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Hamburg - Man musste schon mehrmals hinschauen, um hinter dem vollbärtigen Bayern-Profi, der sich nach dem 6:5 nach Elfmeterschießen im Halbfinale des Telekom Cups gegen Borussia Mönchengladbach gut gelaunt zu den Medienvertretern gesellte, den französischen Superstar zu erkennen.

Groß sei die Enttäuschung nach der verpassten WM gewesen, gibt Franck Ribéry zu, aber "ich will nicht mehr darüber nachdenken, sondern nach vorne schauen", freut sich der 31-Jährige auf die bevorstehende Saison.

Wichtig sei ihm, die Vorbereitung zu nutzen, um wieder zu der Form zu kommen, die ihn zu Europas Fußballer des Jahres und drittbesten Spieler der Welt 2013  gemacht hat, denn während der Verletzung "habe ich meinen Rhythmus verloren".

Frage: Herr Ribéry, ist die Enttäuschung, die WM verpasst zu haben, schon ein wenig abgeklungen?

Franck Ribéry: Das war schon eine große Enttäuschung für mich. Verletzungen kommen immer mal vor, aber ausgerechnet vor einer WM. Das war schon bitter. Zumal ich toll in Form war. Ich hatte mich richtig auf Brasilien gefreut. Aber jetzt ist auch gut. Ich will nicht mehr darüber nachdenken, sondern nach vorne schauen. Ich freue mich auf die neue Saison.

Frage: Wie weit behindert Sie die Verletzung noch?

Ribéry: Natürlich bin ich nicht bei 100 Prozent, aber das ist normal. Dafür ist die Vorbereitung da. Und ich habe keine Schmerzen mehr. Ich bin froh, dass ich von Anfang an voll mitmachen kann. Das ist für mich sehr wichtig.

Frage: Inwiefern?

Ribéry: Ich habe meinen Rhythmus verloren. Mein Spiel lebt von  Explosivität und Schnelligkeit. Da muss ich wieder hin.

Frage: Robert Lewandowski und Sie haben zwei Traumtore gegen Gladbach erzielt. Wie beurteilen Sie den Neuzugang aus Dortmund?

Ribéry: Robert ist ein hervorragender Fußballer. Das Zusammenspiel mit der Mannschaft wird jeden Tag besser. Er ist gut für uns. Er hat sich schnell integriert, und wir haben eine Menge Spaß zusammen.

Frage: Der FC Bayern hat beim Telekom Cup viele junge Spieler dabei. Mit Lucas Scholl und Gianluca Gaudino (Neue Bayern-Generation) auch ein paar große Namen...

Ribéry (lacht): Das stimmt. Ich bin zehn, elf Jahre älter. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl. Aber das sind alles gute Jungs. Und ich helfe ihnen, so gut ich kann. Ich bin sicher, sie können von meiner Erfahrung profitieren.

Frage: Wie wichtig ist ein gutes Abschneiden beim Telekom Cup?

Ribéry: Uns fehlt ja noch die halbe Mannschaft. Aber es ist eine gute Chance für die jungen Spieler, Spielpraxis zu sammeln gegen erfahrene Bundesliga-Spieler und sich zu zeigen. Und als Fußballer will ich jedes Spiel gewinnen, egal ob ein Testspiel oder ein wichtiges Spiel.

Frage: Sie tragen einen Vollbart. Ein modisches Accessoire, oder tragen Sie ihn, wie zum Beispiel Eishockeyspieler während der Play-offs, so lange, bis die Verletzung abgeklungen ist?

Ribéry (lacht): Nein. ich möchte mich gern rasieren. Aber meine Frau liebt den Bart. Mal sehen, wie lange ich ihn trage.

Zusammengestellt von Jürgen Blöhs