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Barcelona - Es gab Redebedarf im Presseraum des Camp Nou. Vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Bayer Leverkusen waren bei den rund 80 Medienvertretern die Bleistifte gespitzt, die Kameras scharf gestellt. Die einheimischen Journalisten hatte ein großes Repertoire an Fragen parat.

Doch als Mittelfeldspieler Sergi Busquets und später Trainer Pep Guardiola ans Rednerpult traten ging es dabei weniger um die anstehende Partie gegen den rheinischen Bundesliga-Vertreter als viel mehr um spanische Schiedsrichter-Schelte, die anstehende Vertragsverhandlung mit Guardiola und eine mögliche Olympiateilnahme Busquets.

Damit müssen wir vernünftig umgehen..."

Guardiola hatte so etwas geahnt, deshalb nutzte er die erstbeste Möglichkeit, auf die Partie gegen Bayer aufmerksam zu machen. "Ich werde gleich wohl nicht mehr viel zur Champions League gefragt. Deshalb: Wir haben nach dem 3:1 in Leverkusen eine gute Ausgangsposition. Aber genau mit dieser Situation müssen wir vernünftig umgehen", sagte der Erfolgscoach.

Er warnte davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen: "In einem Moment hast Du das Gefühl, das Du alles im Griff hast. Aber wenn Du den Leverkusenern dann Platz lässt, dann werden sie diesen auch nutzen. Wir müssen deshalb von Beginn an den Kampf annehmen und dürfen nichts anbrennen lassen." Mit seinen Worten zollte er der Bayer-Elf Respekt. So richtig überzeugend klang das aber nicht. Schließlich weiß auch Guardiola, dass eigentlich alle Vorzeichen und Statistiken für ein Weiterkommen Barcelonas sprechen.

Vorsicht vor Bayers Standards

Seine Spieler zu motivieren, dürfte für ihn deshalb nicht ganz einfach werden. Mittelfeldstratege Busquets hat aber im Verlauf der Woche noch keine Unterschiede zu den anderen Partien in der "Königsklasse" ausgemacht. "Sicherlich haben wir in Leverkusen ein gutes Ergebnis hingelegt. Aber die Vorbereitung ändert sich deshalb nicht", meinte er.

Dabei wird Barcelona in den letzten Trainingseinheiten den Schwerpunkt besonders auf die ruhenden Bälle legen. "Wir müssen in der Defensive, vor allem bei Standards, Leidenschaft zeigen. Denn Leverkusen ist in der Luft besonders stark. Am besten lassen wir solche Situationen gar nicht erst zu", so Busquets.

Damit auch die einheimischen Journalisten den Ernst der Partie gegen Leverkusen erkennen, legte Guardiola zum Ende der Pressekonferenz noch ein Sonderlob für die Gäste oben drauf: "Bayer wird sich niemals verloren geben. Sie haben eine gute Mannschaft, die wir vollends respektieren."

Aus Barcelona berichtet Michael Reis