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Ob ein Spiel gegen Stuttgart noch etwas Besonderes sei? Klar, sagt Philipp Lahm, "ich hatte dort zwei schöne Jahre". Und vor allem waren es zwei Jahre, die seine Karriere in die entscheidende Richtung gelenkt haben.

Beim VfB wurde Lahm unter Felix Magath notgedrungen auf die linke Abwehrseite verfrachtet - und entwickelte sich ausgerechnet auf der ungewohnten Position zur festen Größe. Ein gutes Experiment, für beide Seiten.

Beim FC Bayern nahm man Lahm nach zwei Jahren in der Fremde liebend gern wieder auf, der Jugendspieler war zum Nationalspieler gereift.

An Profil gewonnen

Am Dienstagabend spielt Lahm mal wieder gegen seinen Interims-Club, im Pokal-Achtelfinale (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker). "Gleich ein K.o.-Spiel, das wird ein interessanter Start. Jeder muss von Anfang an hellwach sein", mahnt er.

Mitte Dezember, als die Münchner im Ligaspiel gegen Stuttgart kurz vor Schluss noch das 2:2 kassierten, "haben wir eine katastrophale erste Halbzeit gespielt", sagt Lahm unumwunden.

Auch als es zu Beginn der Saison nicht wie gewohnt beim FC Bayern lief, versteckte er sich nicht, gab Erklärungen, sprach Probleme offen an. Ein offensiver Abwehrspieler. Lahm hat an Profil gewonnen, gerade durch Auftritte in schwereren Zeiten.

Gute Vorbereitung und viel Selbstvertrauen

Mittlerweile ist aber alles wieder einfacher geworden bei den Münchnern, die Bayern sind längst zurück in der Spur. 16 Spiele in Folge ohne Niederlage haben die Statistiker vermerkt. Und auch in der Vorbereitung gab es keinen Grund zur Klage, alle Spiele gewonnen, alle Stammspieler fit. "Das gibt natürlich Sicherheit" (Lahm).

Beim Pressegespräch einen Tag vor dem Spiel gegen den VfB wird viel gelacht, die Stimmung ist gut. "Wir sind bereit für den Rückrundenstart", sagt Lahm und demonstriert Selbstbewusstsein. "Wir können uns nur selbst im Weg stehen. National kann uns keiner was vormachen, vorausgesetzt, wir bringen unsere Leistung."

Sicherer Elfmeterschütze

Diesmal soll es keinen Stotterstart wie im August geben. Die Erfolgsserie "wollen wir in Stuttgart natürlich ausbauen", sagt Lahm; und dann verrät er noch, dass er beim Elfmetertraining tags zuvor alle drei getroffen hat. Insofern: Ein heißer Kandidat für ein mögliches Elfmeterschießen am Dienstagabend. "Aber natürlich wollen wir lieber alles in 90 Minuten hinter uns bringen."

Denn: Am Freitag geht es ja gleich munter weiter, mit dem Ligastart gegen den Hamburger SV.

Michael Gerhäußer