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Köln - Ganz im Zeichen des Themas "UN-Behindertenrechtskonvention und soziale Inklusion" fand die diesjährige Vollversammlung der Behinderten-Fanbeauftragten in Mönchengladbach statt. Mehr als 60 Beauftragte aus der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie Referenten und Gäste aus Partner-Organisationen waren der Einladung der DFL Deutsche Fußball Liga und den gastgebenden Mönchengladbachern am 22. März in den Borussia-Park gefolgt.

Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers begrüßte die Teilnehmer und unterstrich die Bedeutung der Arbeit der Behinderten-Fanbeauftragten: "Es ist wichtig, dass Sie Ihre Erfahrung und die Ergebnisse der Tagung in die Clubs bringen, denn das bringt letztlich den gesamten Fußball weiter."

"Die Gesellschaft muss sich mit ihren Strukturen anpassen"



Jochen Dohm, 1. Vorsitzender der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft e.V., die den Behinderten-Fanbeauftragten seit Jahren als enger Partner zur Seite steht, referierte anschließend über den Arbeitskreis der Behinderten-Fanbeauftragten. Dieser Arbeitskreis helfe dabei, die Rolle der Behinderten-Fanbeauftragte zu stärken und aktuelle Themen wie Qualifizierungsmaßnahmen oder die Organisation des Ticketings gezielter an die Entscheider heranzutragen.

Das Schwerpunktthema der Tagung stellten Felix van der Steen und Dr. Volker Sieger in zwei sehr anschaulichen Präsentationen näher. Van der Steen, ein ehemaliger Fußball-Profi und heutiger Jurist, der an Multipler Sklerose erkrankt ist, erläuterte, dass die die UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 in Deutschland in Kraft getreten sei. Diese Konvention verfolge ein neues Ziel, nämlich die soziale Inklusion. "Nicht der Mensch mit Behinderung muss sich anpassen, sondern die Gesellschaft muss sich mit ihren Strukturen anpassen. Die Präambel sagt dabei aus, dass dem Behinderten der volle Genuss aller Rechte und Grundfreiheiten ohne Diskriminierung garantiert werden muss. Der Fußball hat dabei die Kraft, alle Menschen zu verbinden", erklärte van der Steen.

"Soziale Inklusion wollen wir gemeinschaftlich entwickeln"



Dr. Volker Sieger, stellvertretender Vorsitzender der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft, konkretisierte die "volle Teilhabe, die den Behinderten in allen Lebensbereichen" zustehe. So stünden ihnen nicht nur der Zugang zu Gebäuden und Veranstaltungsorten zu, sondern auch der Zugang zu allen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten. Dr. Sieger riet dem Fußball dazu, sich die Verpflichtung der Konvention zu eigen zu machen und schlug vor, einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention für die Bundesliga zu entwickeln. Aktuell sei die Bundesliga mit den Publikationen "Barrierefrei ins Stadion" und "Barrierefreiheit im Stadion" sowie mit Fortbildungsseminaren für Blindenreportern schon sehr gut aufgestellt.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, erstklassige Aufenthaltsbedingungen für alle im Stadion zu ermöglichen. Soziale Inklusion wollen wir gemeinschaftlich entwickeln und möglichst 365 Tage im Jahr leben. Dazu wird der Fußball weitere Partner identifizieren und Partnerschaften organisieren", beschrieb Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL.

Aktion Mensch stellt aktuelle Inklusionskampagne vor



Und so gab die DFL gleich der Organisation Aktion Mensch die Möglichkeit, ihre aktuelle Inklusionskampagne vorzustellen. Maike Just und Alexander Westheide zeigten, wie die Aktion Mensch daran arbeitet, Inklusion und damit die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft voranzubringen. Anschließend stellten beide verschiedene Kooperationsideen mit dem Profifußball vor.

Das Thema "UN-Behindertenrechtskonvention und soziale Inklusion" lieferte der Vollversammlung wertvolle Erkenntnisse, die die Behinderten-Fanbeauftragten in ihre anspruchsvolle Tätigkeit künftig noch intensiver einfließen lassen werden. Zur Unterstützung plant die DFL ein Handbuch für Behinderten-Fanbeauftragte, nachdem schon 2009 das Handbuch für Fanbeauftragte herausgebracht wurde.