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Sinsheim - Bisher galt Eugen Polanski als überaus verlässlicher Abräumer und Lenker im defensiven zentralen Mittelfeld. Beim 3:0 der TSG Hoffenheim über den Hamburger SV (Spielbericht) schlüpfte der 28 Jahre alte Pole in eine neue Rolle und traf als "Linksaußen" im linken Mittelfeld das erste Mal in seiner Karriere doppelt. Grund genug, die Ziele für die TSG Hoffenheim neu zu formulieren.

Frage: Wie gefällt Ihnen der Satz: Als "Linksaußen" schießt Eugen Polanski zwei Tore?

Eugen Polanski: (lacht) Linksaußen ist vielleicht etwas übertrieben, aber ansonsten gut. Aber es stimmt, zweimal zu treffen, ist ein schönes Gefühl. Ich bin froh, der Mannschaft damit geholfen zu haben.

"Andere sind deutlich besser als Stürmer"

Frage: Wie oft haben Sie in Ihrer Karriere einen "Doppelpack" erzielt - man kann Sie jetzt als also Stürmer nennen?

Polanski: (lacht) Das ist das erste Mal. Trotzdem bleibt es dabei: Andere sind deutlich besser als Stürmer.

Frage: Wann haben Sie erfahren, dass Sie gegen den Hamburger SV mit der Position im linken Mittelfeld eine neue Position ausfüllen sollen?

Polanski: Erst am Spieltag, in den letzten Besprechungen.

Frage: Eine so kurzfristige Ansage reicht, um sich auf die neue Position einzustellen?

Polanski: Auch in der Kabine – unmittelbar vor dem Spiel – ist noch genug Zeit, darüber kurz zu sprechen.

Frage: Mit dem neuen Auftrag hatten Sie offensichtlich keine Probleme. Sonst findet man Sie eher zentral im Mittelfeld?

Polanski: Es geht immer um den Erfolg der Mannschaft. Und darum, dort zu spielen – und alles fürs Team zu tun, wo einen der Trainer aufstellt. Aber es stimmt, das war Mal was ganz Neues.

Frage: Mittlerweile gelten Sie als einer der Führungsspieler?

Polanski: Wie immer Sie das nennen wollen. Es geht grundsätzlich darum: Fußball ist Kopfsache. Wichtig sind die positiven Gedanken im Kopf. Und die Leidenschaft, die man auf den Platz bringt.

"Wir wollen uns belohnen"

Frage: Ihre Mannschaft hat beim 3:0 über den Hamburger SV eine "reife" Leistung gezeigt?

Polanski: Wir waren konstant in unseren Aktionen und haben mutig nach vorne gespielt. Wir haben gegen eine sehr gut organisierte Mannschaft kühlen Kopf bewahrt – und hatten viele Aktionen im letzten Drittel. Die gesamte Mannschaft hat es geschafft, viel Druck zu erzeugen.

Frage: Muss man nun beim Blick auf die Tabelle nicht die Ziele neu formulieren. Der Sprung nach Europa ist mehr als realistisch?

Polanski: Wenn man die Tabelle liest, dann ist das drin.

Frage: Und?

Polanski: Wir wollen nach Europa, wenn es möglich ist. Das muss jetzt das Ziel sein. Wir wollen in den verbleibenden neun Spielen so gut wie möglich abschneiden – und, uns belohnen. 

Das Gespräch führte Oliver Trust