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Die Gruppe H ist wohl die gegensätzlichste der diesjährigen Champions-League-Saison. Auf der einen Seite stehen zwei absolute Schwergewichte des Clubfußballs, auf der anderen Seite zwei Neulinge auf dem "königlichen" Parkett.

Real Madrid hat die Champions League so oft gewonnen wie keine andere Mannschaft (neun Mal). Juventus Turin greift nach den Skandaljahren wieder nach den Sternen. BATE Borissow ist die erste weißrussische Mannschaft in der "Königsklasse" und auch Zenit St. Petersburg spielt erstmals im Konzert der Großen. Immerhin, die Russen kommen als frisch gebackener UEFA-Pokal-Sieger dazu.

Real Madrid

Größte Erfolge: neunfacher Gewinner der Champions League, zweifacher Sieger im UEFA-Pokal, 31-facher Spanischer Meister, 17-facher Spanischer Pokalsieger.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Den letzten Titel in der "Königsklasse" feierten die "Königlichen" vor sechs Jahren. Vergangene Saison war nach zwei Niederlagen gegen den AS Rom im Achtelfinale Schluss.

Der Star : Wenn BATE Borissow ein Team ohne Stars ist, ist Real Madrid geradezu ein Spielplatz der Großen der Zunft. Robinho, Rafael van der Vaart, Iker Casillas, Pepe und Co. sind die Creme de la Creme des runden Leders. Und doch heben sich zwei Spieler ab - vor allem in der Champions League: Raul und Ruud van Nistelrooy. Das Sturmduo der Madrilenen ist das mit Abstand erfolgreichste seiner Art in der "Königsklasse". Mit 118 Treffern in 61 Spielen ist Raul der beste Torschütze in der Geschichte der Champions League. Sein niederländischer Sturmpartner liegt mit 57 Treffern in 76 Partien auf Rang 2. Van Nistelrooy gewann in drei verschiedenen Ländern die Torjägerkanone - in den Niederlanden, in England und zuletzt in Spanien. Raul ist eine Seltenheit im modernen Fußball. Er kam 1994 zu Real und ist dem Verein seither treu geblieben. 205 Mal traf er bislang in 483 Ligaspielen für den spanischen Rekordmeister.

Juventus Turin

Größte Erfolge: 27-facher Italienischer Meister, neunfacher Sieger der "Coppa Italia" (italienischer Pokal), zweifacher Champions-League-Sieger, Gewinner des Europapokals der Pokalsieger 1984, dreifacher UEFA-Pokal-Sieger.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Vor dem Zwangsabstieg in die Serie B in Folge des Bestechungsskandals im italienischen Fußball vor zwei Jahren erreichte "Juve" 2004/05 und 2005/06 jeweils das Viertelfinale der Champions League.

Der Star: Torhüter Gianluigi Buffon ist der Inbegriff von Zuverlässigkeit, Sicherheit und Coolness. Seit 2001 ist der 30-Jährige der Fels in der Brandung bei Juventus. Nach dem Zwangsabstieg hätte Buffon an jedem anderen Ort in der Welt zwischen den Pfosten stehen können. Doch er blieb seiner "alten Dame" treu. Vier Mal wurde "Gigi" zum Welttorhüter des Jahres gekürt - einmalig. Sein Schrank quillt über vor Trophäen. Buffon wurde zwei Mal italienischer Meister (zwei weitere Titel wurden "Juve" aberkannt), gewann den italienischen Pokal und den UEFA-Pokal und wurde Weltmeister 2006. Bei seiner einzigen Finalteilnahme in der Champions League zogen er und "Juve" 2003 im Endspiel in einem Elfmeterkrimi gegen den AC Milan den Kürzeren.

Zenit St. Petersburg

Größte Erfolge: UEFA-Pokal-Sieger 2008, sowjetischer Pokalsieger 1944, sowjetischer Meister 1984 (als Zenit Leningrad), russischer Pokalsieger 1999, russischer Meister 2007.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Für Zenit ist es die erste Teilnahme an der Champions League.

Der Star: Er gehörte zu den großen Stars der EURO 2008: Andrei Arschawin. Dabei hatte der Mittelfeldzauberer die beiden ersten Gruppenspiele Russlands aufgrund einer Sperre nur von der Bank aus mitverfolgt. Nach seinen mit zwei Treffern gekrönten Galaauftritten im dritten Gruppen- und im Achtelfinalspiel der "Sbornaja" stand er auf dem Wunschzettel jedes großen Clubs südlich von St. Petersburg. Arschawin ist "in". Doch bislang bleibt der Mann mit dem Abschluss in Modedesign seinem Heimatverein treu. Doch wer weiß, vielleicht nutzt er das Estadio Santiago Bernabéu und das Turiner Stadio Olimpico zum Schaulaufen für einen Vereinswechsel...

BATE Borissow

Größte Erfolge: Vierfacher weißrussischer Meister, weißrussischer Pokalsieger 2006.

Letzte Champions-League-Teilnahme: BATE Borissow ist der erste Champions-League-Teilnehmer aus Weißrussland.

Der Star: Beim "Zwerg" unter den Riesen der Gruppe H sucht man vergeblich nach einem Namen von internationalem Status. Der amtierende weißrussische Meister setzt auf einheimische Spieler, mannschaftliche Geschlossenheit und Disziplin. Herauszuheben ist dennoch Gennadi Bliznyuk. Der Stürmer ist einer der wenigen Stars in seiner Heimat, der den Sprung ins Ausland wagte. Doch nach einem kurzen Abstecher nach Russland kehrte Bliznyuk 2006 zu BATE zurück. International mag er noch nicht für Schlagzeilen gesorgt haben. Doch aufmerksame Beobachter der Champions League haben den Namen des 28-Jährigen sicher schon in den Qualifikationsrunden 2007/08 und 2008/09 vernommen. Dort erzielte Bliznyuk in zwölf Spielen sieben Tore. Im Auftaktspiel der "Königsklasse" wird er jedoch aufgrund einer Gelb-Roten Karte im letzten Qualifikationsspiel fehlen.