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Der eine bekam 1970 das erste Autogramm von Uwe Seeler: direkt am Gartenzaun des HSV-Idols. Der andere lernte auf der Nordtribüne seine heutige Ehefrau kennen. Es sind unzählige schöne und unvergessliche Geschichten, die die Fans des Hamburger SV mit ihrem und durch ihren Verein erlebt haben.

Auf der Seite www.mein-hsv-moment.de kann jetzt jeder Fan seine ganz persönliche Geschichte rund um den HSV erzählen oder ein Foto hoch laden. Die Aktion ist auf 100 Tage beschränkt.

Buch mit 100 Beiträgen

Die Fans können in dieser Zeit die Geschichten anderer Fans bewerten. Das Besondere: Die 100 besten Beiträge erscheinen im November in einem hochwertigen Buch. Jeder Fan, der online mitmacht, erscheint mit seinem Namen oder seinem Nickname auch in dem gedruckten Buch.

"Die Fans des HSV schreiben damit ihr eigenes Buch, das hat es in der Form wohl wirklich noch nicht gegeben. Die Resonanz ist bisher sehr gut, es sind schon über 230 Geschichten und viele private Fotos hochgeladen worden. Fast 2000 HSV-Fans haben abgestimmt und den Newsletter zum Projekt bestellt", sagt Oliver Wurm.

"Leidenschaftlich, emotional oder lustig"

Der Journalist hat die Idee mit zwei Kollegen umgesetzt und offensichtlich den Nerv der großen HSV-Fangemeinde getroffen. Mit etwa 350 Texten rechnet Wurm bis zum Ende der Aktion am 21. November.

"Wir lassen die Texte weitestgehend unbearbeitet. Jeder soll so schreiben, wie er seine Geschichte erlebt hat. Leidenschaftlich, emotional oder lustig, auf jeden Fall authentisch." Die Begeisterung für das Projekt ist längst aus der Fankurve übergeschwappt: auf die Haupt- und VIP-Tribünen, sogar in den Kreis aktueller und ehemaliger HSV-Profis.

Texte von Barbarez, Doll und Seeler

"Wir haben sehr schnell gemerkt, dass auch die Spieler Interesse daran haben, ihren persönlichen HSV-Moment mitzuteilen. Das Projekt hatte sich in Hamburg schnell herumgesprochen und inzwischen haben sich auch Richard Golz oder Piotr Trochowski daran beteiligt. Auch Sergej Barbarez und Ex-Trainer Thomas Doll werden in Kürze ihre besonderen HSV-Momente schildern", kündigt Wurm neue "Gänsehaut-Geschichten" an.

Ein HSV-Projekt ohne Uwe Seeler ist nicht denkbar, und so hat auch der ehemalige Weltklassestürmer schon seinen Beitrag geleistet. Über 50 Jahre liegt der HSV-Moment von "Uns Uwe" zurück: ein Punktspiel der Oberliga Nord am zweiten Weihnachtstag 1957 gegen Eintracht Braunschweig im Bremer Weserstadion.

"Uns Uwe" dreht das Spiel

"Bei uns lief anfangs alles schief. Schon nach fünf Minuten verletzte sich unser Mittelläufer und Leitwolf Jupp Posipal, der "WM-Held von Bern 1954", am Knöchel. Horst Schnoor im Tor flogen die Bälle nur so um die Ohren: Schon in der 8. Minute klingelte es in seinem Kasten und dann in der 32., 39. und 43. noch weitere drei Male. 0:4 – das Ding war gegessen, keine Frage", schreibt Seeler, der damals nach der Pause noch drei eigene Treffer zum sensationellen 6:4-Sieg beisteuerte.

Ob es Uwe Seelers Geschichte in die Top 100 und somit ins Buch schafft – auch im HSV-Fanshop wird es später zu kaufen sein -, entscheiden allein die User durch ihre Bewertungen. Oliver Wurm: "Bei 100 ist Schluss, obwohl es eigentlich alle Geschichten verdient hätten, gedruckt zu werden."

Stefan Kusche