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Köln - Bayern-Jäger? Lucien Favre überlegt einen Moment. "Wenn wir Bayern-Jäger sind, dann sind auch Mainz und Hoffenheim, die ebenfalls noch ungeschlagen sind, Bayern-Jäger. Das gibt die Tabelle nun mal so her. Für mich hat das keine Bedeutung."

Der Faszination des Duells der großen Rivalen der 70er Jahre kann sich Gladbachs Manager Max Eberl nicht entziehen: "Die Tabellenkonstellation ist für die Öffentlichkeit wie gemacht", sagt Eberl und verspricht: "Wir werden den Schwanz nicht einziehen." Bundesliga.de nennt sieben Gründe, warum Borussia Mönchengladbach den FC Bayern München schlagen kann. (Sonntag ab 17 Uhr im Live-Ticker).

1. Das Selbstbewusstsein:

"Wir sind seit 13 Spielen ungeschlagen, haben in dieser Saison noch nie verloren. Das gibt natürlich Selbstvertrauen", sagt Andre Hahn.

2. Qualität des Kaders:

In 13 Spielen stand bei Anpfiff nie dieselbe Starformation auf dem Platz. Lediglich Granit Xhaka hat alle 13 Spiele über die vollen 90 Minuten absolviert. Favre sucht für jeden Gegner die die passende Elf. Er rotiert von Spiel zu Spiel ohne an Qualität einzubüßen. Seit dem Beinahe-Abstieg 2011 haben Eberl und Favre die Mannschaft Jahr für Jahr erfolgreich verstärkt. Einen Ausfall wie zuletzt von Weltmeister Christoph Kramer kann der Kader problemlos kompensieren.

3. Der Trainer:

Favre ist ein Taktik-Fuchs. Er beschäftigt sich akribisch mit jedem Gegner und "bereitet uns optimal auf das Spiel vor", lobt Xhaka.

4. Die Taktik:

"Defensive beginnt bei uns schon vorne", beschreibt Roel Brouwers das Erfolgsrezept der Fohlen. Selbst Top-Torschütze Max Kruse läuft wie nie in seiner Karriere. "Wir stehen unglaublich kompakt, lassen nicht viel zu", freut sich Favre. Die Zahlen bestätigen das: Nur vier Treffer ließ Keeper Yann Sommer zu. So wenig Tore kassierten die Gladbacher in den ersten acht Liga-Spielen noch nie - selbst in ihren fünf Meisterjahren nicht.

5. Die Mannschaft

"Keiner ist sauer, wenn er mal auf die Bank muss, denn jeder weiß, dass er gebraucht wird", beschreibt Brouwers die Stimmung in der Mannschaft. Und die lebt von ihrer unheimlichen Laufbereitschaft. "Wir laufen wie die Weltmeister", sagt Kruse. "Hier läuft einer für den anderen", so Hahn.

6. Gelassenheit:

"Wir haben doch keinen Druck. Niemand erwartet, dass wir Bayern schlagen müssen", sagt Hahn, "aber wir werden es den Bayern nicht leicht machen." Xhaka geht sogar noch einen Schritt weiter. "Wir können frei aufspielen. Was gibt es Schöneres, als gegen Bayern zu punkten. Dafür werden wir laufen und kämpfen."

7. Die Fans:

Die Euphorie ist groß im Rheinland. Die gut 8000 mitgereisten Fohlen-Anhänger feuerten ihre Mannschaft in Hannover über 90 Minuten derart lautstark an, dass die 40 000 96-Fans kaum zu hören  waren. "Gegen Bayern machen unsere Fans das Stadion zum Hexenkessel", ist Xhaka sicher. "Wir sind sehr gut in Form und werden es den Bayern nicht leicht machen", verspricht Hahn. "Wir werden alles geben, dass die Liga spannend bleibt."

Von Jürgen Blöhs