken Auftritt im Kölner Abwehrzentrum hatte.

Frust beim Blick auf die Tabelle

"Es ist verdammt ärgerlich", sagte der FC-Verteidiger, der unter der Woche mit der slowenischen Nationalmannschaft in Katar spielte und mit gemischten Gefühlen zurückgekommen war. "Immer wenn wir einen Schritt nach vorne machen können, misslingt uns der Lucky Punch."

Auch Mittelfeldmotor Matthias Lehmann hatte sofort nach Schlusspfiff einen Blick auf die Tabelle geworfen und war frustriert. Kein Wunder, schließlich hätte der FC bei einem Sieg acht Punkte Vorsprung auf den SC gehabt, nach der Niederlage sind die Badner nun wieder bis auf zwei Zähler herangerückt. "Gegen einen direkten Konkurrenten zu verlieren, ist nicht angenehm", fand der Mittelfeldmann. "Wir wollten unbedingt gewinnen, weil wir wussten, dass es ein schwerer Spieltag ist, auch in der Konstellation mit den anderen Mannschaften."

Während er und Kollege Maroh also einigermaßen frustriert in den Mannschaftsbus stiegen, entging ihnen, was im Freiburger Lager über die Leistungsstärke des FC gesagt wurde. Einhelliges Urteil: Diese Mannschaft ist eigentlich viel zu stark, um vollends in den Abstiegsstrudel gerissen zu werden. Am kommenden Sonntag, beim Heimspiel gegen Hoffenheim, kann der FC zeigen, dass der Respekt der Konkurrenz gerechtfertigt ist.

Christoph Ruf